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Ashkan Dejagah (VfL Wolfsburg) blieb gegen Spanien ohne Torerfolg © getty

Trotz der Abschlussschwäche im ersten EM-Spiel ist Trainer Horst Hrubesch optimistisch. Ein Sieg gegen Finnland ist Pflicht.

Von Sebastian Hrabak

München - Sollten die U-21-Nationalspieler nun lachen oder weinen aufgrund ihrer eklatanten Abschlussschwäche im ersten Gruppenspiel gegen Spanien? (U 21 zwischen Stolz und Wut)

Ein ums andere Mal versiebten Mesut Özil, Ashkan Dejagah oder auch Marko Marin und Änis Ben-Hatira bei der Nullnummer hochkarätige Chancen.

Gegen Finnland soll heute (ab 18 Uhr LIVE) auf jeden Fall alles besser werden.

Sturmproblem vorhanden

Doch selbst wenn nun die ersehnten Tore fallen sollten, ist offensichtlich, dass es der U-21-Truppe an hochkarätigen Mittelstürmern mangelt.

Trainer Horst Hrubesch - einst selbst ein hervorragender Nationalstürmer - vertraute gegen Spanien zwei offensiven Mittelfeldspieler auf den Angreiferpositionen. 118180(Die Bilder des Spiels)

Wagner auf der Bank

Mit Mittelstürmer Sandro Wagner vom MSV Duisburg hätte er auf der Bank eine klassische Alternative gehabt.

In vier Länderspielen 2009 erzielte die U 21 nur zwei Treffer, jedes Mal war Wagner erfolgreich.

Doch nicht einmal für einen Kurzeinsatz schickte er den jungen Angreifer aufs Spielfeld.

Und auch vor dem zweiten Spiel gegen die "große Unbekannte des Turniers" aus Finnland weicht der Coach nicht von seiner Linie ab: "Es macht keinen Sinn, Aktionismus zu betreiben und etwas zu ändern."

Sandro Wagner wird also wieder auf der hochkarätigen Bank Platz nehmen dürfen.

Er nimmt es notgedrungen gelassen hin. "Stürmer brauchen in ihrer Entwicklung länger als Mittelfeld- oder Abwehrspieler. Meine Zeit kommt noch", sagte er dem "kicker".

"Irgendwann platzt der Knoten"

Die einzige echte Alternative für Wagner ist Rouwen Hennings. Doch der wurde von Hrubesch nicht einmal für den EM-Kader nominiert.

Der Grund dafür: mangelnde Spielpraxis. Zwei Tore in 21 Zweitligaspielen für St. Pauli sprechen eine deutliche Sprache für die Entscheidung des Auswahl-Coaches.

Horst Hrubesch bleibt wegen der Torflaute dennoch ruhig: "Wir haben gegen Spanien prima gespielt und werden zwangsläufig gegen Finnland zu unseren Chancen kommen. Irgendwann platzt der Knoten."

Sukuta-Pasu der Mann der Zukunft?

Vielleicht sind das genau die Chancen, die ein Richard Sukuta-Pasu verwerten würde. Der junge Leverkusener ebnete mit seinem Siegtor im Halbfinale der U-19-Europameisterschaft und seinem 2:0 im Finale den Weg zum EM-Sieg für die DFB-Auswahl.

Sukuta-Pasu könnte der Mann der Zukunft beim DFB werden, doch Hrubesch setzt seinen Schwerpunkt lieber auf Spieler mit Bundesliga-Erfahrung.

Davon hat der junge Deutsche mit afrikanischen und französischen Wurzeln im Vergleich zu einem Dennis Aogo oder Jerome Boateng in seinem ersten Bundesligajahr für Bayer Leverkusen einfach zu wenig bekommen.

"Wir müssen konzentriert weiter arbeiten"

Auch ohne einen Stürmer von internationalem Format ist ein Sieg gegen "Suomi" dennoch Pflicht für die deutsche Mannschaft, will sie die Ambitionen, die vorher konform publiziert wurden, erfüllen. (Löw fordert Sieg beim Charakertest)

"Gegen Finnland müssen wir unbedingt gewinnen. Es gilt nun, konzentriert weiter zu arbeiten und in den nächsten Spielen die Torchancen zu verwerten", erklärte auch Mesut Özil kämpferisch. (DATENCENTER: Die U-21-EM)

Özil konnte am Mittwoch wegen Rückenproblemen das Abschlusstraining nicht absolvieren, sein Einsatz ist jedoch nach jüngsten Informationen gesichert.

Finnland optimistisch

Die Finnen mit Stürmer Berat Sadik von Arminia Bielefeld haben nach ihrer Niederlage gegen England im ersten Gruppenspiel die Flinte noch nicht ins Korn geworfen.

Trainer Markku Kanerva sagte:

"Ein Sieg in dieser Partie ist für uns ein absolutes Muss. Ich bin mir sicher, dass wir den kommenden Gegner bezwingen können, wenn wir fest an uns und unsere Stärken glauben."

Andererseits lässt die Dominanz des deutschen Teams im ersten Spiel darauf hoffen, dass der notwendige Dreier für das Endspiel am Montag gegen England eingefahren wird. Auch dieTreffer sollten dann zwangsläufig gelingen.

Die Briten messen sich am Donnerstagabend mit Spanien (ab 20.45 Uhr LIVESCORES)

Die Aufstellungen

Deutschland: 1 Neuer (Schalke 04) - 2 Beck (1899 Hoffenheim), 4 Höwedes (Schalke 04), 5 Jerome Boateng (Hamburger SV), 21 Schmelzer (Borussia Dortmund) - 8 Khedira (VfB Stuttgart), 6 Aogo (Hamburger SV) - 20 Castro (Bayer Leverkusen), 11 Marin (Borussia Mönchengladbach) - 10 Özil (Werder Bremen), 9 Dejagah (VfL Wolfsburg). Finnland: 1 Jaakola (AC Siena) - 14 Aho (Inter Turku), 4 Portin (FF Jaro), 5 Turunen (Honka Epoo), 3 Raitala (HJK Helsinki) - 8 Mehmet Hetemaj (Panionios Athen), 6 Sparv (Halmstads BK) - 16 Perparim Hetemaj (AEK Athen), 7 Hämäläinen (TPS Turku), 18 Vasara (Honka Espoo) - 9 Sadik (Arminia Bielefeld)Schiedsrichter: Peter Rasmussen (Dänemark)

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