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Robert Enke debütierte im März 2007 beim 0:1 gegen Dänemark © imago

Robert Enke steht am Samstag erstmals bei einem Pflichtspiel im Tor des DFB-Teams: Die große Chance, seinen Status zu untermauern.

Vom DFB-Team berichtetMartin van de Flierdt

Oberhaching ? Für Robert Enke ist das Länderspiel der deutschen Auswahl am Samstag in Vaduz gegen Liechtenstein (ab 20.15 Uhr LIVE) ein besonderes.

Trotz des ? bei allem Respekt ? namenlosen Gegners. "Bislang habe ich nur in zwei Freundschaftsspielen im deutschen Tor gestanden", sagt der Hannoveraner. "Ein Qualifikationsspiel hat eine höhere Bedeutung, das ist schon etwas anderes."

Vor vier, fünf Jahren, erinnert sich der Schlussmann, habe er nicht mehr damit rechnen können, irgendwann die deutsche Nummer eins zu werden: "Damals saß ich in Teneriffa in der zweiten spanischen Liga nur auf der Bank."

Dann holte ihn Ewald Lienen in die Bundesliga zurück, und Enke entwickelte sich bei 96 zu einem der konstantesten Torhüter des Landes. Seine unspektakuläre Spielweise trug allerdings dazu bei, dass Enkes Leistungsniveau in vielen Medien nur unzureichend gewürdigt wurde.

"Teilweise genießen andere Torhüter bei größeren Klubs eine andere Wahrnehmung und einen höheren Stellenwert", stellt der 31-Jährige nüchtern fest. So emotionslos hat er diesen Umstand lange Zeit nicht gesehen.

"Als vor der EM die Torhüterdiskussion geführt wurde, wer die Nummer zwei werden und nach dem Turnier als Nachfolger von Jens Lehmann in Betracht kommen sollte, haben viele so genannte Experten meinen Namen in ihren Kolumnen weggelassen oder nur am Rande erwähnt", hat Enke nicht vergessen. "Das ärgert einen am Anfang."

"Entscheidende Leute setzen auf mich"

Nun sei für ihn nun aber nur wichtig, "dass die entscheidenden Leute im Moment auf mich setzen". Die Trainer der Nationalmannschaft gingen ihren eigenen Weg und sähen ausschließlich die Leistung, die er gebracht habe.

"Wir haben Robert über sechs Wochen genau beobachtet und waren von ihm begeistert", sagte Hansi Flick, der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw. "Er hat gegen Belgien ein gutes Spiel gezeigt. Deshalb war es keine Frage, dass er auch gegen Liechtenstein im Tor steht."

Enke ist sich dessen durchaus bewusst, dass seine Position als Torhüter von Löws Gnaden alles andere als manifestiert ist: "Ich weiß, dass vor allem Rene Adler und Manuel Neuer in den Planungen eine Rolle spielen. Deshalb muss ich, immer aufmerksam und zu 100 Prozent konzentriert zu sein, um keine Schwäche zu zeigen."

Ehrgeizig, aber nicht verkrampft

Bei allem Ehrgeiz gelte es zudem, die nötige Lockerheit nicht zu verlieren. "Gelingt mir das, stehen die Chancen gut, dass der Bundestrainer vor den nächsten Qualifikationsspielen keinen Anlass sieht, im Tor einen Wechsel vorzunehmen", glaubt Enke.

Für die Partien in Liechtenstein und Finnland hat er sich zum Ziel gesetzt, zweimal zu null zu spielen: "Daran werde ich alles setzen." So bereitet er sich auf die Eigenheiten der Liechtensteiner Standards per DVD-Studium vor.

"Auch gegen diesen Gegner wird es Situationen geben, in denen ich da sein muss", ist Enke sicher. "Deshalb wäre es ein Riesenfehler, irgendetwas in der Vorbereitung auf dieses Spiel anders zu machen, als wenn es gegen einen so genannten großen Gegner ginge."

Diesbezüglich ist die Partie in Vaduz für Enke also doch keine besondere, sondern ein Spiel wie jedes andere.

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