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Innenverteidiger Robert Huth absolvierte bislang 17 Länderspiele im A-Team © imago

Joachim Löw stimmt muss bei der umstrittenen Asienreise auf einige WM-Kandidaten verzichten. Hoffnung macht er zwei Verteidigern.

München - Das Gesicht der deutschen Nationalmannschaft für die umstrittene Asienreise nimmt langsam Konturen an.

Nach einem ausführlichen Gespräch mit U-21-Coach Horst Hrubesch am Donnerstag steht fest, dass Bundestrainer Joachim Löw bei der Saison-Abschlussfahrt nach Fernost (26. Mai bis 3. Juni) auf die WM-Kandidaten Marko Marin (Borussia Mönchengladbach), Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Sami Khedira (VfB Stuttgart) und Mesut Özil (Werder Bremen) verzichten muss.

Dieses Quartett wird sich ebenso wie der Schalker Schlussmann Manuel Neuer mit der U 21 auf die Junioren-EM in Schweden (15. bis 29. Juni) vorbereiten.

"Horst Hrubesch hat erklärt, dass er diese Spieler unbedingt braucht. Das war aber schon im Vorfeld so abgesprochen und deshalb keine Überraschung", sagte Löw.

Der Stuttgarter Serdar Tasci, der wegen eines Haarrisses im Knorpel des rechten Knies derzeit pausiert, wird voraussichtlich weder der U 21 noch der A-Mannschaft zur Verfügung stehen.

"Das wird keine Vergnügungsreise"

Obwohl zudem die Nationalspieler der beiden Pokalfinalisten Bayer Leverkusen und Werder Bremen sowie DFB-Kapitän Michael Ballack (FC Chelsea) und Cristoph Metzelder (Real Madrid) für die Spiele gegen China in Shanghai (29. Mai) und die Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai (2. Juni) verhindert sind, will Löw Deutschland würdig vertreten.

"Das wird keine Vergnügungsreise. Wir wollen im Sinne der Bundesliga und des deutschen Fußballs ein gutes Bild abgeben und uns prima verkaufen. Für uns ist wichtig, mit aller Konzentration und mit allem Ehrgeiz diese Spiele zu bestreiten."

Hoffen auf Klose und Friedrich

Löw hofft, dass zumindest die aktuell verletzten Routiniers Miroslav Klose (Bayern München) und Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin) mitreisen können. "Beide haben mir versichert, dass sie gerne mitkommen möchten. Bei Arne sieht es ganz gut aus, bei Miro müssen wir noch etwas abwarten", berichtete der 49-Jährige.

Löw will den wohl überschaubaren Kader für den Trip nach Asien noch vor dem UEFA-Cup-Finale am 20. Mai in Istanbul nominieren.

Nur zwei Torhüter im Kader

Klar ist, dass nur zwei Torleute eingeladen werden. "Ich gehe davon aus, dass uns Robert Enke zur Verfügung steht. In Absprache mit Andreas Köpke werde ich dann noch einen Torwart benennen, der auch Perspektive für die Zukunft hat. Zwei Torleute reichen für diese Spiele", sagte Löw.

Nächste Woche wird sich Löw mit dem Bundestorwarttrainer Köpke über diese Personalie austauschen.

Nach derzeitigem Stand dürften weder Jens Lehmann noch Timo Hildebrand eine Chance haben. Auch der zuletzt starke Hamburger Frank Rost (35) oder der Dortmunder Roman Weidenfeller (28) kommen kaum in Frage. Wahrscheinlicher ist da schon, dass Bielefelds Dennis Eilhoff in Abwesenheit von Rene Adler (Leverkusen) und Tim Wiese (Bremen) zu Länderspielehren kommen könnte.

"Nur Spieler mit Perspektive kommen in Frage"

Löw stellte erneut klar, dass trotz der zahlreichen Ausfälle keine Platzhalter mitgenommen würden: "Es kommen nur Spieler mit einer Perspektive für die WM 2010 in Frage."

Die, die zuletzt keine große Rolle mehr gespielt hätten, könnten sich allerdings wieder in den Vordergrund spielen. Andere "können in Abwesenheit von Ballack Verantwortung übernehmen und einen Schritt nach vorne machen".

Lob für Huth, Schulz, Compper und Weis

Auf eine Einladung einrichten können sich Robert Huth (FC Middlesbrough), Christian Schulz (Hannover 96) sowie die beiden Hoffenheimer Marvin Compper und Tobias Weis.

"Robert spielt regelmäßig in der Premier League, wo er stark gefordert ist. Er hat gute Perspektiven Richtung WM, zumal er immer überzeugt hat, wenn er bei der Nationalmannschaft war", meinte Löw.

Auch Compper und Weis hätten sich trotz des Absturzes von Herbstmeister Hoffenheim in der Bundesliga etabliert und enorme Fortschritte gemacht. Schulz habe sich zuletzt wieder ins Blickfeld gespielt.

Absage für Odonkor

Das gelte für WM-Shootingstar David Odonkor (Betis Sevilla) nicht. "David war zu lange verletzt und hat nur wenige Einsätze in Spanien vorzuweisen. Er spielt für uns im Moment keine Rolle", sagte der Bundestrainer.

Weitere Alternativen für die Asienreise sind dagegen Jermaine Jones (Schalke 04), Malik Fathi (Spartak Moskau), Alexander Madlung, Christian Gentner und Sascha Riether (alle VfL Wolfsburg) sowie Patrick Ochs (Eintracht Frankfurt) und Eugen Polanski (FC Getafe).

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