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Lennart Thy von Werder Bremen schoss bereits sechs Tore für die U-17-Nationalmannschaft © getty

Nach dem holprigen Start gegen Geheimfavorit Türkei sieht Sportdirektor Sammer den Nachwuchs voll im Soll. Nun wartet England.

Jena - Die deutschen Talente haben die erste Nervenprobe bestanden, das EM-Fieber bei den Zuschauern ist unerwartet hoch - und auch in den Medien ist das Jugendfußball-Turnier ein Großereignis.

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat nach den ersten Tagen der U17-EM im eigenen Land mehr als zufrieden ein erstes Fazit gezogen.

"Die Stimmung in den Stadien ist hervorragend, und die Berichterstattung in den Medien habe ich in der Form nicht erwartet. Das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt", sagte Sammer.

Beeindruckt war der Europameister von 1996 vom Auftreten der deutschen Junioren, die zum Auftakt 3:1 gegen die Türkei gewannen (Perfekter Start für DFB-Junioren) und mit einem weiteren Sieg am Samstag (14 Uhr LIVESCORES) in Jena gegen England den vorzeitigen Halbfinal-Einzug perfekt machen und das Ticket für die WM Ende Oktober in Nigeria lösen würden.

Keine Blauäugigkeit beim DFB

"Unsere Zielstellung Titelgewinn ist klar", sagte Sammer.

"Deshalb ist jedes Spiel ein Endspiel. Wir sind optimistisch und gut vorbereitet. Man hat gegen die Türken gesehen, dass die sportliche und charakterliche Qualität vorhanden ist.

"Und weiter: "Aber wir sind bescheiden und keineswegs blauäugig, weil wir wissen, dass die Engländer und Niederländer stärker sind als die Türken."

"Die Mannschaft hat hervorragend reagiert"

In der Partie gegen den Geheimfavoriten merkte man den deutschen Junioren die Nervösität zunächst an, ehe sich die Fesseln lösten.

"Man hat gemerkt, das die jungen Spieler keine Qualifikation spielen mussten und es ihr erstes Pflichtspiel war", meinte Sammer, "die Partie lief live im Fernsehen, im Stadion waren 6000 Zuschauer und dann gerät man noch früh in Rückstand. Da hätte es passieren können, dass die Mannschaft zusammenbricht."

"Aber sie hat hervorragend reagiert, und am Ende hätte der Sieg sogar noch deutlicher ausfallen müssen."

Große Resonanz in der Öffentlichkeit

Besonders beeindruckt ist der Sportdirektor bisher vom Interesse von Fans und Medien.

"Das ist sehr erfreulich", meinte der Ex-Nationalspieler: "Wir schauen in Deutschland immer neidvoll ins Ausland, wo 17- oder 18-Jährige schon in der ersten Mannschaft spielen. Doch man hat auch in Deutschland gemerkt, dass diese Spieler nicht vom Himmel fallen, sondern eine Entwicklung durchlaufen."

Thy will es Werder nachmachen

Derweil stimmte sich Torjäger Lennart Thy mit Blick auf eine noch größere Bühne auf das Schlüsselspiel gegen England ein.

Im Jenaer Steigenberger-Hotel fieberte der Stürmer vom Werder Bremen mit seinem Klub beim Einzug ins UEFA-Cup-Finale mit, nun will es der Torjäger mit der U17 nachmachen. "Natürlich habe ich mit Werder mitgefiebert. Aber jetzt ist wichtig, dass wir es ebenfalls ins Endspiel schaffen", sagte Thy.

Die Engländer hatten sich im ersten Match von den Niederlanden 1:1 getrennt. Über die Stärken der Briten weiß Christopher Buchtmann besonders gut Bescheid.

Keine Ratschläge vom Legionär nötig

Der frühere Dortmunder, der gegen die Türken mit einem Tor und einer Vorlage glänzte, spielt seit Saisonbeginn beim FC Liverpool und ist der einzige Legionär im Team.

"Schon in der englischen Junioren-Liga ist der Fußball sehr hart und schnell. Unser Gegner wird typisch britisch spielen und aggressiv sein. Aber wir wollen gewinnen und hier weiter unseren Weg gehen - wir wollen den Titel", meinte Buchtmann.

Obwohl er die meisten Gegner aus dem Liga-Betrieb kennt, werde er Trainer Marco Pezzaiouli "keine Tipps geben müssen. Er weiß genau, was wir zu tun haben", meinte der Mittelfeldspieler.

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