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Serdar Tasci (r.) feierte in Nürnberg gegen Belgien sein Länderspieldebüt © getty

Vor dem Auftakt in die WM-Qualifikation am Samstag in Vaduz gegen Liechtenstein droht einem prominenten Verteidiger ein Platz auf der Bank.

Vom DFB-Team berichtetMartin van de Flierdt

Oberhaching ? Vom Papier her könnte der Auftaktgegner der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation kaum leichter sein.

Im Rheinpark-Stadion von Vaduz soll am Samstag (ab 20.15 Uhr LIVE ) Liechtenstein, der 130. der aktuellen FIFA-Weltrangliste, als Lieferant der ersten drei Punkte dienen.

"Wir gehen das Spiel ganz straight an", kündigte Hansi Flick am Freitag an. "Wir haben uns noch einmal intensiv mit Liechtenstein beschäftigt. Ein guter Start in die Qualifikation ist wichtig, um gestärkt zum zweiten Spiel gegen Finnland nach Helsinki reisen zu können."

Man müsse Liechtenstein nicht stark reden, räumte der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw ein. Es gelte aber doch im Hinterkopf haben, dass die Auswahl des Fürstentums in der abgelaufenen EM-Qualifikation nur 0:2 gegen den späteren Europameister Spanien verloren hat.

Gegen Island (3:0) und Lettland (1:0) landeten die Liechtensteiner sogar zwei Siege. Im Vorfeld der WM 2006 hatten sie beim folgenden WM-Vierten Portugal auch nur mit 1:2 verloren.

"Ich erwarte, dass die Liechtensteiner kompakt stehen und aggressiv dagegenzuhalten versuchen", meinte Flick. "Wir werden versuchen, das Spiel früh für uns zu entscheiden."

Metzelder wohl auf der Bank

Diese Aufgabe wird das DFB-Team erwartungsgemäß mit dem Hannoveraner Robert Enke im Tor angehen. In der Innenverteidigung deutet einiges darauf hin, dass Christoph Metzelder vorerst auf der Bank Platz nehmen muss. Heiko Westermann hat sich durch starke Leistungen in der Saisonanfangsphase aufgedrängt.

Den zweiten Platz im Abwehrzentrum hat Flick gar schon öffentlich vergeben. "Serdar Tasci wird spielen", kündigte er den Einsatz des jungen Stuttgarters an, der im Testspiel gegen Belgien (2:0) debütiert hatte.

Dort habe der Sohn türkischer Gastarbeiter "ein sehr gutes Spiel gemacht" und zudem auch in der Bundesliga überzeugt, begründete Flick diese Personalmaßnahme.

Perspektivkader als Sprungbrett

"Seit der WM 2006 haben wir einen Perspektivkader von 45 bis 55 Spielern, die wir regelmäßig beobachtet haben. Wir freuen uns, dass Serdar Tasci den Sprung von dort in die Nationalmannschaft geschafft hat", meinte Löws Assistent.

Metzelder hatte im Sport1-Interview noch erklärt, dass es "an mir keine Zweifel gibt, wenn ich gesund bin". Flick sieht den Ex-Dortmunder in Diensten von Real Madrid auch nicht ins zweite Glied zurückversetzt.

"Die Zeiten haben sich geändert", meinte er. "Heutzutage gehören 16 bis 18 Spieler zur Stammformation einer Mannschaft. Wir sind froh, auswählen zu können." Das Mittelfeld wird in Vaduz in der identischen Besetzung beginnen wie zuletzt in Nürnberg gegen Belgien.

Trochowski bleibt in der Mannschaft

Der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes aus Leverkusen vertreten erneut die verletzten Michael Ballack und Torsten Frings. Piotr Trochowski und Bastian Schweinsteiger übernehmen die offensiveren Positionen.

"Für Piotr ist die EM positiv verlaufen, er hat deutlich an Selbstvertrauen gewonnen", lobte Flick den Hamburger. "Wir wollen von ihm sehen, dass er zügig zum Tor geht, den Abschluss sucht oder Tore vorbereitet. Das hat er zuletzt sehr gut umgesetzt."

Vor Schweinsteiger, der zunehmend Verantwortung in der Auswahl übernehmen soll und will, kämpfen fünf Angreifer um zwei Plätze. Miroslav Klose würde bei seinem 83. Länderspiel als Kapitän auflaufen.

Lukas Podolski, Mario Gomez und der Leverkusener Patrick Helmes, der immer näher an die Etablierten heranrückt, kämpfen um den zweiten Posten in vorderster Front. Da auch Kevin Kuranyi nach Rückenbeschwerden wieder zur Verfügung steht, muss die sportliche Leitung "zwischen fünf Stürmern mit enormer Qualität" wählen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Liechtenstein: Jehle - Oehrl, Stocklasa, Gerster, Burgmeier - Ritzberger, Martin Büchel, Polverino, Rohrer - Fischer, Frick

Deutschland: Enke - Fritz (Jansen), Tasci, Westermann, Lahm - Schweinsteiger, Hitzlsperger, Rolfes, Trochowski - Klose, Podolski (Gomez)

Schiedsrichter: Pereira Gomes (Portugal)

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