vergrößernverkleinern
Sami Khedira wurde mit dem VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister © getty

Nach dem unglücklichen Remis zum Auftakt gegen Spanien, muss die U 21 bei der EM gegen Außenseiter Finnland unbedingt gewinnen.

Göteborg - Bundestrainer Joachim Löw fordert unmissverständlich einen Sieg, und Torhüter Manuel Neuer versucht seine erfolglosen Stürmer durch Neckereien zu motivieren:

Nach der zumindest sportlich bestandenen Reifeprüfung gegen Topfavorit Spanien (U 21 zwischen Stolz und Wut) kommt es für die deutsche U 21 nun zum Charaktertest gegen Außenseiter Finnland (Do, ab 18 Uhr LIVE).

Und nach einem starken, aber torlosen Spiel gegen die Iberer sind viele psychologische Mittel recht, um die Reserven zu mobilisieren - auch die "Einmischung" des Bundestrainer.

"Das Spiel gegen Finnland muss gewonnen werden", sagt Joachim Löw, der am Donnerstag in Halmstad wieder auf der Tribüne sitzen wird, und ergänzte: "Nachdem, was ich vom ersten Spiel im Fernsehen gesehen und von unseren Beobachtern gehört habe, sind wir normalerweise die stärkere Mannschaft."

Neuer neckt die Stürmer

Dies sieht auch U-21-Coach Horst Hrubesch so.

"Wir sind bestens aufgestellt", meint er und ruft die mentale Reifeprüfung aus: "Dieses Spiel geht nur über den Charakter."

Torhüter Neuer, der am Mittwoch einen Wechsel zu Bayern München ausschloss (Neuer: "Thema Bayern ist durch"), hat dagegen seine eigene Art, an die Ehre der Mitspieler zu appellieren.

"Man frotzelt mit den Spielern, die die Chancen vergeben haben und macht Witzchen", erklärt er schmunzelnd: "Aber das ist nur Motivation. Wer will schon immer geneckt werden?"

Finnen zum Auftakt überraschend stark

Obwohl die Finnen um den kantigen Bundesliga-Stürmer Berat Sadik (Arminia Bielefeld) beim 1:2 gegen England zum Auftakt überraschend stark spielten, scheinen jedenfalls nur zwei Dinge dem DFB-Team den standesgemäßen Sieg kosten zu können:

Die mangelnde Torausbeute oder Überheblichkeit.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, der ebenfalls in Schweden weilt, sieht das 0:0 gegen Spanien 118180(Die Bilder des Spiels) deshalb als ideales Ergebnis.

"Es wurde zwar ein Sieg verschenkt", meint Bierhoff: "Das Positive ist aber: Man ist gezwungen, die Konzentration hochzuhalten."

Sturmproblem nicht wegzudiskutieren

Gleichzeitig geht es aber auch darum, das leidige Sturmproblem endlich in den Griff zu kriegen.

"Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir besser ins Offensivspiel finden", sagt Kapitän Sami Khedira. Zwei Tore hat die deutsche U 21 in 2009 erst erzielt.

Özil bangt um Einsatz

Der Schütze beider Treffer, der Duisburger Sandro Wagner, wird aber zunächst wieder auf der Bank sitzen und muss zwei Mittelfeldspielern beim Stürmen zusehen.

Neben Ashkan Dejagah (VfL Wolfsburg) könnte diesmal der Gladbacher Marko Marin nach vorn rücken. Der eigentlich vorgesehene Mesut Özil (Werder Bremen) konnte das Abschlusstraining wegen Rückenproblemen nicht absolvieren und bangt um seinen Einsatz.

"Es macht keinen Sinn, Aktionismus zu betreiben und etwas zu ändern", meint Hrubesch: "Wir haben gegen Spanien viele Chancen rausgespielt und wir werden auch gegen Finnland zu Chancen kommen. Und dann wird der Knoten zwangsläufig platzen."

Schmelzer in der Startelf

Sicher ändern wird sich die Startformation nur auf der linken Verteidigerseite, wo der Dortmunder Marcel Schmelzer für den verletzten Bremer Sebastian Boenisch (Bänderdehnung im Knöchel) beginnen wird.

Möglich ist, dass der Berliner Patrick Ebert den gegen die Iberer schwachen Deutsch-Spanier Gonzalo Castro (Leverkusen) ersetzen wird.

Sammer lobt Hrubesch

Hrubesch erhielt derweil schon vor dem zweiten Spiel ein großes Lob von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer:

"Der Trainer hat Struktur reingebracht, Siegermentalität vermittelt, Zusammenhalt gefördert und lässt eine eigene Handschrift erkennen", meinte der Sportdirektor: "Natürlich müssen nun noch weitere Taten und Ergebnisse folgen."

Finnen setzen auf ihre Fans

Die Finnen setzen gegen die DFB-Auswahl vor allem auf drei Faktoren:

Den in der Bundesliga noch kaum zum Zug gekommenen Stoßstürmer Sadik, vor dem Hrubesch großen Respekt hat, ihr Selbstvertrauen (Trainer Markku Kanerva: "Ein Sieg ist ein Muss, und wir glauben fest an unsere Stärke) sowie die zahlreichen finnischen Fans, die ihr Team im Nachbarland unterstützen werden.

Der englische Mittelfeldspieler Mark Noble erklärte nach dem Auftaktspiel jedenfalls frustriert: "Das war ein Heimspiel für die Finnen."

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Neuer (Schalke 04) - Beck (1899 Hoffenheim), Jerome Boateng (Hamburger SV), Höwedes (Schalke 04), Schmelzer (Borussia Dortmund) - Khedira (VfB Stuttgart), Aogo (Hamburger SV) - Castro (Bayer Leverkusen) oder Ebert (Hertha BSC Berlin), Marin (Borussia Mönchengladbach) - Dejagah (VfL Wolfsburg), Özil (Werder Bremen) oder Ben-Hatira (MSV Duisburg)

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel