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Matthias Sammer (r.) absolvierte 51 Länderspiele für Deutschland © getty

Der von Matthias Sammer inizierte Machtkampf mit dem Bundestrainer und Oliver Bierhoff hat für den Sportdirektor keine Folgen.

Frankfurt/Main - Sportdirektor Matthias Sammer muss trotz seines Kompetenzgerangels mit Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff (Machtkampf überschattet U-21-Sieg) keine Konsequenzen seitens des DFB fürchten.

"Ich schätze Matthias Sammer ganz außergewöhnlich, und er muss sich keine Gedanken machen, wenn ich nun einmal die Keule gebraucht habe. Er hat enorm viel für die Außen- und Innenwirkung des deutschen Nachwuchsfußballs geleistet", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger dem "kicker".

Zwanziger untermauerte allerdings erneut, dass im DFB die Zuständigkeiten zwischen dem Juniorenbereich und dem A-Team klar geregelt seien und Sammer, Löw und Bierhoff vertrauensvoll zusammenarbeiten sollen.

"An einem Strang ziehen"

"Die Fans müssen spüren, dass beim DFB alle an einem Strang ziehen. Der Bundestrainer muss den Kopf frei haben für die WM-Qualifikation. Oliver Bierhoff muss seine Manageraufgabe so erfüllen, dass für die sportliche Seite alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit geschaffen sind", sagte Zwanziger.

In einem TV-Interview vor dem letzten EM-Gruppenspiel der U21 gegen England wiederholte der DFB-Boss aber wieder seine Kritik.

"Wir wollen zur WM 2010. Dafür brauchen wir einen Bundestrainer mit freiem Kopf. Da können wir uns solche leicht interpretierbaren Interviews nicht leisten", sagte er.

Sammer müsse "akzeptieren, dass der Bundestrainer die U21 als Reservoir für die A-Nationalmannschaft nutzt".

"Das war absolut unnötig"

Der Sportdirektor hatte sich am Freitag noch heftige Kritik vom DFB-Boss gefallen lassen müssen, nachdem er in einem "FAZ"-Interview zwischen den Zeilen die eindeutige Zuständigkeit für die U21 eingefordert hatte.

"Das hat mir nicht gefallen. Das war absolut unnötig", hatte Zwanziger erklärt. Und weiter: "Du kannst nicht den Sportdirektor zum Bundestrainer machen. Matthias Sammer muss seine Dynamik, seine Emotionaliät in den Grenzen bewegen, die einem Sportdirektor im Verhältnis zum Bundestrainer gegeben sind".

Sammer hat "dienende Funktion"

Laut Vertrag ist festgeschrieben, dass bei der U21 als Schnittstelle zwischen dem Jugendbereich, für den der Sportdirektor zuständig ist, und dem von Löw betreuten A-Team im Zweifelsfall der Bundestrainer Entscheidungen trifft.

Zwanziger hatte daraufhin noch einmal betont, dass Sammer in diesem Bereich eine "dienende Funktion" habe.

Sammer hatte anschließend seine Kompetenzansprüche relativiert (Sammer rudert zurück) und Verständnis für das Machtwort des Verbandschefs gezeigt.

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