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Cacau spielt seit 2003 für Stuttgart und erzielte in dieser Saison fünf Tore © getty

Der Stuttgarter Stürmer ist ein ernsthafter Kandidat für die Asienreise der DFB-Elf. Dies bestätigte Bundestrainer Löw Sport1.de.

Von Martin Volkmar

München - Keine vier Monate nach seiner Einbürgerung steht Cacau vor dem Debüt in der deutschen Nationalmannschaft.

Aufgrund der zahlreichen Ausfälle bei der Asienreise vom 26. Mai bis 3. Juni hat der Stürmer des VfB Stuttgart beste Aussichten auf sein erstes Länderspiel und auch die WM-Teilnahme 2010.

"Wir haben über Cacau gesprochen, da wir ja auch nicht wissen, ob Miro Klose schon so weit ist", sagte Bundestrainer Joachim Löw Sport1.de.

"Er und sein Teamkollege Christian Träsch gehören zum erweiterten Kader. Die Entscheidung fällt aber erst nach dem vorletzten Spieltag am Wochenende."

"Ich würde mich freuen"

"Wenn er das sagt, ist das schön", erklärte Cacau auf Nachfrage von Sport1.de. "Ich würde mich freuen, wenn es so kommen würde."

Am kommenden Dienstag wird Löw seinen Kader bekanntgeben. Dabei muss er nicht nur auf Michael Ballack (FA-Cup-Finale mit dem FC Chelsea) und die Spieler der DFB-Pokalfinalisten Bremen und Leverkusen verzichten.

Auch sämtliche Youngster wie Serdar Tasci, Andreas Beck oder Manuel Neuer stehen wegen der Vorbereitung auf die U-21-Europameisterschaft in Schweden (15. bis 29. Juni) nicht zur Verfügung.

Helmes und Kießling fehlen, Klose fraglich

Da somit Patrick Helmes und Stefan Kießling fehlen werden und die Teilnahme des eben erst von einer Knieverletzung genesenen Klose fraglich ist, sind hinter Mario Gomez und Lukas Podolski im Sturm noch Plätze frei.

Allein schon wegen seines in der Rückrunde glänzenden Zusammenspiels mit dem überragenden Gomez (23 Treffer) in Stuttgart, wäre eine Berufung Cacaus naheliegend.

"Er ist einer der stärksten Stürmer in Deutschland", meint auch VfB-Coach Markus Babbel.

"Wenn er die Tugenden zeigt, die ihn stark machen, gibt es nicht viele Bessere."

Der gebürtige Brasilianer, der seit zehn Jahren in Deutschland lebt, hatte Anfang Februar in seinem Wohnort Waiblingen die Einbürgerungsurkunde erhalten.

"Wir würden uns freuen, wenn Sie künftig nicht nur für den VfB, sondern bei der WM 2010 in Südafrika Tore für Deutschland schießen", hatte Landrat Johannes Fuchs damals erklärt.

Sportliche Perspektive kein Grund für Einbürgerung

Doch Cacau bekräftigte auch gegenüber Sport1.de noch einmal, dass diese Entscheidung nichts mit einer möglichen Perspektive in der DFB-Auswahl zu tun gehabt habe.

"Das war keine sportliche, sondern eine rein private Entscheidung", sagte der 28-Jährige.

"Meine Familie fühlt sich wohl und sicher hier, meine beiden Kinder sind in Deutschland geboren, und ich merke auch, dass ich immer deutscher werde."

Das zeigt sich nicht nur in seiner Spielweise, die Cacau selbst als wesentlich disziplinierter als in den ersten Jahren in der neuen Heimat bezeichnet. Auch sein Auftreten ist eher bescheiden, ebenso wie seine Aussagen.

Zurückhaltend vor Spiel gegen Schalke

Trotz der Erfolgsserie der Stuttgarter und der Chance auf die zweite Deutsche Meisterschaft nach 2007 ist von südamerikanischer Euphorie wenig zu spüren.

So wartet man vor dem Spiel am Mittwoch bei Schalke 04 vergeblich auf eine Kampfansage:

"Wichtig ist nur, dass wir alle Kräfte für Schalke sammeln", erklärt Cacau.

"Für uns zählt nur das Spiel und unser Ergebnis. Alles andere, was noch passieren könnte, beschäftigt uns nicht."

Ein Thema werden die Titelambitionen des VfB aber ebenso bleiben wie Cacaus WM-Chancen für Deutschland.

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