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Kevin Prince Boateng wird kommende Saison wieder für die Tottenham Hotspur auflaufen © getty

Nach Jermaine Jones verlässt mit Kevin-Prince Boateng bereits der zweite Nationalspieler den DFB, um es anderswo zu probieren.

Göteborg - In Kevin-Prince Boateng geht dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein weiterer Spieler nach Einsätzen für eine deutsche Nationalmannschaft verloren.

Der zuletzt an Borussia Dortmund ausgeliehene Mittelfeldspieler, der insgesamt 41 Spiele für die Jugend-Auswahlmannschaften des DFB bestritt, will künftig für Ghana spielen.

Er ist nach dem Schalker Jermaine Jones, der sogar schon drei A-Länderspiele absolvierte und künftig für die USA auflaufen will, der zweite Akteur, der sich vom DFB aufgrund der neuen FIFA-Regel zu Verbandswechseln abkehrt.

Bei U21-EM nicht dabei

"Ich will ab sofort für Ghana spielen", sagte der 22-Jährige der Sport Bild: "Ich habe Kontakt zu den Verantwortlichen aufgenommen. Diese Entscheidung habe ich für mich getroffen.

Ich wollte mich beim DFB durchsetzen. Ich habe alles versucht. Nun möchte ich mich in Ghana weiterentwickeln. Das ist der nächste große Schritt."

Der sportliche Verlust für den DFB hält sich in Grenzen. Bei der U21-EM in Schweden fehlt Boateng wegen eines Knochenödems im linken Sprunggelenk;

Trainer Horst Hrubesch hätte ihn aber wohl ohnehin nicht nominiert. In Dortmund konnte er sich wie bei Tottenham Hotspur in der englischen Premier League nicht durchsetzen, die Westfalen zogen die Option auf eine feste Verpflichtung nicht.

Großneffe von Helmut Rahn

Boateng hat einen Vater aus Ghana und eine deutsche Mutter. Er ist der Großneffe von Helmut Rahn, der Deutschland 1954 durch den Siegtreffer beim 3:2 im Endspiel gegen Ungarn zum Weltmeistertitel schoss.

Kevin-Prince Boateng, dessen Bruder Jerome für Deutschland bei der U21-EM spielt, hatte 2006 eine Einladung des ghanaischen Verbandes mit Perspektive auf die Teilnahme an der WM in Deutschland abgelehnt, weil er sich beim DFB durchsetzen wollte.

Diese Chance sieht er nun nicht mehr. "Ich gehe mit dem DFB nicht im Streit auseinander. Es gibt keine negativen Gründe für die Entscheidung", erklärte er: "Ich sehe meine Chancen beim DFB einfach nicht mehr. Das ist alles."

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