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Robert Enke (m.) gab 2007 sein Debüt in der Nationalmannschaft © getty

Deutschland kommt in Shanghai gegen überraschend starke Chinesen nicht über ein Remis hinaus. Dabei enttäuscht vor allem die Abwehr.

Shanghai - Die deutsche Nationalmannschaft ist zum Auftakt der Asien-Reise nur knapp der ganz großen Blamage entgangen.

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam in Shanghai gegen China 112016(Die Bilder) nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und konnte so sportlich keine Werbung für den deutschen Fußball betreiben.

"Wir haben uns phasenweise durchs Spiel geschleppt. Die Spieler wollten, aber sie konnten nicht so wie wir uns das vorstellen. Wir sind zu wenig in die Tiefe gegangen, zu sehr in die Breite. Von Gewinnern oder Verlierern zu sprechen, halte ich für völlig fehl am Platze", sagte Löw.

Auch die Debütanten spielten sich bei der China-Premiere des Vize-Europameisters nicht wie erhofft in den Vordergrund.

Die Partie vor nur 20.000 Zuschauern im Shanghai-Stadium begann für die Auswahl des DFB mit einem Schock.

Junmin düpiert Huth

Der Chinese Hao Junmin düpierte im Strafraum den erstmals seit der WM 2006 wieder aufgebotenen Innenverteidiger Robert Huth und ließ Nationaltorwart Robert Enke aus kurzer Distanz keine Abwehrchance (5.).

Nach einem Pass von Bastian Schweinsteiger sorgte Lukas Podolski mit seinem 33. Länderspieltreffer nur zwei Minuten später allerdings für den 1:1-Endstand.

Der dreimalige Welt- und Europameister hatte bei seinem ersten Auftritt im Reich der Mitte große Probleme, dass Spiel unter Kontrolle zu bringen.

Unsichere Abwehr

Die schnellen und quirligen Asiaten stellten vor allem die unsichere deutsche Abwehr um den katastrophal spielenden England-Legionär Huth und den nach seiner Verletzung schwächelnden Arne Friedrich mehrfach vor Probleme.

So hatte Zhao Xuri in der 21. Minute für die Chinesen erneut die Chance zur Führung, doch seinen Schuss aus 20 Metern parierte der trotz seiner Kopfverletzung ohne Verband spielende Enke sicher.

Der im Sommer für rund 30 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Bayern München wechselnde Angreifer Mario Gomez blieb zudem als einzige echte Spitze im Nationalteam erneut weit hinter den Erwartungen zurück.

"Natürlich hätte ich gerne getroffen, aber es war schwer, weil ich ganz alleine vorne war. Ich will das so schnell wie möglich ändern und wieder treffen - und das wird auch passieren", prophezeite Gomez.

Nur Lahm zeigt Einsatz

Der 23-Jährige, der in der abgelaufenen Saison 24 Tore für die Stuttgarter erzielte, hatte zudem Pech, als ihm Schiedsrichter Hu Lee-Min (Südkorea) einen Treffer wegen Abseits aberkannte (63.).

Wenige Sekunden später wurde Gomez für den Debütanten Cacau ausgewechselt. Damit wartet der Deutsch-Spanier seit nunmehr 15 Länderspielen und insgesamt 795 Minuten auf ein Tor im DFB-Trikot.

Bis auf Kapitän Philipp Lahm, der beim Vize-Europameister zum ersten Mal von Beginn an die Spielführerbinde trug und sich bereits frühzeitig frustriert die Gelbe Karte abholte, ließ ein Großteil der DFB-Auswahl den letzten Einsatz vermissen.

Enke und Podolski in Normalform

Alleine Podolski, Enke und mit Abstrichen Marcel Schäfer erreichten Normalform. Zahlreiche Zweikämpfe gingen im Mittelfeld verloren, so dass sich die deutsche Mannschaft im ersten Durchgang bis auf Podolskis Treffer kaum Möglichkeiten erspielte.

Auch nach dem Seitenwechsel waren die Chinesen, die in der ersten Qualifikationsrunde für die WM 2010 im vergangenen Jahr kläglich gescheitert waren, die bessere Elf.

Der deutschen Elf war vor allem in der letzten Viertelstunde der Kräfteverschleiß nach dem Saisonende und wegen des Jetlags deutlich anzumerken.

Hitzlsperger trifft die Latte

Nach 60 Minuten strahlten die Gäste zwar wieder etwas Torgefahr aus, doch einen Freistoß von Hitzlsperger lenkte Schlussmann Yang Zhi gerade noch über die Latte.

Auf der anderen Seite parierte der gute Enke glänzend gegen die Chinesen Jiang Ning (73.) und Zhou Haibin (75.). Sechs Minuten vor Schluss verfehlte Bastian Schweinsteiger knapp das Tor.

Als 25. Neuling in der Ära von Bundestrainer Joachim Löw absolvierte Christian Gentner vom deutschen Meister VfL Wolfsburg in Abwesenheit von Kapitän Michael Ballack an der Seite von Thomas Hitzlsperger im defensiven Mittelfeld ein eher unauffälliges Debüt.

Cacau setzt kaum Akzente

Cacau konnte nach seiner Einwechslung für Gomez kaum mehr Akzente setzen.

Tobias Weis, Manuel Neuer und Christian Träsch werden am kommenden Dienstag in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate ihr DFB-Debüt feiern.

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