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Ashkan Dejagah (r.) spielt seit 2004 für die deutsche U-21-Nationalmannschaft © getty

Die DFB-Auswahl steht trotz einer mäßigen Vorstellung zum ersten Mal seit 27 Jahren wieder in der Vorschlussrunde einer U-21-EM.

Halmstad - Nach einer Zitterpartie hat die deutsche U-21-Nationalmannschaft erstmals seit 27 Jahren das Halbfinale einer EM (DATENCENTER: Die U-21-EM) erreicht und den Traum vom historischen ersten Titel am Leben gehalten.

Beim 1:1 (1:1) gegen ein bereits qualifiziertes englisches B-Team holten die DFB-Junioren den nötigen Punkt, verschenkten dabei unter den Augen von Verbandspräsident Theo Zwanziger durch eine schwache Leistung aber leichtfertig den Gruppensieg.

"Wir haben dem Gegner zuviel Räume gegeben. Wir machen das Tor, haben Möglichkeiten, schnell zu spielen. Und wir tun es nicht. Wir müssen einfach spielen. Wir kommen in die Bälle rein und verspielen sie aber wieder. Wir können nur über die Mannschaft kommen, da muss jeder mitmachen", sagte ein unzufriedener DFB-Trainer Horst Hrubesch.

Im Halbfinale am Freitag trifft die Mannschaft von DFB-Trainer Horst Hrubesch in Helsingborg auf den Sieger der Gruppe A, der am Dienstag zwischen Schweden, Italien und Serbien ermittelt wird.

Dabei kann Hrubesch auf alle Spieler zurückgreifen, die sieben von einer Sperre bedrohten Profis blieben am Montag in Halmstad allesamt ohne weitere Gelbe Karte.

Castro trifft zur Führung

Für den DFB ist sogar ein historischer Hattrick möglich: Nach den Turniersiegen der U19 im Vorjahr und der U17 in diesem Mai wäre der Verband im Falle eines Turniersiegs des ältesten Jahrgangs für einen Monat im Besitz aller drei Europameistertitel im Jugendbereich.

Bei der U19-EM 2009 im Juli ist der Titelverteidiger allerdings nicht vertreten.

Der Leverkusener Gonzalo Castro bescherte dem DFB-Team durch seinen Treffer in der 5. Minute einen Auftakt nach Maß.

Rodwell gleicht aus

Jack Rodwell vom FC Everton glich für die Engländer aus. Für den deutschen Keeper Manuel Neuer (Schalke 04) war es nach 208 Minuten der erste Gegentreffer im Turnier.

Dass die Engländer das bessere Team waren, war jedoch bemerkenswert: Trainer Stuart Pearce hatte zehn Spieler geschont, drei Spielern zum Debüt verholfen und beiden Ersatztorhütern einen 45-minütigen Einsatz gewährt.

Hrubesch nahm wie erwartet zwei Änderungen vor: Der Duisburger Änis Ben-Hatira ersetzte im linken offensiven Mittelfeld für 67 Minuten den in den ersten beiden Spielen enttäuschenden Mönchengladbacher Marko Marin. Patrick Ebert (Hertha BSC Berlin), der noch an einer Hüftprellung laboriert, rückte für den Hamburger Dennis Aogo ins defensive Mittelfeld.

Traumpass von Boateng

Dies schien sich zunächst auszuzahlen. Nach einem Traumpass von Jerome Boateng tauchte Castro alleine vor dem englischen Torhüter Scott Loach auf und überwand diesen mit einem Außenrist-Schuss durch die Beine.

Für den Mittelfeldspieler war es der zweite Treffer im 13. Spiel für die U21.

Das frühe Tor gab der Hrubesch-Elf aber nicht die erhoffte Sicherheit. Wie schon gegen Finnland war zu wenig Bewegung im Spiel, wieder unterbrachen zu viele leichte Abspielfehler den Spielfluss.

"Nach dem Tor müssen wir viel ruhiger spielen. So etwas darf uns nicht noch einmal passieren", ärgerte sich Boateng.

Neuer verhindert Rückstand

In der 17. Minute konnte Torhüter Manuel Neuer einen Kopfball von Craig Gardner aus kurzer Distanz noch parieren, zwölf Minuten später war er gegen einen von Rodwell machtlos.

Andreas Beck hatte den Mittelfeldspieler drei Meter vor dem Tor zum Kopfball kommen lassen. Das Tor resultierte aus einem von acht Eckbällen Englands in der ersten Halbzeit - Deutschland hatte keinen.

Auch nach dem Wechsel wurde das Offensivspiel nicht besser. Die beste Gelegenheit hatte Benedikt Höwedes mit einem Kopfball nach der ersten Ecke durch Mesut Özil (65.).

Torhüter Neuer verhinderte mit einer tollen Parade gegen Richard Stearman in der 77. Minute das mögliche 1:2.

"Wir sind glücklich, dass wir im Halbfinale sind. Aber die Art und Weise, wie wir das geschafft haben, war nicht okay", übte Kapitän Sami Khedira Selbstkritik.

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