Huntelaar: Ich werde weiter dabei sein
Von Thorsten Langenbahn
Gelsenkirchen - Schalkes Stürmerstar will sich noch nicht zu seiner angeblichen Vertragsverlängerung äußern. Zumindest schließt er im SPORT1-Interview aber einen Wechsel in der Winterpause aus.
Von Thorsten Langenbahn
Gelsenkirchen - Müde wirkt Klaas-Jan Huntelaar, unzufrieden, ausgelaugt.
Die vergangenen Wochen mit dem Absturz vom Bayern-Verfolger Nummer eins zum Krisen-Chaos-Klub haben auch bei dem 29-Jährigen Spuren hinterlassen.
Fünf Ligatreffer, vier in der Champions League, und nun beim 1:2 gegen Mainz ( Bericht) sein zweiter Treffer gegen Mainz – die Ausbeute des "Hunter" liest sich gar nicht mal so schlecht. ( DATENCENTER: DFB-Pokal)
Doch im Vergleich zur Vorsaison, als er sich mit 29 Treffern zum Bundesliga-Torschützenkönig geballert hatte, war der Angreifer zuletzt ein Schatten seiner selbst. (DIASHOW: Das DFB-Pokal-Achtelfinale)
Angeblich in Kürze Vertragsverlängerung
Dennoch wollen die Schalker Huntelaar unbedingt halten und scheinen nun trotz aller Angebote internationaler Top-Klubs beste Karten zu haben.
"Ich habe einen Kompromiss vorgeschlagen, aber auch klar gesagt, dass sich Klaas-Jan jetzt ratz-fatz für Schalke entscheiden muss. Sonst können wir es beenden", sagte Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies der "Bild".
Demnach bietet Schalke eine vorzeitige Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags bis 2015 zu deutlich verbesserten Bezügen.
Huntelaar will sich dazu ebenso wie der Verein nicht äußern, erklärt aber im SPORT1-Interview zumindest seinen Verbleib bis zum Saisonende.
Außerdem spricht er über das Aus im DFB-Pokal, die Entlassung von Trainer Huub Stevens und den neuen Coach Jens Keller.
SPORT1: Herr Huntelaar, wie sehr ärgert es Sie, dass Schalke auch gegen Mainz den Negativlauf nicht stoppen konnte?
Klaas-Jan Huntelaar: Die Niederlage ist besonders ärgerlich, weil wir dadurch im Pokal ausgeschieden sind. Vom Spiel her hatten wir es nicht verdient, zu verlieren. Wir waren die bessere Mannschaft, aber haben es den Mainzern zu leicht gemacht. Nach dem 0:1 haben wir viel Kraft investiert, um den Ausgleich zu schaffen, aber dann ein viel zu einfaches Tor kassiert und es nicht mehr geschafft, zurückzukommen.
SPORT1: Welchen Eindruck haben Sie vom neuen Trainer Jens Keller?
Huntelaar: Er hatte wenig Zeit, deswegen konnte er gar nicht so viel bewegen. Wirklich viel kann ich nach gerade einmal zwei Tagen noch nicht über ihn sagen.
SPORT1: Was hat für Sie als Angreifer die Umstellung auf ein 4-4-2-System mit Ciprian Marica als zweitem Stürmer gebracht?
Huntelaar: Ich hatte mit Cipi vorne etwas mehr Unterstützung und ich finde, wir haben das ganze Spiel gut Druck gemacht. Aber wir haben das Spiel verloren, weil wir zweimal gepennt haben.
SPORT1: Sie haben nach fünf torlosen Spielen wieder getroffen. Wie groß war in dem Moment für Sie die Erleichterung, auch wenn es im Nachhinein nicht zum Weiterkommen gereicht hat?
Huntelaar: Das 1:1 war wichtig. Es hat uns viel Kraft gekostet, das zu schaffen. Ich denke, Mainz war danach auch ein bisschen platt, aber wie gesagt: ein langer Ball hat das Spiel wieder gedreht.
SPORT1: Wie überraschend kam für die Mannschaft nach dem 1:3 gegen Freiburg die Entlassung von Trainer Huub Stevens?
Huntelaar: Ich hatte das nicht erwartet. Es hat nicht nur Huub Fehler gemacht, sondern die ganze Mannschaft. Aber so wie Huub es gesagt hat, kann das im Fußball passieren.
SPORT1: Also trägt die Mannschaft eine Mitschuld an seinem Rauswurf?
Huntelaar: Das ist ja immer so. Da brauchen wir nicht drüber zu reden.
SPORT1: Was kann denn Jens Keller als neuer Trainer anders machen?
Huntelaar: Das waren jetzt zwei Tage. Im Januar fangen wir wieder neu an und haben im Trainingslager mehr Zeit, gemeinsam zu arbeiten.
SPORT1: Sie werden auch weiterhin dabei sein?
Huntelaar: Ja.
SPORT1: Es gibt täglich neue Gerüchte über Ihre Zukunft. Hat der Trainerwechsel auch Auswirkungen, was Ihre Planungen angeht?
Huntelaar: Nein. Der Vertrag von Huub Stevens endete auch zum Saisonende. Deswegen ändert sich nicht so viel, weil da auch noch keine Klarheit herrschte. Ich schaue mir alles an und versuche dann, eine Entscheidung zu treffen.
SPORT1: Spielt es dabei eine Rolle, welcher Trainer in der nächsten Saison das Sagen haben wird?
Huntelaar: Ich weiß es noch nicht. Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich war bis zuletzt mit den Spielen beschäftigt und jetzt geht es nach der Pause darum, im Januar wieder anzufangen. In Katar haben wir mehr Zeit, uns auf die Rückrunde vorzubereiten. Dann werden wir sehen.
SPORT1: Sagen Sie sich nach dieser Hinrunde: Neues Jahr, neues Glück, es kann eigentlich nur besser werden?
Huntelaar: Nicht unbedingt. Wir haben die Saison gut angefangen, aber in der letzten Zeit haben wir schlechter gespielt und nicht mehr gewonnen. Jetzt sind wir auch aus dem Pokal raus, aber vor diesem Spiel war noch nicht so viel verloren. In der Champions League sind wir weiter und in der Liga sind wir nicht weit weg von einem Champions-League-Platz. Außer dem Pokal ist immer noch alles drin.


