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Manuel Neuer erreichte mit Schalke 2008 das Viertelfinale der Champions League © getty

Die Euphorie um die U-21-Europameister ist nach dem Final-Triumph gegen England groß. Doch wen sieht man bei der WM 2010 wieder?

Von Matthias Becker

München/Malmö - Von Matthias Sammer war am Montagabend in Malmö fast nichts zu sehen.

Bei den Feierlichkeiten zum deutschen 4:0 (1:0)-Triumph bei der U-21-EM gegen England hielt sich der DFB-Sportdirektor im Hintergrund. 123834(DIASHOW: Die Bilder des Finales)

Und auch in den Reaktionen auf den ersten Titelgewinn des DFB in dieser Altersklasse war von Sammer nichts zu hören.

Dabei konnte er sich durch den großen Erfolg des Teams von Horst Hrubesch doch in seiner innersten Überzeugung bestätigt sehen. (zum Spielbericht)

Sammers Selbstbewusstsein berechtigt

"Wir wollen das Turnier gewinnen. Das gilt für alle Auswahlmannschaften des DFB", hatte Sammer schon vor EM-Beginn der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt und erklärt, weshalb der Verband der Junioren-Auswahl so große Bedeutung beimisst:

"Die Gier nach Titeln ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Entwicklung." Durch den Fokus auf Erfolge im Juniorenbereich solle bei den Spielern der Hunger nach Titeln geweckt werden, so Sammer weiter:

"Sie werden diese Siegermentalität leben".

Khedira: "Einige von uns werden dabei sein"

Darauf setzt auch Bundestrainer Joachim Löw. Das Ziel aller Bemühungen im Juniorenbereich ist schließlich klar: Titelgewinne mit der A-Nationalmannschaft.

Und das ist auch den U-21-Europameistern klar. "Das was wirklich zählt, sind Titel mit dem A-Team. Am besten schon 2010 bei der WM in Südafrika", erklärte U-21-Kapitän ami Khedira: "Einige von uns werden ja dabei sein."

Hrubesch und Löw bremsen Erwartungen

Doch welcher der U-21-Helden schafft tatsächlich den Sprung in den WM-Kader von Löw? Der Bundestrainer hält sich bei aller Euphorie über den EM-Titel eher bedeckt.

"Sie brauchen sicher noch ein bisschen, bis sie bei A-Team entscheidende Rollen spielen können", sagte er. Auch wenn es, "individuell die beste Mannschaft seit langem gewesen sei".

Auch Hrubesch bremste die Erwartungen, seine Schützlinge könnten auch die internationale Bühne der Senioren im Sturm erobern: "Die WM kommt für einige sicher noch zu früh."

Lob für Özil

Für wen sie aber genau richtig kommen könnte, ließ Löw in seinen Lobreden auf die Europameister deutlich durchblicken.

"Wenn Mesut sein Potenzial ausschöpft, ist er einfach genial. An solch guten Tagen tut er Dinge, die nur wenige Spieler können", sagte der Bundestrainer über Final-Matchwinner Özil. (EINZELKRITIK: Özil Matchwinner, Castro bissig)

Löw schwärmt von Neuer

Und auch Halbfinal-Held Manuel Neuer bekam ein Extra-Lob von Löw - und gute aussichten auf einen der drei Torhüter-Plätze für Südafrika: ""Wir stellen keine Rangfolge auf, aber Manuel gehört die Zukunft. Er hat schon bei seinem Debüt bei der Asienreise super gehalten. Und was er bei diesem Turnier gehalten hat war phänomenal."

Zudem sei Neuer eine starke Persönlichkeit. "Er strahlt Ruhe und Kraft aus und das überträgt sich auf die ganze Mannschaft", erklärte Löw weiter.

Es müsste angesichts solch großer Wertschätzung schon einiges passieren, damit Neuer nicht zum WM-Kader gehört. Spielt er eine starke Saison bei Schalke 04 winkt vielleicht sogar die Nummer eins schon in Südafrika.

Schwere Aufgabe für Khedira

Aber sonst? Außer Neuer und Özil haben auch schon Andreas Beck, Marko Marin und Gonzalo Castro Erfahrung im A-Team gesammelt. Khedira wurde zumindest schon nominiert, musste dann aber verletzt absagen.

Gerade für Khedira dürfte es schwer werden, an den Platzhirschen Michael Ballack, Simon Rolfes, Thomas Hitzlsperger oder Torsten Frings im defensiven Mittelfeld vorbeizukommen.

Bessere Chancen haben da schon Castro oder Beck, die beide die chronische Problemposition rechts in der Viererkette abdecken können.

Höwedes und Boateng auf dem Zettel

Aber vielleicht schaffen es am Ende doch noch zwei Spieler zu Löw, die in Schweden mit dafür sorgten, dass das DFB-Team nur ein Gegentor kassierte: Die Innenverteidiger Benedikt Höwedes und Jerome Boateng.

"In der Verteidigung habe man neben Per Mertesacker "Arne Friedrich, Heiko Westermann, Serdar Tasci, Höwedes oder Boateng. Und auch Mats Hummels kann das spielen", zählt Löw auf.

Eine Menge Auswahl mit großem Talent. Auch wenn es vielleicht erst 2012 auf der großen Bühne zum Vorschein kommt.

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