Köstner kämpft um seine Zukunft - Bayer ist gewarnt
Wolfsburg/Leverkusen - Diesmal hatte Lorenz-Günther Köstner seine Gefühle im Griff.
Drei Tage nach seiner emotionalen Rede, auf der er in deutlichen Worten eine Entscheidung über seine Zukunft gefordert hatte, blieben ähnliche Töne vor seinem womöglich letzten Auftritt als Trainer des VfL Wolfsburg aus.
Einzig und alleine die Achtelfinalbegegnung im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen sollte im Mittelpunkt stehen. Es gelang nur ansatzweise. ( DATENCENTER: DFB-Pokal)
"Sagt keiner, dass es das letzte Spiel ist"
"Es sagt keiner, dass es das letzte Spiel ist", antwortete Köstner vor dem Spiel am Mittwoch (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) auf die in den vergangenen Wochen wohl meistgestellte Frage: "Aber letzte Spiele können auch die schönsten sein."
Noch hat der gebürtige Oberfranke Hoffnungen, dass er weitermachen darf. Doch möglicherweise hat er seine Chancen bereits am vergangenen Samstag verspielt.
Aussprache mit Allofs
Schon am Montag hatte sich Köstner von seinen Aussagen distanziert - nachdem es eine Aussprache mit Manager Klaus Allofs gegeben hatte.
"Ich habe übernommen, habe die Mannschaft vom letzten Tabellenplatz weggeholt - und wenn es jetzt nicht mehr reicht, dann muss man mir das ganz schnell sagen", hatte er erklärt.
Am Dienstag wollte er davon nichts wissen. "Da ist viel hineininterpretiert worden. Da waren Emotionen im Spiel, das war nicht so geplant", sagte Köstner "Sky".
"Ich habe nie etwas gefordert und werde das auch nicht tun. Wenn man als Interimstrainer zusagt, dann beinhaltet das, dass irgendwann vielleicht mal Schluss ist", ergänzte er.
"Hätte gerne drei Punkte mehr"
Mit seiner Bilanz sei er aber "ein kleines Stück" zufrieden. "Ich hätte gerne noch drei Punkte mehr, dann wäre alles richtig, alles gut", sagte Köstner.
Nach dem achten Spieltag hatte er den VfL auf dem letzten Platz übernommen, mittlerweile haben die Niedersachsen als 15. der Tabelle sieben Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz. Der Viertelfinaleinzug im "Endspiel der Vorrunde" wäre ein zumindest halbwegs versöhnlicher Abschluss.
"Es war ein schwieriges halbes Jahr", sagte Manager Klaus Allofs, der eine klare Aussage zur Trainerfrage weiterhin vermeidet.
Bayer will Hinrunde krönen
Leverkusen spielt hingegen eine tolle Hinrunde und überwintert auf Platz zwei.
"Natürlich gehen wir mit Selbstbewusstsein in die Begegnung, aber wir erinnern uns noch daran, was das letzte Mal passiert ist", sagte Leverkusens Teamchef Sami Hyypiä mit Blick auf die 1:3-Niederlage in der Bundesliga im November: "Aber der Pokal ist der kürzeste Weg in den internationalen Fußball. Jeder Verein will im Pokal weit kommen."
Pokal keine Nebensache
Trotz der überraschend guten Hinrunde in der Liga mit 33 Punkten ist der Pokalwettbewerb keine Nebensache. "Nur wenn wir dort eine Runde weiterkommen, ist es ein schönes Weihnachtsfest", sagte Hyypiä der "Bild".
Und Sportchef Rudi Völler ergänzte im "Express": "Wenn wir im DFB-Pokal eine Runde weiterkommen, wäre es die Krönung eines tollen Jahres."


