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Joachim Löw ist seit 2006 Trainer der deutschen Nationalmannschaft © getty

Der Bundestrainer und Bierhoff wollen von einer "Vergnügungsreise" nichts wissen. Sie sehen eine "echte Chance".

Frankfurt - Kapitän Michael Ballack fehlt ebenso wie die U-21-Akteure und die Nationalspieler der Pokalfinalisten Bremen und Leverkusen.

Doch trotz aller Personalsorgen wollen Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff von einer "Vergnügungsreise" nach Asien nichts wissen.

"Wir wollen den deutschen Fußball in China und den Vereinigten Arabischen Emiraten würdig repräsentieren. Wir treten mit einer starken und attraktiven Mannschaft an", sagte Bierhoff.

Auch Löw betonte vor dem Trip vom 26. Mai bis 3. Juni, "dass wir im Sinne der Bundesliga und des deutschen Fußballs ein gutes Bild abgeben und uns prima verkaufen wollen".

Aufgebot wird am Dienstag verkündet

Der Bundestrainer gibt am Dienstag sein Aufgebot für die Länderspiele gegen China in Shanghai am 29. Mai und gegen die Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai am 2. Juni bekannt.

Durch das Fehlen von Stammspielern wie etwa Ballack oder Abwehrchef Per Mertesacker wird Löw einigen Neulingen wie etwa dem Stuttgarter Angreifer Cacau eine Chance geben.

Verzichten muss Löw auf die Leverkusener Simon Rolfes, Stefan Kießling und Patrick Helmes sowie die Bremer Torsten Frings und Tim Wiese.

Marin und Metzelder auch nicht dabei

Zudem stehen Marko Marin (Borussia Mönchengladbach), Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Serdar Tasci, Sami Khedira (beide VfB Stuttgart), Mesut Özil (Werder Bremen) und Manuel Neuer (Schalke 04), die sich auf die U21-EM vorbereiten, sowie Christoph Metzelder (Real Madrid) nicht zur Verfügung.

Dafür hofft der Bundestrainer auf die lange verletzten Routiniers Miroslav Klose (Bayern München) und Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin).

Als mögliche Kandidaten für den Kader wurden zuletzt schon die Stuttgarter Cacau und Christian Träsch genannt.

Kommt Huth zurück?

Auch Robert Huth (FC Middlesbrough), Christian Schulz (Hannover 96) sowie die beiden Hoffenheimer Marvin Compper und Tobias Weis sollen auf Löws Liste stehen.

Weitere Alternativen für die Asienreise könnten Jermaine Jones (Schalke 04), Eugen Polanski (FC Getafe), Alexander Madlung, Christian Gentner und Sascha Riether (alle VfL Wolfsburg) sein.

Als zweiter Torwart neben Robert Enke kommt Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund) infrage.

Bierhoff vermisst Ballack

Es sollen laut Bierhoff aber nur Spieler eingeladen werden, "die für die WM Perspektive haben. Wenn Neulinge dabei sein sollten, dann solche mit dem Potenzial, um Nationalspieler auf Dauer zu werden. Natürlich hätten wir gern alle dabei, vor allem Michael Ballack, der als Kapitän eine sehr wichtige Führungsfigur ist und seit der WM 2002 in Asien einen großen Namen hat."

Trotz aller Probleme und des ungünstigen Zeitpunkts nach Saisonschluss hat die Asien-Reise für Bierhoff auch einen sportlichen Wert.

"Eine echte Chance"

"Sie ist ein letzter Test vor der WM-Saison und insofern wichtig, da unsere Trainer den Kader nach der Sommerpause auf etwa 30, maximal 35 WM-Kandidaten reduzieren wollen. Es können sich also in Shanghai und Dubai nochmals alle empfehlen, und besonders für diejenigen, die zum ersten Mal dabei sind, ist es eine echte Chance", sagte der frühere Torjäger.

Eine Chance ist der Trip nach China und Dubai aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht für den deutschen Fußball, der auf dem riesigen chinesischen Markt noch mehr Fuß fassen will.

"Als wir diese Reise im vergangenen Jahr beschlossen haben, war das im Sinne der Bundesliga und auch mit der Deutschen Fußball Liga einvernehmlich abgestimmt, weil der chinesische Markt aus wirtschaftlichen Gründen wichtig ist", sagte Bierhoff.

Heidemann und Kahn in China dabei

Bei zwei Gala-Empfängen des DFB und der DFL "wollen wir uns optimal präsentieren. Wir wollen bestehende Kontakte pflegen und neue gewinnen."

Dabei sollen auch Fecht-Olypiasiegerin Britta Heidemann und Ex-Nationalkeeper Oliver Kahn helfen. Beide werden beim Empfang in Shanghai der deutschen Delegation angehören.

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