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Miroslav Klose trifft im EM-Halbfinale gegen die Türkei zum 2:2 © getty

Bundestrainer Joachim Löw stärkt Miroslav Klose den Rücken, verlangt aber von dem Bayern-Stürmer eine Leistungssteigerung.

München - Bundestrainer Joachim Löw hat Miroslav Klose das Vertrauen ausgesprochen, gleichzeitig von dem zurzeit glücklosen Bayern-Stürmer aber eine positive Entwicklung gefordert.

"Ich glaube an Miro Klose. Doch ich erwarte von ihm eine Leistungssteigerung, er muss jetzt mal explodieren. Auch Miro wird an seinen Leistungen gemessen. Aber wenn er fit ist, hat er eine unglaubliche Ausgeglichenheit", sagte Löw der "Bild-Zeitung".

Der Bundestrainer machte zudem deutlich, dass der 30-Jährige für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 6. September in Liechtenstein und vier Tage später in Finnland keinen Freifahrtschein besitzt.

Genug Alternativen

"So früh möchte ich mich nicht festlegen. Das hängt schon davon ab, in welcher Form er anreist und wie er trainiert", meinte Löw, der am Freitag sein Aufgebot für den Start in die WM-Qualifikation für Südafrika 2010 bekanntgeben.

In Patrick Helmes, Mario Gomez, Lukas Podolski und auch Keviv Kuranyi, der beim 0:4 seiner Schalker bei Atletico Madrid allerdings ein Totalausfall war, hat der Bundestrainer ausreichend Alternativen.

Psychische Probleme?

Klose wird trotz seiner Formschwäche aber auf jeden Fall erneut zum Kader zählen und erhält keine Länderspielpause. "Das macht man eigentlich nur bei Spielern, die körperlich richtig angeschlagen sind. Aber Miro ist ja körperlich belastbar", argumentierte Löw.

Dass Klose sein bislang letztes Bundesligator am 1. März geschossen hat, gibt Löw offensichtlich aber auch zu denken: "Schnelligkeit, Dynamik, diese Basis fehlt ihm noch."

Dass den WM-Torschützenkönig von 2006 möglicherweise neben physischen auch psychische Probleme belasten, wollte der Bundestrainer nicht ausschließen: "Das mag sein, aber er hat gesagt, dass er körperlich wieder auf ein hohes Niveau muss. Dann wird er mit Sicherheit wieder der alte Klose."

Rummenigge hält zu Klose

Löw verlangt aber, dass der 82-malige Nationalspieler, der im DFB-Trikot bislang 41 Treffer erzielte, möglichst bald wieder die Kurve bekommt: "Wenn er wieder die weiten Wege gehen kann, wird er treffen und als Vorbereiter glänzen. Das muss er bald schaffen und nicht erst in weiter Ferne."

Auch Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erhofft sich von Klose "die richtige Antwort" auf die Kritik. "Wir alle glauben an ihn. Wir schützen unseren Spieler, Miro weiß, dass er sich auf uns verlassen kann", sagte Rummenigge dem kicker.

"Unter der Gürtellinie"

Aber auch er meinte, "dass Miro natürlich besser spielen muss, da sind wir uns alle einig". Gerd Müller habe in solchen Situationen "gekämpft und gearbeitet, das würde ich Miro auch empfehlen."

Bayerns Manager Uli Hoeneß hält die anhaltende Kritik an Klose allerdings für falsch. "Diese ganze Diskussionen gehen unter die Gürtellinie. Es gibt immer wieder Phasen, in denen Stürmer nicht treffen. Aber es wird ja nur noch schwarz und weiß gemalt, die Note 3 gibt es nicht mehr, die ist wohl ausgestorben", sagte der frühere Nationalstürmer am Donnerstag.

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