vergrößernverkleinern
Manuel Neuer stand bereits in der U21 bei elf Spielen zwischen den Pfosten © getty

Der Schalker gibt sein Debüt zwischen den Pfosten der DFB-Auswahl. Mit dem "gewohnten System" soll der Erfolg zurückkehren.

Dubai - Die Hitze ist unerträglich, die Bedingungen fast unmenschlich - doch Bundestrainer Joachim Löw kennt vor dem letzten Länderspiel der Saison keine Gnade.

"Ich erwarte, dass die Spieler noch einmal alles mobilisieren und aus sich herausholen. Wir müssen an die Leistungsgrenze gehen", forderte Löw vor der Partie am Dienstag (ab 19.30 Uhr LIVE) in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate unmissverständlich.

Die Nationalmannschaft muss dabei vor allem den extremen klimatischen Bedingungen trotzen.

Sauna-ähnliche Temperaturen von über 40 Grad Celsius und eine ungewohnt hohe Luftfeuchtigkeit sind im Al-Maktoum-Stadion gegen die Emirate wohl die größten Gegner der DFB-Auswahl, die zur besseren Vorbereitung auf das Spiel sogar das Abschlusstraining auf 21.30 Uhr Ortszeit verschob.

"Wir stehen in der Pflicht"

"Das trifft dich wie ein Hammer", beschrieb Teammanager Oliver Bierhoff den Hitze-Schock.

"Mein erster Gedanke war: Oh Gott, wie soll man da die 90 Minuten überstehen", meinte Ersatz-Kapitän Bastian Schweinsteiger, und Thomas Hitzlsperger fügte an: "Wir müssen da jetzt durch. Wir stehen in der Pflicht."

Für den Vize-Europameister geht es nach dem dürftigen 1:1 in Shanghai gegen China (DFB-Team betreibt Anti-Werbung) auf der zweiten Station der Asien-Reise in erster Linie darum, Wiedergutmachung zu betreiben und für einen versöhnlichen Saison-Abschluss zu sorgen.

Neuer steht zwischen den Pfosten

"Das Spiel bei 40 Grad wird noch einmal ein immenser Kraftakt. Diese Hitze und Luftfeuchtigkeit macht uns schon zu schaffen. Aber wir wollen gewinnen, damit wir positiv in den Urlaub gehen können", sagte Löw: "Wir müssen in allen Mannschaftsteilen anders zu Werke gehen und viele Dinge besser machen."

Der Bundestrainer kündigte gegen den 120. der Weltrangliste bereits taktische und personelle Veränderungen an.

Im Tor wird der Schalker Manuel Neuer den Vorzug vor Robert Enke erhalten und sein Debüt feiern.

Zurück zum "gewohnten 4-4-2-System"

"Robert hat gegen China klasse gehalten und einen sehr guten Saison-Abschluss gehabt. Manuel hat seine Chance verdient", sagte Löw zum Torwart-Wechsel und lobte den 23-Jährigen: "Er macht trotz seiner Jugend auf und außerhalb des Spielfelds einen reifen Eindruck. Er hat klare Vorstellungen und einen großen Ehrgeiz."

Von Beginn an werden auch Heiko Westermann und Andreas Hinkel auflaufen.

Zudem kehrt der Bundestrainer zu "unserem gewohnten 4-4-2-System" mit zwei Spitzen zurück, nachdem Mario Gomez gegen die Chinesen als einziger Angreifer auf verlorenem Posten gestanden und seine Torflaute fortgesetzt hatte.

Seit 795 Minuten wartet der Neu-Münchner, der voraussichtlich zusammen mit Lukas Podolski stürmen wird, mittlerweile auf einen Treffer.

Alle Mann dabei

Im Gegensatz zum China-Spiel stehen Löw gegen die VAE alle 17 Spieler zur Verfügung. (Wiedergutmachung bei über 40 Grad)

Auch Bastian Schweinsteiger, der am Sonntag im Training pausieren musste, ist trotz leichter Wadenprobleme einsatzfähig und kann das Team in Abwesenheit von Michael Ballack als Kapitän aufs Feld führen.

Der Münchner forderte seine Kollegen angesichts der Hitze bereits auf, "dass wir den Ball cleverer laufen lassen müssen, um Kräfte zu sparen". Bierhoff meinte: "Wir haben fitte Spieler. Wir müssen weniger Fehler machen, dann müssen wir auch weniger laufen."

Löw will früh Wechseln

Das Spiel findet erst um 22 Uhr Ortszeit statt. Doch selbst um diese Uhrzeit sind für Dienstag noch Temperaturen über 35 Grad angekündigt.

Der Bundestrainer hat angekündigt, er wolle "früher wechseln als sonst".

Für die Neulinge Christian Träsch und Tobias Weis bedeutet dies, dass sie neben Neuer ebenfalls zu ihrem ersten Länderspiel kommen werden.

Das magere 1:1 in China ist indes längst vergessen.

"Das ist abgehakt. Wir müssen es in Dubai besser machen", sagte Podolski, der den angesichts der riesigen Personalprobleme arg dezimierten Vize-Europameister in Shanghai vor einer Blamage bewahrt hatte. 112016(DIASHOW: Die Bilder aus Shanghai)

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung:

Neuer - Hinkel, Friedrich, Westermann, Lahm - Schweinsteiger, Gentner, Hitzlsperger, Trochowski - Gomez, Podolski. - Trainer: Löw

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel