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Mesut Özil (l.) wechselte im Januar 2008 von Schalke 04 zu Werder Bremen © getty

Die deutsche U 21 geht selbstbewußt in die anstehende EM. In Bestbesetzung sollen fünf A-Nationalspieler für den Titel sorgen.

Göteborg - Die Frage zu stellen, wie die deutschen U-21-Fußballer bei ihrer letzten EM-Teilnahme mit Poldi, Schweini und Co. abgeschnitten hätten, ist müßig.

Fakt ist: Ohne Neun kassierte der deutsche Nachwuchs 2006 in der Nachspielzeit des letzten Vorrundenspiels gegen Gastgeber Portugal das entscheidende Tor und verpasste den Einzug ins Halbfinale.

Wie immer seit 1982, als ein Team um die späteren Weltmeister Rudi Völler und Pierre Littbarski erst im Endspiel an England scheiterte.

Bei der am Montag mit dem Spiel gegen Topfavorit Spanien (ab 20.15 Uhr LIVE) beginnenden EM in Schweden tritt eine deutsche U 21 erstmals in Bestformation an.

DFB legt großen Wert auf Juniorenbereich

Dies ist dem neuen Terminkalender zu verdanken, nach dem das Turnier inzwischen in ungeraden Jahren ausgetragen wird und damit nicht mehr in Konkurrenz zu einer WM oder EM der A-Teams steht.

Aber auch bei Deutschen Fußball-Bund (DFB) wird größten Wert auf den Juniorenbereich gelegt.

Bundestrainer Joachim Löw hat früh zu verstehen gegeben, dass U-21-Coach Horst Hrubesch alle Unterstützung und alle Spieler bekommt, die er will (U 21 will den Titel) .

"Die EM der U 21 genießt bei uns eine höhere Priorität als die Asienreise im Sommer", sagte Löw und nahm sogar das Risiko in Kauf, sich auf dem Trip nach China und in die Vereinigten Arabischen Emirate zu blamieren.

"Es wird verstanden, dass im U-Bereich wichtige Grundlagen gelegt werden", sagt Sportdirektor Matthias Sammer:

"Junge Spieler müssen eine Entwicklung durchlaufen, sie fallen nicht vom Himmel. Als die Spanier 2008 das EM-Finale gegen Deutschland gewonnen haben, standen außer dem gebürtigen Brasilianer Marcos Senna zehn Spieler auf dem Platz, die im U-Bereich Titel gewonnen haben. Das zeigt, wie wichtig ein solches Turnier ist."

Fünf A-Nationalspieler dabei

So kann Hrubesch in Marko Marin (6), Gonzalo Castro (5), Andreas Beck (3), Mesut Özil und Manuel Neuer (je 1) nun auf fünf Spieler zurückgreifen, die insgesamt bereits 16 A-Länderspiele absolviert haben.

In der Bundesliga haben seine 23 Akteure insgesamt schon 916 Partien bestritten und damit rund 40 im Schnitt.

Davon konnte sein Vorgänger Dieter Eilts vor drei Jahren in Portugal nur träumen.

Ihm standen in Philipp Lahm, Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker, Marcell Jansen, Robert Huth, David Odonkor und Mike Hanke gleich acht Spieler nicht zur Verfügung, die vom Alter her spielberechtigt gewesen wären, wegen ihrer Nominierung für die WM 2006 in Deutschland mit dem A-Team aber nicht verfügbar waren.

Hinzu fehlte Piotr Trochowski verletzungsbedingt, der Mittelfeldspieler zählt heute zum Stammpersonal Löws.

Natürlich hat die A-Nationalmannschaft auch weiterhin Vorrang. "Die A-Mannschaft ist ganz klar das Aushängeschild. Alles andere dient dem Ziel, die Spieler zu gestandenen Nationalspielern zu formen", sagt Sammer.

WM 2010 als Motivation

Doch die Wichtigkeit des U-21-Turniers macht Löw auch durch seinen Besuch bei den ersten beiden Spielen deutlich, sein Assistent Hansi Flick und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff werden auch dabei sein.

Das dürfte bei den deutschen Junioren für zusätzliche Motivation sorgen. Denn die WM 2010 ist ihr großes Ziel und Löw hat das Rennen für offen erklärt.

Neuer nutzte dies, kam in Asien zu seinem Debüt im A-Team. "Ich werde meinen Mitspielern von der tollen Stimmung berichten und ihnen klarmachen, dass man mit guten Leistungen bei den Junioren weiter nach oben kommen kann", sagt er.

Deshalb soll nach 1982 auch endlich mal wieder das Halbfinale bei der U-21-EM drin sein.

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