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Gibt es wieder Grund zu feiern? Shkodran Mustafi (r.) klatscht mit Marvin Plattenhardt ab © getty

Die U17-Nationalelf greift im Finale gegen die Niederlande nach dem EM-Titel. 22.000 Zuschauer werden in Magdeburg erwartet.

Magdeburg - Vor dem historischen Griff nach dem EM-Titel warnt DFB-Sportdirektor Matthias Sammer die deutschen U17-Fußballer vor Überheblichkeit.

"Es wird kein Spaziergang", sagte Sammer vor dem Finale am Montag (ab 11 Uhr LIVE) gegen die Niederlande in Magdeburg:

"Ein Finale ist immer 50 zu 50 - sicher ist nicht mal die Bank von England".

Sammer, 1986 mit der DDR selbst U-18-Europameister, will die mit vier Siegen in vier Spielen souverän ins Finale eingezogene Mannschaft noch einmal wachrütteln.

"Von Anfang hellwach sein"

"Wir müssen diesmal von Anfang an hellwach sein, dann setzen wir uns auch hintenraus durch", sagte er.

"Wichtig ist, dass wir nicht so beginnen wie in der Vorrunde gegen die Holländer - da waren wir etwas lethargisch und haben dann glücklich die Tore gemacht. Das darf uns nicht blenden."

Dieses 2:0 zähle überhaupt nicht mehr und würde nur in einer Beziehung eine Rolle spielen: "Die Spieler müssen es richtig verarbeitet haben." (Spielbericht: U17 steht erstmals im EM-Finale)

Volles Stadion in Magdeburg

Die Rekordkulisse von 22.000 Zuschauern am Montag in Magdeburg sieht Sammer eher als Motivation denn als Druck.

"Die Kulisse muss bei den Jungs Begeisterung auslösen, an den Druck haben sie sich inzwischen gewöhnt", meint der Ex-Nationalspieler.

Er hofft aber, dass die jungen Spieler nicht zu euphorisiert spielen und die taktische Disziplin vergessen:

"Wir müssen ein Mittelding finden zwischen unseren Tugenden."

Löw und Zwanziger vor Ort

Verlassen können sich die deutschen Junioren dabei auf die Unterstützung der geballten DFB-Prominenz.

Neben Sammer werden DFB-Präsident Theo Zwanziger, Bundestrainer Joachim Löw, sein Assistent Hansi Flick, Generalsekretär Wolfgang Niersbach, WM-OK-Präsidentin Steffi Jones und Nationalmannschaft-Manager Oliver Bierhoff das Finale live vor Ort verfolgen.

U-17-Trainer Marco Pezzaiuoli (Pezzaiuoli im Sport1.de-Interview) vertraut auf die Stärke seines Teams.

Mit Blick auf das 2:0 im Halbfinale gegen Italien glaubt aber auch er, das Selbstbewusstsein seiner Spieler eher bremsen zu müssen.

"Da haben einige Jungs gespielt, als wären wir schon im Finale", sagte er.

Den Spielern scheint aber klar, dass sie gegen die Oranjes vor allem einen leidenschaftlichen Fight liefern muss.

"Feindschaft im Fußball"

"Das ist Feindschaft im Fußball. Ich denke da nur an die Spuck-Attacke von Rijkaard gegen Völler", sagte der Bremer Stürmer Lennart Thy.

Der 17-Jährige, der beim angesprochenen WM-Achtelfinalmatch 1990 noch gar nicht geboren war, rechnet mit einem emotionsgeladenen Nachbarschaftsduell.

DFB-Kapitän Reinhold Yabo - der Kölner erzielte gegen die Azzurri in der Schlussphase das erlösende 1:0 - verkündete forsch: "Ich habe den Mut zu sagen, dass wir gewinnen."

Bei dem seit 2002 in dieser Altersklasse gespielten Turnier waren die Niederländer 2005 schon einmal Zweiter. Deutschland stand noch nie im Finale.

Im Vorgänger-Turnier der U-16-Mannschaften hatte der DFB 1992 den Titel gewonnen.

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