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Florian Trinks (r., gegen ter Mate) erzielte mit einem traumhaften Freistoß das 2:1 © getty

Die deutschen Junioren besiegen den Erzrivalen Niederlande im Endspiel nach Verlängerung und krönen damit die überragende Heim-EM.

Magdeburg - Die deutsche U17-Nationalmannschaft ist erstmals Europameister.

Das Team von Trainer Marco Pezzaiuoli besiegte den Erzrivalen Niederlande im Endspiel von Magdeburg 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung und krönte damit die überragende Heim-EM.

Der DFB-Nachwuchs gewann alle seine fünf Turnierspiele und kassierte dabei lediglich zwei Gegentore. Bereits in der Vorrunde hatte man die Niederlande 2:0 bezwungen.

Vor der europäischen U-17-Rekordkulisse von 24.000 Fans brachte Torjäger Luc Castaignos (7.) die Niederlande früh in Führung.

Die DFB-Auswahl erholte sich davon lange nicht und kam erst kurz vor der Pause durch Lennart Thy (34.) zum Ausgleich.

Siegtor in der Verlängerung

Sein Bremer Vereinskollege Florian Trinks schoss in der 97. Minute per 28-m-Freistoß schließlich das entscheidende Tor.

"Ich habe gedacht: alles oder nichts, es hat geklappt. Aber das Entscheidende ist, dass wir jetzt Europameister sind", sagte Trinks nach seinem Supertor.

"Florian hat ein traumhaftes Tor geschossen. In einem tollen Endspiel waren wir am Ende die Glücklicheren. Riesen-Kompliment an meine Mannschaft, die nach dem Rückstand Charakter bewiesen hat und verdient Europameister geworden ist", ergänzte Trainer Pazzaiuoli.

Lob von höchster Stelle

"Das war ein fantastischer Freistoß. Ich denke, besser kann man den nicht schießen", lobt auch Bundestrainer Joachim Löw.

Den bisher letzten Triumph im Junioren-Bereich hatte der Deutsche Fußball-Bund im vergangenen Jahr mit dem Gewinn der U-19-EM gefeiert.

In der seit 2002 ausgetragenen U-17-EM hatte als bisher letzter Gastgeber Frankreich 2004 gewonnen.

Beim Vorgänger U-16-EM hatte ein DFB-Team letztmals 1992 gesiegt.

Nervöser Beginn der DFB-Elf

Die DFB-Junioren begannen nervös und mit vielen Fehlern im Spielaufbau, was die Elftal prompt zur Führung durch Castaignos nutzte.

Nach seinem dritten Turniertreffer traf Castaignos in der 23. Minute nur den Pfosten.

Erst dadurch wachten der deutsche Nachwuchs offenbar auf. "Wir sind unheimlich schwer ins Spiel gekommen, haben uns dann den Ausgleich aber verdient", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Angefeuert von "Deutschland, Deutschland"-Rufen fing sich das Team gegen die sehr gut organisierten Holländer wieder.

Scheidhauer trifft nur die Latte

Kevin Scheidhauer traf per Kopf die Latte, Werder Bremens Thy war hellwach und staubte clever zum Ausgleich ab.

In der 36. Minuten hatte Shkodran Mustafi sogar die Chance zur Führung, Oranje-Keeper Gerrit Jan ter Mate parrierte den Kopfball aus fünf Metern mit einer Glanztat.

Nach dem Wechsel blieben Chancen zunächst Mangelware, beide Teams gingen kein großes Risiko.

Erst ein Kopfball von Robert Labus (52.) sorgte für ein wenig Aufregung vor dem Oranje-Tor.

Mario Götze traf wenig später aus zwei Metern nur den Torwart. In der 60. Minute verpasste Götze nach einem herrlichen Spielzug nur knapp die Führung, der Gegner wirkte in dieser Phase schwer beeindruckt.

Auf Seiten der Deutschen boten Thy und Kapitän Reinhold Yabo eine starke Leistung. Bei den Niederlanden überzeugten Castaignos und Regisseur Oguzhan Özyakup.

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