

Wolfsburg wirft Bayer raus - Schuster im Anflug
Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg ist ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen und hat Bayer Leverkusen zum Ende einer ganz starken Hinrunde eine Enttäuschung beschert.
Gegen den Bundesliga-Zweiten aus dem Rheinland gewann das Team von Lorenz-Günther Köstner trotz Rückstands 2:1 (0:1) und zog erstmals seit 2008/2009 wieder in die Runde der letzten Acht ein.
Dort ist der VfL wohl mit dem neuen Trainer Bernd Schuster beim Drittligisten Kickers Offenbach gefordert.
Fagner (31.) hatte mit einem Eigentor die Gastgeber in Rückstand gebracht, ehe Joker Christian Träsch (77.) und der bis dahin komplett abgemeldete Bas Dost (89.) den Erfolg noch sicherstellten. ( DATENCENTER: DFB-Pokal)
Mit Schuster bis 2015
Dennoch war der Sieg wohl das letzte Spiel von Köstner auf der Bank der Niedersachsen.
Die Anzeichen, dass Schuster den Job als Trainer beim VfL übernimmt, verdichten sich.
Wie die "Bild" berichtet, haben sich der 52-Jährige und Wolfsburgs Manager Klaus Allofs bereits auf einen Vertrag bis 2015 verständigt.
Demnach soll die Präsentation des neuen Trainers bereits am Wochenende stattfinden.
Allofs verweigert klare Aussage
Köstner hielt auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Wolfsburg eine Art Abschiedsrede und bedankte sich bei "meinem Trainerstab, allen Mitarbeitern des Vereins und dem Aufsichtsrat für das Vertrauen".
Der Coach hatte im Oktober die Nachfolge von Felix Magath angetreten und den Verein vom letzten auf den 15. Platz geführt.
Vor dem Anpfiff hatte Allofs im "Sky"-Interview erneut eine klare Aussage zu Köstner verweigert. Auch das angebliche Treffen mit Schuster wollte er nicht kommentieren.
"Nicht aktiv genug"
Die Leverkusener kassierten vor 10.781 Zuschauern zum Abschluss des Fußball-Jahres 2012 dagegen noch einmal eine bittere Pleite. (DIASHOW: Das DFB-Pokal-Achtelfinale)
"Wir waren nicht aktiv genug und haben bei beiden Toren kräftig mitgeholfen. Wir haben uns zu sehr darauf verlassen, dass wir das 1:0 über die Zeit bringen", musste Kapitän Simon Rolfes hinterher feststellen.
Olic in der Startelf
Köstner setzte im abschließenden Spiel des Jahres auf den in der Liga gesperrten Mittelfeldspieler Josue, der am vergangenen Wochenende bei der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt die Rote Karte gesehen hatte.
Zudem kehrte Ivica Olic nach überstandener Verletzung in die Startelf zurück. Bei den Gästen saß Rolfes zunächst überraschend auf der Bank.
Fagner mit Eigentor
Beide Teams waren zu Beginn darauf bedacht, Fehler zu vermeiden. Allerdings zu Lasten der Offensive. Gefährliche Szenen blieben auf beiden Seiten Mangelware.
Lediglich ein Torschuss sprang in den ersten 15 Minuten heraus, zur Halbzeit waren es ganze fünf. Symptomatisch für das schwache Spiel war auch das 1:0. Eine halbhohe Flanke von Sebastian Boenisch lenkte VfL-Abwehrspieler Fagner unbedrängt ins eigene Netz.
Zwar nahm das Spiel nach dem Tor etwas an Fahrt auf, von einem heißen Pokalfight war aber nur in wenigen Situationen etwas zu spüren - auch weil es die Leverkusener gut verstanden, VfL-Spielmacher Diego im ersten Durchgang weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen.
Ausrufezeichen von Diego
Diego setzte nach der Pause die ersten Ausrufezeichen. Einen Fernschuss (50.) entschärfte Leno allerdings ebenso sicher wie wenig später einen Freistoß (55.).
Die Wolfsburger waren weiterhin deutlich bemüht, möglichst schnell den Ausgleich zu erzielen. Doch fehlten den Gastgeber einfach die Mittel, um Bayer in Gefahr zu bringen.
Toprak-Patzer zum Schluss
Mitte der zweiten Halbzeit quittierten das die VfL-Fans dann auch mit Pfiffen. Leverkusen beschränkte sich dagegen meistens auf die Defensive und versuchte durch schnelle Konter zum Erfolg zu kommen.
Die Passivität aber rächte sich: Einen Fehler von Daniel Carvajal nutzte Träsch dann zum 1:1 per Gewaltschuss aus 15 Metern, eine hektische Schlussphase begann.
Ein dicker Fehler von Ömer Toprak, dessen Klärungsversuch zur perfekten Vorlage für Dost wurde, bescherte Wolfsburg den späten Sieg.


