Der Erfolg der deutschen U 21 bei der EM in Schweden hat viele Väter. Diese dürfen sich zurecht auf die Schulter klopfen lassen.

Sie mussten viel Geduld haben beim DFB, bis die Saat aufgegangen war.

Zwischen 1992 und 2008 konnte kein deutsches Junioren-Team der Männer einen Titel mit nach Hause bringen.

Aber erst nach dem EM-Debakel der A-Nationalmannschaft 2000 mit dem Vorrunden-Aus in Belgien und den Niederlanden reagierte der Verband und investierte kräftig in den Nachwuchs.

Jetzt, knapp neun Jahre später, ist Deutschland auf dem europäischen Gipfel angekommen. Durch den Titelgewinn der U 21 hält der DFB gleichzeitig die EM-Titel bei der U 17, der U 19 und der U 21. Dazu kommt noch der dritte Platz der U 17 bei der WM 2007.

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Für diesen Erfolg dürfen sie sich beim DFB, der ja oft für seine Schwerfälligkeit und seine angebliche Resistenz gegen Modernisierungsbestrebungen kritisiert wird, zu recht auf die Schulter klopfen lassen.

Der dominante Auftritt von Horst Hrubeschs U 21 im Finale gegen England ist der Lohn für die Maßnahmen die unter dem Nachwuchskoordinator Michal Skibbe 2000 auf den Weg gebracht wurden - es ist aber auch der Lohn für die Bundesliga-Klubs.

Diese ließen sich vom DFB ? wenn auch teils widerwillig ? auf eine Linie einschwören. Nachwuchs-Leistungszentren wurden aufgebaut und dadurch bei einigen Vereinen (etwa in Stuttgart oder bei Hertha BSC) eine Vielzahl von talentierten Jugendspielern in den Profi-Bereich geführt.

Und letztlich darf sich auch der streitbare Matthias Sammer sein Stück vom Lob abholen. Seit drei Jahren ist er als Sportdirektor für die Koordination im Junioren-Bereich zuständig, seitdem ist der Erfolg da.

Nicht nur, aber auch, weil Sammer es sich zur Aufgabe gemacht hat, den jungen Spielern das "Sieger-Gen" einzupflanzen. Schon im Vorfeld der jeweiligen Europameisterschaften gab er den Titel als Ziel aus.

Mit "Euro-Horst" Hrubesch hat er bei U 19 und U 21 einen Trainer zur Verfügung gehabt, der es schaffte, diese Forderung nicht als Druck, sondern als Ansporn an seine Jungs weiterzugeben.

Und so stehen sie nun da, die vielen Gärtner des deutschen Junioren-Erfolgs und hoffen, dass die so sorgsam gezüchteten Talente auch in der Nationalelf von Joachim Löw zur vollen Blüte aufgehen.

Denn auch schon U-21-Kapitän Sami Khedira wies nach dem Finale von Malmö darauf hin:

"Was wirklich zählt, sind Titel mit dem A-Team. Am besten schon 2010 bei der WM in Südafrika."

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