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Cacau markierte in dieser Saison sieben Tore für den VfB Stuttgart © imago

Das Talent von Cacau schlummerte lange im Verborgenen, der Brasilianer tingelte von Verein zu Verein - und steht nun im DFB-Team.

München - Er tourte mit einer Samba-Band durch Deutschland, absolvierte erfolglos einige Probetrainings, landete schließlich bei Fünftligist Türk Gücü München - und steht jetzt als 28-Jähriger vor seinem Debüt in der deutschen Nationalelf.

Für den Brasilianer Maria Barreto Claudemir da Silva, kurz Cacau, wird völlig unerwartet doch noch ein Traum wahr. (Löw nominiert fünf Neulinge)

Eine derart bewegte Geschichte kann Cacaus Stuttgarter Kollege Christian Träsch nicht aufweisen.

Aber auch für den 21-Jährigen kommt die Nominierung durch Bundestrainer Joachim Löw für die Asien-Reise (26. Mai bis 3. Juni) mit den Länderspielen gegen China (29. Mai) und die Vereiningten Arabischen Emirate (2. Juni) einem Märchen gleich.

Gerade einmal 19 Bundesligaspiele hat der Abwehrspieler bisher absolviert.

"Einfach wunderbar"

195 Erstligapartien für den 1. FC Nürnberg und den VfB sind es inzwischen bei Angreifer Cacau. Doch mit einer Berufung ins DFB-Team hatte er bisher nie gerechnet.

Die Perspektive Nationalmannschaft war für ihn auch nicht der Grund seiner Einbürgerung vor einigen Jahren gewesen, "sondern meine Familie, die sich in Deutschland sehr wohl fühlt. Schließlich sind unsere Kinder hier geboren."

Dass er nun nominiert wurde, "freut mich trotzdem sehr und zeigt auch, dass ich schon länger beoabchtet wurde. Das ist einfach wunderbar."

Viele Entbehrungen

In Brasilien war Cacau in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen.

Deshalb riet die Mutter, er solle Fußballprofi werden, "dann könne ich viel Geld verdienen".

Doch erst einmal scheiterte er mit seinen Versuchen sowohl in Brasilien als auch in Deutschland, wo er zunächst mit einer Samba-Band durch das Land reiste und nebenbei mehrere Probetrainings absolvierte.

Erst bei Türk Gücü München erkannten sie das Talent des Stürmers. 2001 wechselte er zum 1. FCN, bevor ihn 2003 Felix Magath nach Stuttgart holte.

Wie die Faust aufs Auge

An der Seite von Mario Gomez trumpft der streng gläubige Christ, der nach seinem Karriereende Pastor werden will, nun seit einigen Wochen auf.

"Er ist ein spielender Stürmer und entspricht mit seinen Qualitäten genau unserer Fußball-Philosophie. Er ist beweglich, geht viele Wege, ist ballsicher und torgefährlich", begründete Löw die späte Berufung des 28-Jährigen, der selbst noch viele sportliche Ziele hat:

Mit dem VfB, für den er in dieser Saison sieben Mal traf, will er unbedingt in die Champions League, und auf der Asien-Reise soll der Traum vom ersten Länderspiel Realität werden.

Märchenhafter Aufstieg

Im Gegensatz zu Cacau hat Christian Träsch noch einige Jahre mehr Zeit, um seine Pläne zu realisieren.

21 ist der Verteidiger und erst seit einigen Wochen unter dem neuen Coach Markus Babbel Stammspieler in Stuttgart.

Beim MTV Ingolstadt und bei 1860 München spielte er in der Jugend, ehe er 2007 von 1860 II zum VfB wechselte.

Fokus auf das Saisonfinale

Dass er nun erstmals dem DFB-Kader angehört, "ist natürlich toll. Jedes kleine Kind träumt davon, einmal mit dem Adler auf der Brust aufzulaufen".

Doch zielstrebig und pflichtbewusst wie Träsch nun einmal ist, freut er sich zwar auf den Trip nach Asien, aber zunächst einmal gelte seine "ganze Konzentration einzig und allein" dem Bundesliga-Finale mit dem Südgipfel bei Bayern München am Samstag (ab 15 Uhr LIVE).

Große Schwaben-Fraktion

Löw lobt den Youngster als "schnell und physisch stark. Er hat noch viel Potenzial nach oben."

Überhaupt baut der Bundestrainer in Shangahi und Dubai auf einen starken Schwaben-Block.

Neben Cacau und Träsch stehen noch die VfB-Profis Gomez und Thomas Hitzlsperger im 18-köpfigen Kader.

Zudem trugen Christian Gentner, Philipp Lahm, Andreas Hinkel und Tobias Weis einst das Stuttgarter Trikot.

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