

Labbadia-Verlängerung: Viel Arbeit für Bobic
Stuttgart - Die Stuttgarter "Nikoläuse" hatten sich gerade mit rot-weißen Filz-Mützen auf den Köpfen von ihren Fans und in die Weihnachtsferien verabschiedet, da erteilte sich Fredi Bobic eine Urlaubssperre.
"Ich werde durchgehend arbeiten", sagte der Manager nach dem 2:1 im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den 1. FC Köln ( Bericht). ( DATENCENTER: DFB-Pokal)
Bobics Programm begann gleich am Donnerstagmorgen: Einem Abschieds-Frühstück mit der Mannschaft folgte ein Gespräch mit Bruno Labbadia. Die Vertragsverlängerung mit dem Trainer ist für Bobic bis zum Rückrundenstart am 19. Januar das wichtigste Projekt.
"Er hat unheimlich viel geleistet", würdigte Bobic die Arbeit von Labbadia in den vergangenen beiden Jahren und speziell in der sehr strapaziösen Hinrunde mit 28 Pflichtspielen.
In dieser stand der 46 Jahre alte Fußballlehrer zwischenzeitlich massiv unter Druck, viele Beobachter im Umfeld forderten im Frühherbst seine Demission.
"Zeit hat, runterzukommen"
Bobic weiß, dass diese Phase bei Labbadia noch nachwirkt. Deshalb, sagte er, sei es "jetzt wichtig, dass er seine Zeit hat, runterzukommen".
Bobic rechnet mit einer baldigen Einigung auf eine Zusammenarbeit über Juni 2013 hinaus, drängen will er Labbadia gleichwohl nicht.
"Wir werden das ganz relaxt angehen", sagte Bobic. Wie gut er daran tut, machten verschiedene Aussagen von Labbadia klar.
Dieser sprach von einem "schwierigen und intensiven" Jahr 2012, in der er und sein Team "immer wieder voll am Anschlag gearbeitet" hätten.
VfB-Ziel: Glas halbvoll als halbleer
Für 2013, führte er weiter aus, habe er einen persönlichen Wunsch an alle VfBler: "Dass wir es hinkriegen, dass das Glas mehr halbvoll ist als halbleer."
Die ewige Bruddlerei (hochdeutsch: Nörgelei) der Schwaben ärgert den Darmstädter; sie hatte im Oktober auch zu seinem verbalen Ausbruch ("am Arsch geleckt") geführt.
Bobic hat schon auch noch ein bisschen Überzeugungsarbeit zu leisten.
Auch die Kader-Entwicklung, die Bobic aufzeigen kann, dürfte eine Rolle spielen. Mit Maza, der zurück nach Mexiko wechselt, verliert Stuttgart im Januar einen erfahrenen Innenverteidiger.
Bobic sagte, Maza werde intern von den Talenten Benedikt Röcker (23) und Antonio Rüdiger (19) ersetzt. Großen Handlungsbedarf hat der VfB im Angriff.
Das Wettbieten um den Polen Arkadiusz Milik haben die Schwaben gegen Bayer Leverkusen verloren, nun gilt der Algerier Ishak Belfodil (20) vom FC Parma als Kandidat.
Blutauffrischung für Kader
Dass der Kader Blutauffrischung dringend nötig hat, wurde gegen Köln deutlich. Nach den Toren von Christian Gentner (31.) und Vedad Ibisevic (35., Handelfmeter) geriet Stuttgart in der zweiten Hälfte stark unter Druck.
Christian Clemens glückte nur noch der Anschluss für Köln (80.), das sich mehr verdient gehabt hätte.
"Wir haben uns stürzend und auf der Felge ins Ziel gerettet", sagte Bobic über die "Marathon-Männer" des VfB, die weiter in allen drei Wettbewerben vertreten sind - wie sonst nur die Bayern und Dortmund.
Losglück für Stuttgart
Da tat es gut, dass dem VfB mit Zweitligist VfL Bochum fürs Viertelfinale (26./27. Februar) ein weiterer schlagbarer Gegner zugelost wurde.
Bochum ist nach Kölns Aus der letzte Klub aus dem Unterhaus im Wettbewerb - obwohl FC-Trainer Holger Stanislawski "wirklich viel Spaß" hatte an der Vorstellung seiner Mannschaft.
Köln nimmt "positives Signal" mit
Köln nehme "ein positives Signal" mit in die Pause, ergänzte er. Danach, betonte Torhüter Thomas Kessler, "soll unser Weg weiter nach oben gehen".
In Stuttgart lieferte die in der Liga seit sieben Spielen unbezwungene Geißbock-Elf zahlreiche Argumente dafür. "Die Basis der Mannschaft stimmt", stellte der sportliche Leiter Frank Schaefer richtig fest.


