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Für Andreas Köpke (l.) ist Robert Enke noch nicht die sichere Nummer eins © getty

Im Kampf um das deutsche Tor kann laut Andreas Köpke "noch sehr viel passieren". Der Kandidaten-Kreis jedoch sei unveränderlich.

München - Nationaltorhüter Robert Enke kann sich ein Jahr vor der WM 2010 in Südafrika seines Status als Nummer eins im deutschen Tor nicht länger sicher sein.

"Das Rennen ist momentan offen", sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke am Freitag am Rande des 2. internationalen Torwartkongresses in München.

"Robert hat gegen Wales sehr gut gespielt und auch die letzten Länderspiele bestritten. Er hat seine Chancen dadurch sicher nicht verschlechtert. Aber es kann ja noch sehr viel passieren. Wir müssen deshalb abwarten, was in den kommenden Monaten geschieht und wollen uns jetzt noch nicht festlegen", ergänzte Köpke.

Auch Adler, Wiese und Neuer haben Chancen

Der Hannoveraner Enke konkurriert laut Köpke mit Rene Adler von Bayer Leverkusen, Tim Wiese (Werder Bremen) und U-21-Nationaltorhüter Manuel Neuer von Schalke 04 um den Platz im deutschen WM-Tor.

"Wir haben uns auf diese vier festgelegt. Nun müssen wir entscheiden, wer bei der WM dabei ist - und wer die WM spielen wird", sagte Köpke.

Bis wann die Entscheidung fallen soll, ließ der frühere DFB-Keeper allerdings offen.

"Wir haben da kein Datum festgelegt. Wenn wir das Gefühl haben, es ist soweit, werden wir es bekanntgeben."

Der Kandidaten-Kreis steht

Köpke schloss jedoch aus, dass sich in der kommenden Saison in der Bundesliga noch ein anderer Torhüter in den Kreis der Kandidaten spielen wird.

"Da muss schon sehr, sehr viel passieren, Verletzungen oder ähnliches, damit sich daran noch etwas ändert", betonte er.

Der Coach will seine vier Kandidaten bereits in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit besuchen, um ihnen seine Vorstellungen zu vermitteln und mit ihnen individuelle Trainingspläne abzusprechen.

Lehmann als Vorbild

Köpke spezifizierte die Anforderungskriterien für die deutsche Nummer eins wie folgt:

"Er muss Fußball spielen können, möglichst mit links und rechts. Er muss ein Spiel lesen können, eine Art Libero spielen, Gegenangriffe einleiten, möglichst Abwürfe haben wie Manuel Neuer, nicht nur den Fünf-, sondern den 16-Meter-Raum beherrschen, eine Persönlichkeit haben und seine Abwehr bis hinein ins Mittelfeld dirigieren können."

Vorbild sei dabei Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann vom VfB Stuttgart, der dieses Torwartspiel "perfekt verkörpert".

Neuers Abwürfe "eine Waffe"

Köpke lobte speziell Neuer.

"Das ist das moderne Torwartspiel", sagte er über die Spielart des Talents, Neuers Abwürfe nannte er "eine Waffe".

Zwar habe Neuer zu Beginn der vergangenen Saison "ein Tal durchlaufen", diese Schwächeperiode aber hinter sich gelassen und auf der Asien-Reise mit der DFB-Auswahl einen guten Eindruck hinterlassen.

Auch dem Bremer Wiese klopfte Köpke verbal auf die Schulter. Der habe "sein Spiel umgestellt und spielt offensiver".

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