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Lennart Thy (r.) im Zweikampf mit Simeone Sini im EM-Halbfinale gegen Italien © getty

Die U17 darf nach dem Halbfinal-Sieg vom großen Coup träumen. Italien-Coach Salerno sieht Deutschland schon als Europameister.

Dessau - Nach dem größten Erfolg in ihren noch jungen Karrieren durften die deutschen U17-Fußballer erst einmal ausschlafen und dabei vom ganz großen Coup träumen.

Erst um 10 Uhr traf sich der DFB-Nachwuchs am Tag nach dem hart erkämpften 2:0 (0:0)-Erfolg im EM-Halbfinale gegen Italien zum Frühstück und diskutierte bei Kakao und Nuss-Nougat-Creme über das große Finale am Montag gegen den Erzrivalen Niederlande.

"Wir müssen gut regenerieren, damit wir körperlich und damit geistig wieder in einer Top-Verfassung sind", sagte Matthias Sammer.

Das 2:0 in der Vorrunde gegen die Holländer zähle nicht, meinte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes: "Es geht bei null los."

Das ist Feindschaft

Auch bei den anschließenden Lockerungsübungen auf einer Wiese neben dem Hotel in Leipzig kreisten die Gedanken logischerweise um das Endspiel am Montag vor mehr als 22.000 Zuschauern in Magdeburg gegen Oranje.

"Das ist Feindschaft im Fußball, ich denke da nur an die Spuck-Attacke von Rijkaard gegen Völler", sagte der 17 Jahre alte Bremer Stürmer Lennart Thy lächelnd.

Thy war beim angesprochenen WM-Achtelfinalmatch 1990 noch gar nicht geboren, und rechnet mit einem emotionsgeladenen Nachbarschaftsduell.

Einzug ins Finale Schwerstarbeit

Der erstmalige Einzug einer deutschen U17-Auswahl in ein EM-Finale war bereits Schwerstarbeit (Spielbericht: U17 steht erstmals im EM-Finale).

Erst zwei späte Tore durch Kapitän Reinhold Yabo (69.) und sein Klubkollege Bienvenue Basala-Mazana (76.) vom 1. FC Köln klärten vor 6471 Zuschauern die Verhältnisse.

"Die Italiener haben einen guten Job gemacht, speziell nach vorn waren sie gefährlich, auch wenn sie kaum klare Torchancen hatten", analysierte Sammer: "Wir standen gut und wussten, dass sie hinten Probleme haben - auch wenn wir das lange nicht ausnutzen konnten."

Trainer Marco Pezzaiuoli sah in "mehr gewonnenen 1:1-Situationen" in der zweiten Halbzeit den Schlüssel zum letztlich verdienten Erfolg (Interview mit Marco Pezzaiuoli: Fußball-Lehre in England warum nicht?).

Salerno: "Haben alles gegeben"

Italiens Coach Pasquale Salerno wollte seinen Spielern nach einem starken Match keine Vorwürfe machen.

"Sie haben alles gegeben, uns haben in den letzten 15 Minuten die Kräfte gefehlt. Aber wir sind gegen die Mannschaft ausgeschieden, die das Turnier gewinnt", sagte er.

Das derart gelobte DFB-Team trat am Samstagmittag mit großem Optimismus die Reise nach Magdeburg ins Hotel "Herrenkrug" an.

Mittelfeldmann Yabo verkündete forsch: "Ich habe den Mut zu sagen, dass wir gewinnen."

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