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Mit der Nationalelf erreichte Joachim Löw 2008 das EM-Finale © getty

Vorwürfe aus Schalke und Dortmund will sich der Nationaltrainer nicht gefallen lassen. Klopp hält er einen eigenen Ausspruch vor.

München - Bundestrainer Joachim Löw kontert die Kritik an seinem umstrittenen Mini-Kader für die Asien-Reise der Nationalmannschaft.

"Ich muss mich nicht rechtfertigen, aber ich kann es gern erklären", sagte der 49-Jährige der "Süddeutschen Zeitung".

"Die Vereinszugehörigkeit spielt da keine Rolle. Wir handeln nach unserem Anforderungsprofil. Wir wissen, welche Spielertypen wir wollen und wie er ausgebildet sein soll. Deshalb haben wir die Reise ganz bewusst unter das Motto gestellt: Wir wollen die Zukunft sehen."

Der zuletzt nicht mehr berücksichtigte, aber in der Rückrunde stark aufspielende Schalker Jermaine Jones sowie Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hatten sich verwundert über die Nominierungskriterien für den ab Dienstag bis zum 3. Juni andauernden Trip nach Fernost gezeigt.

Löw kennt "Kloppos" Sprüche

Während Jones seine Nationalmannschafts-Karriere nach nur drei Länderspielen bereits vor dem Ende sieht, wunderte sich Klopp darüber, dass in Patrick Owomoyela, Sebastian Kehl und Torwart Roman Weidenfeller gleich drei potenzielle Asien-Fahrer aus Dortmund von Löw kein Ticket erhalten hatten.

"Ach, das würde ich nicht so hoch hängen. Und man kann an dieser Stelle ruhig mal an den Spruch von Jürgen Klopp erinnern, der vor einigen Wochen noch gesagt hat: Soll bloß keiner auf die Idee kommen, Spieler von uns mit auf die Asien-Reise zu nehmen", sagte Löw.

Er will in den Spielen gegen China (29. Mai) und die Vereiningten Arabischen Emirate (2. Juni) nur Spieler sehen will, "die eine Perspektive haben".

"Sehr zufrieden mit Rolfes und Hitzlsperger"

Dazu zählen insbesondere Jones und Kehl offenbar nicht.

Denn mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika setzt Löw offensichtlich auf andere Mittelfeldspieler:

"Weil ich auf dieser Position keine Vakanzen sehe. Im defensiven Mittelfeld haben wir Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes, mit denen ich in dieser Saison sehr zufrieden war, und wir haben Torsten Frings", sagte Löw.

"Sebastian Kehl ist ein guter Spieler, aber wir haben auf dieser Position mit Christian Gentner und Sami Khedira, der gerade bei der U21 ist, auch noch interessante Perspektivspieler."

Träsch als Nachrücker für Andreas Beck

Kritik gab es auch wegen der Nominierung des Rechtsverteidigers Christian Träsch.

Der Youngster vom VfB Stuttgart hat gerade erst 20 Bundesligaspiele absolviert und steht bereits vor seinem Debüt als Nationalspieler.

"Natürlich waren viele überrascht, und über seine Nominierung kann man am ehesten diskutieren, weil man bei ihm nicht unbedingt sagen muss: Er ist A-Nationalspieler. Aber Andreas Beck fehlt uns ja wegen der U21-EM, und deswegen habe ich mich für Christian Träsch entschieden", sagte Löw.

Zwanziger will Kontakte in China ausbauen

Kurz vor der Abreise der Nationalmannschaft hat auch Theo Zwanziger noch einmal den Asientrip verteidigt.

"Speziell in China ist das Interesse am deutschen Fußball, vor allem an der Bundesliga, sehr groß. Deshalb ist es wichtig, sich vor Ort zu präsentieren und die Kontakte weiter auszubauen", erklärte der DFB-Präsident.

Der 63-Jährige räumte aber ein, dass die Reise "natürlich in erster Linie aus einer sportpolitischen Verpflichtung heraus" zustandegekommen ist.

"Zum einen haben uns die Asiaten bei der Bewerbung für die WM 2006 hervorragend unterstützt, zum anderen haben wir in China noch eine Rückspielverpflichtung für das Länderspiel 2005 in Hamburg zu erfüllen."

"Ein attraktives Team"

Über die sportliche Qualität des Teams hat Zwanziger ohnehin keine Zweifel.

"Die Mannschaft, die diese Reise bestreitet, besteht aus Spielern, die ohne Wenn und Aber sportliche Qualitäten haben und so gesehen auch international ein attraktives Team bilden". meinte er.

"Vor Jahren wäre man noch froh gewesen, wenn man angesichts der vielen Absagen, die ja unter anderem wegen des Pokalfinales und der U21-EM im Vorfeld eingeplant waren, überhaupt elf Mann zusammenbekommen hätte."

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