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Sichtlich entspannt genießt Jogi Löw seine Dienstreise an den Persischen Golf © getty

Der Bundestrainer kündigt eine grundlegende Umstellung vor der Weltmeister- schaft 2010 an. Eine Hintertür hält er jedoch offen.

Dubai - Bundestrainer Joachim Löw hat für die WM-Saison einen Strategie-Wechsel angekündigt und damit auch den Druck auf seine Südafrika-Kandidaten erhöht.

"Es wird so sein, dass wir im Gegensatz zur EM 2008 - damals haben wir einen relativ breiten Kader vor dem Turnier gehabt - den möglichen WM-Kader ganz stark eingrenzen wollen.

Wir wollen einen Kreis, von dem wir glauben, dass diese Spieler beim Turnier und danach dabei sein können", sagte Löw vor dem Länderspiel der deutschen Nationalelf in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate.ad

"Maß an Vertrauen"

"Der Kreis soll immer kleiner, kleiner, kleiner werden", sagte der DFB-Coach, der zunächst von maximal 35 Kandidaten ausgeht.

Löw führte seine Pläne weiter aus: "Vor der EM haben wir noch gesagt: 'Okay, wir glauben eher nicht, dass dieser oder jener Spieler es schafft, aber probieren wir es.' Das wird nicht mehr passieren. Wir wollen den Kreis klein halten, sagen: Hier ist ein Maß an Vertrauen vorhanden."

Orientierungshilfen für die Spieler

Derzeit sei der komplette Trainerstab der DFB-Auswahl dabei, "Positionsprofile" zu erstellen.

Im August oder September werde es für die Spieler dann Informationen und Arbeitsunterlagen geben, mit körperlichen Daten, technischen und taktischen Anweisungen.

"Die Spieler sollen wissen, was sie in der WM-Saison machen sollen, woran sie arbeiten und was sie verbessern müssen", sagt der Bundestrainer.

"Intensive Begleitung"

Löw selbst wollte allerdings nicht von einem Strategie-Wechsel sprechen. 112016(DIASHOW: Die Bilder aus Shanghai)

"Wir haben einfach gesagt: Lasst uns das völlig einschränken. Damit wir einige Spieler viel intensiver belgeiten können - und da wir bei einigen nicht glauben, dass sie absolutes Topniveau erreichen."

Kein Fall Metzelder mehr

In diesem Zusammenhang schloss Löw auch einen zweiten Fall Christoph Metzelder aus.

"Wenn im letzten halben Jahr vor dem Turnier ein Spieler zwei, drei oder vier Monate verletzt ist, wird es nicht mehr reichen. Bei Metzelder sind wir ein hohes Risiko gegangen. Das geht nicht immer gut", meinte er. Metzelder war vor der EURO 2008 monatelang verletzt gewesen, dann aber dennoch im EM-Kader berücksichtigt worden.

Keine Überraschungen mehr

Mit dieser Aktion will Löw nach eigener Aussage "ein gewisses Vertrauen ausdrücken, aber dann auch sehen, dass Dinge verbessert werden".

Die Entscheidungen sollen "um den Termin des Aserbaidschan-Spiels" fallen. Die DFB-Auswahl trifft am 12. August in der WM-Qualifikation auf Aserbaidschan.

Allerdings sei die Tür natürlich nicht ganz zu, "wenn einer eine unglaubliche Saison spielt". Doch davon geht der Bundestrainer offensichtlich nicht aus: "Ich kenne die Bundesliga wie meine Westentasche - jetzt passiert nicht mehr so viel, was mich überraschen kann."

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