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Trifft in der Nationalmannschaft nahezu nach Belieben: Lukas Podolski (l.) © getty

Start nach Maß in die WM-Quali: Gegen Liechtenstein macht die DFB-Elf das halbe Dutzend voll, nach oben bleibt aber noch Luft.

Aus Vaduz berichtet Martin Volkmar

Vaduz - Dank Lukas Podolski und einer Leistungssteigerung nach der Pause hat die deutsche Nationalmannschaft einen gelungenen Start in die Qualifikation zur WM 2010 hingelegt.

Mit seinen Länderspieltreffern 29 und 30 (21., 48.) brachte der Bayern-Reservist die DFB-Auswahl gegen Fußball-Zwerg Liechtenstein auf die Siegesstraße.

Podolski gab damit die passende Antwort auf die anhaltenden Diskussionen um seine Zukunft in München, die am Samstag durch Berichte über ein angebliches Interesse von Real Madrid weiter angefacht worden waren.

Simon Rolfes (65.), Bastian Schweinsteiger (66.), Thomas Hitzlsperger (76.) und Heiko Westermann (86.) sorgten gegen die in der zweiten Hälfte stark abbauenden Gastgeber für den standesgemäßen 6:0 (1:0)-Erfolg.

Erfolgreiches 30. Spiel als Bundestrainer für Löw

Für Joachim Löw war in seinem 30. Länderspiel als Bundestrainer bereits der 22. Sieg, mit dem Deutschland zunächst die Tabellenführung in der Gruppe 4 übernahm.

Allerdings tat sich der Vize-Europameister in der ersten Hälfte sehr schwer gegen den aufopferungsvoll kämpfenden 130. der Weltrangliste, weil vor allem im Spiel nach vorne häufig zu ideenlos agiert wurde.

Am Mittwoch im zweiten Qualifikationsspiel in Finnland ist daher eine Leistungssteigerung nötig, um diesen ersten Härtetest ebenfalls erfolgreich zu bestehen.

Pokal-Atmosphäre bei strömendem Regen

Gegen Liechtenstein erinnerte bei strömendem Regen vieles an ein Pokal-Duell zwischen David und Goliath.

Von der Atmosphäre auf den Rängen im kleinen, aber mit 7842 Zuschauern ausverkauften Vaduzer Rheinpark bis zu den schon oft gesehenen Schwierigkeiten des Favoriten, seine nominelle Überlegenheit auszuspielen.

Löw hatte derselben Startelf das Vertrauen geschenkt wie beim 2:0 gegen Belgien Mitte August.

Und Piotr Trochowski hätte die Vorschusslorbeeren des Trainerstabs beinahe schon nach vier Minuten bestätigt, scheiterte aber freistehend am Gästekeeper Peter Jehle.

Wer allerdings dachte, so würde es weitergehen, sah sich getäuscht. Die überraschend laufstarken Gastgeber machten geschickt die Räume eng, was ihnen durch das zu statische deutsche Offensivspiel aber auch recht leicht gemacht wurde.

Zwar ging von den Liechtensteinern kaum Gefahr aus, aber die abgefangenen Bälle wurden entweder in die Breite gespielt oder verfingen sich schnell wieder in der dichten Deckung der Platzherren.

Zu selten über außen, zu wenig Tempo

Viel zu selten wurde über außen gespielt und insgesamt zu wenig Tempo aufgenommen. Entsprechend hatte die DFB-Elf ihre besten Szenen, wenn schnell gespielt wurde.

Zunächst scheiterte Schweinsteiger von halbrechts am guten Keeper Jehle (12.), ehe Podolski dann nach schönem Pass von Trochowski zur Führung traf (21.).

Doch auch nach dem 1:0 blieben die deutschen Bemühungen ideenlos, so dass die Stürmer meist in der Luft hingen. Vor allem Miroslav Klose, im 82. Länderspiel Kapitän für den verletzten Michael Ballack, war erneut kaum zu sehen und wurde nach 64 Minuten gegen Mario Gomez ausgetauscht.

Klose scheitert kläglich

Bei seiner einzig nennenswerten Aktion scheiterte Klose zudem kläglich, als er nach Vorlage von Podolski völlig freistehend aus rund 15 Metern knapp zwei Meter am Tor vorbei schoss.

Danach gelangen noch zwei gute Angriffe, doch Podolski scheiterte erneut an Jehle (40.) und Schweinsteiger schoss aus kurzer Distanz am Tor vorbei (44.).

Schnelle Entscheidung nach der Pause

Dennoch ließ Löw das Team zunächst unverändert und wurde dafür schon nach drei Minuten belohnt: Nach Trochowski-Pass war es erneut Podolski, der auf halblinks cool blieb und zum 2:0 einschoss.

Danach bauten die Liechtensteiner ab und Podolski, der knapp übers Tor schoss (49.), sowie Hitzlsperger, der an Jehle scheiterte (52.), verpassten zunächst die Vorentscheidung.

Dann aber erzielte Rolfes unbedrängt nach einem Eckstoß seinen ersten Länderspieltreffer (65.) und unmittelbar darauf lupfte Schweinsteiger den Ball über Jehle zum 4:0 ins Tor (66.).

Zehn Minuten später traf Hitzlsperger mit schönem Freistoß aus rund 18 Metern zum 5:0 und Westermann sorgte nach einer Ecke per Kopf mit seinem ebenfalls ersten Länderspieltor für den Endstand (86.).

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