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Toni Kroos (M.) wurde 2007 bei der U17-WM 2007 als bester Spieler ausgezeichnet © imago

Mit 18 Jahren gehört Toni Kroos gegen Nordirland erstmals zur U21-Nationalmannschaft. Sein Blick geht aber schon weiter.

München - Toni Kroos könnte noch zwei Altersklassen tiefer spielen, aber einer wie er nimmt auf der Karriereleiter gerne ein paar Sprossen auf einmal.

Das wohl größte Talent im deutschen Fußball gehört am Freitagabend im EM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland (ab 20.15 Uhr LIVESCORES) erstmals zum Kreis der U21-Nationalmannschaft.

Und auch auf dieser Station, da sind sich alle Experten einig, wird sich der 18-Jährige nicht lange aufhalten.

"Bei Bayern startet Toni Kroos bald durch. Das ist nur eine Frage der Zeit. Er wird mal Stammspieler in der Nationalmannschaft", sagt Ottmar Hitzfeld, Kroos' ehemaliger Trainer beim deutschen Rekordmeister und nicht gerade für Traumtänzereien bekannt.

Hoeneß warnt

Da Hitzfeld nicht länger bei den Bayern, sondern in der Schweiz in Lohn und Brot steht, nimmt der Erfolgscoach in Bezug auf Kroos kein Blatt mehr vor den Mund.

Alle Entscheidungsträger, die auf die designierte Nummer 10 der Bayern direkt Einfluss nehmen, sind vorsichtiger: Bloß nicht zu viel Druck, das Supertalent soll sich in aller Ruhe entwickeln können.

Bei Uli Hoeneß klingt das so: Kroos, sagt der Bayern-Manager, "soll nirgendwo hingelobt werden, schon gar nicht in den Himmel".

Sammer zurückhaltend

Auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer übte sich vor Kroos' Premiere im Team von DFB-Trainer Dieter Eilts in Zurückhaltung.

"Toni ist zum ersten Mal bei der U21. Daher erwarten wir von ihm keine Wunderdinge", sagte der Europameister von 1996.

Vergleich mit Marin

Kroos selbst redet immer mehr Klartext. Stammspieler bei den Bayern wolle er werden, sagt er, und er sei sich sicher, dass er "vom rein Fußballerischen" sein Ziel erreichen könne.

Seine Stärken sieht er im Torschuss, den Standards, im Passspiel und Dribbling. Verbessern kann er sich nach eigener Überzeugung noch im Kopfballspiel und der Defensivarbeit.

Dennoch: Der Blick auf die A-Nationalmannschaft ist für ihn kein Tabu. "Ich weiß, dass ich das Gleiche wie Marko Marin spielen kann", sagt Kroos.

Kroos lobt Klinsmann

Seinen neuen Trainer Jürgen Klinsmann sieht der offensive Mittelfeldspieler durchweg positiv.

"Seine Methoden sind besonders gut für junge Spieler, um sich weiterzuentwickeln. Bei ihm hat man das Gefühl, dass er auf die jungen Spieler setzt", meint Kroos und verbindet sein Lob mit leichter Kritik an Hitzfeld: "Er ist motivierender, frischer und voll dabei, was bei Hitzfeld zuletzt nicht mehr so der Fall war."

"Behutsam aufbauen"

Klinsmann ließ Kroos im ersten Bundesligaspiel seiner Amtszeit bei den Bayern gegen den Hamburger SV (2:2) 90 Minuten durchspielen, ebenso im DFB-Pokal bei Rot-Weiß Erfurt (4:3).

Hochjubeln will ihn der Ex-Bundestrainer freilich nicht: "Schritt für Schritt soll er in seiner noch sehr jungen Karriere nach vorne kommen", meint der Bayern-Coach.

"Das Talent ist da. Er weiß, woran er arbeiten muss. Er wird behutsam aufgebaut."

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