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Hans-Peter Zaugg ist seit 2006 Liechtensteiner Nationaltrainer © imago

Nach zwei Klatschen gegen Deutschland prophezeit Liechtensteins Verbandspräsident dieses Mal nur einen knappen DFB-Sieg.

Vaduz - Wenn Fußball-Zwerg Liechtenstein beim Start in die WM-Qualifikation am Samstag in Vaduz gegen Deutschland (ab 20.15 Uhr LIVE) die erwartete Niederlage einstecken muss, liegt es sicher nicht am unzureichenden Wissen über die Stärken des Gegners.

Schließlich hat Trainer Hans-Peter Zaugg, den im Fürstentum alle nur "Bidu" nennen, die DFB-Auswahl schon als Kind beobachtet.

"Als ich klein war, wurden im Fernsehen nur die Spiele der deutschen Nationalmannschaft übertragen. Das waren also die einzigen Spiele, die ich verfolgen konnte. Aus diesem Grund habe ich zu Deutschland einen näheren Bezug als zu anderen Ländern - natürlich abgesehen von der Schweiz", erklärte der 55 Jahre alte Eidgenosse, der im Dezember 2006 seinen Landsmann und früheren Ulmer Bundesliga-Trainer Martin Andermatt abgelöst hat.

Gute Erinnerungen an Deutschland

Sein Wissen über die DFB-Auswahl hat Zaugg, der bekennender Fan von Bundesligist 1. FC Köln ist, in der Vergangenheit schon gewinnbringend eingesetzt.

Während seiner neun Monate dauernden Amtszeit als Interimscoach der Schweizer "Nati" trotzte er den Deutschen ein 1:1 im April 2000 in Kaiserslautern ab.

Zaugg gibt sich allerdings nicht der Illusion hin, dass seine Mannschaft aus dem rund 35.000 Einwohner zählenden Zwergstaat einen ähnlichen Erfolg feiern werden.

"Als Trainer hofft man zwar immer auf eine Überraschung, aber wir müssen schon realistisch bleiben. Deutschland ist ein Topteam, deshalb ist unser Fokus bereits auf das Spiel am 10. September in Baku gegen Aserbaidschan gerichtet. Dort haben wir größere Chancen, etwas zu erreichen", meinte der Ex-Profi von Xamax Neuchatel.

Zaugg hat "großen Spaß"

Für Zaugg, der als Trainer von Grasshopper Zürich sogar Schweizer Meister wurde, wäre es bereits ein Erfolg, wenn "meine Jungs an ihre Grenzen gehen".

Auch die Ausfälle von Michael Ballack und Torsten Frings stimmen Zaugg, dessen Auswahl in den bisherigen zwei Partien gegen Deutschland zweimal knapp einer zweistelligen Pleite (2:8, 1:9) entgangen ist, nicht zuversichtlicher.

"Die Deutschen haben ein Riesenpotenzial. Selbst wenn der eine oder andere Spieler ausfällt, können sie stets ein starkes Team auf den Platz schicken", sagte Zaugg, der sein Amt mit großer Begeisterung ausübt: "Es macht mir großen Spaß, denn die Charaktere der Spieler sind sehr unterschiedlich und vielfälltig".

Erster Sieg vor 10 Jahren

Doch nicht nur die Charakter-Eigenschaften der Zaugg-Schützlinge sind unterschiedlich, auch auf dem Platz zeigen sie zwei Gesichter.

Das Team, das bisher dreimal zur Mannschaft des Jahres in Liechtenstein gewählt wurde, ist für positive wie auch für negative Überraschungen gut.

So schaffte die Liechtensteiner Auswahl, die seit dem Jahr 1982 offizielle Länderspiele bestreitet und im Oktober 1998 ihren ersten Sieg feierte (2:1 gegen Aserbaidschan), im Oktober 2004 ein sensationelles 2:2 in der WM-Qualifikation gegen Portugal.

Zudem holte das Team in der Qualifikation für die EM 2008 immerhin sieben Punkte aus zwölf Spielen.

"Knapper Sieg für Deutschland"

"Wir sind nah dran an der europäischen Mittelklasse", glaubt Verbandspräsident Reinhard Walser.

Der Glaube wird aber immer wieder durch blamable Ergebnisse wie etwa zuletzt durch das 1:7 gegen Malta erschüttert.

Gegen Deutschland hofft Walser auf ein respektables Abschneiden - er prophezeit einen "knappen Sieg" für die DFB-Elf.

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