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Hitzlsperger (l.) absoliverte gegen Liechtenstein sein 40. Länderspiel © imago

Bei Sport1 spricht Thomas Hitzlsperger über die neue Hierarchie im DFB-Team, seine Rolle und die Vorstellung von Lukas Podolski.

Aus Vaduz berichtet Martin Volkmar

Vaduz - Der Gegner war sicher kein Maßstab, doch einige Dinge dürften Joachim Löw beim 6:0 zum Auftakt der WM-Qualifikation in Liechtenstein erfreut haben.

Neben der guten Leistung von Doppel-Torschütze Lukas Podolski konnte der Bundestrainer vor allem mit seiner neu formierten zentralen Achse zufrieden sein.

Sowohl das Innenverteidiger-Duo Heiko Westermann / Serdar Tasci als auch Simon Rolfes und Thomas Hitzlsperger im Mittelfeld ersetzen die fehlenden Stammkräfte der WM und EM um den verletzten Michael Ballack recht souverän.

Vor allem Hitzlsperger rückt immer mehr in den Blickpunkt, nachdem er öffentlich zum Konkurrenzkampf gegen die etablierten DFB-Stars aufgerufen hatte.

Den Worten folgen Taten

In Liechtenstein ließ der 26-Jährige vom VfB Stuttgart den Worten Taten folgen und zeigte ein gutes 40. Länderspiel, das er mit seinem Treffer zum 5:0 krönte.

Nach der Partie sprach Sport1.de mit Hitzlsperger über die neue Situation im deutschen Team, seine veränderte Rolle und die Vorstellung von Lukas Podolski.

Sport1: Wie bewerten Sie den Start in die WM-Qualifikation?

Thomas Hitzlsperger: Wir haben den Gegner trotz unserer Favoritenrolle nicht unterschätzt sind mit einer guten Einstellung ins Spiel gegangen. Das haben wir über 90 Minuten durchgezogen und deshalb auch in der Höhe verdient gewonnen.

Sport1: Wie sehen Sie Ihre eigene Leistung im 40. Länderspiel?

Hitzlsperger: Ich bin schon zufrieden. 6:0 in Liechtenstein ist ein gutes Ergebnis und ein Tor habe ich auch gemacht, von daher war es ein guter Abend.

Sport1: Allerdings hat sich die deutsche Mannschaft in der ersten Halbzeit etwas schwer getan. Warum?

Hitzlsperger: Gerade zu Beginn läuft so ein Gegner jedem Ball hinterher, zudem sind die Liechtensteiner sehr eng gestanden. Da ist es immer schwer, durchzukommen. Aber wir haben es immer wieder versucht. Und dann wird der Gegner irgendwann müde und es entstehen mehr Räume. So war es in der zweiten Halbzeit und das haben wir dann ja genutzt.

Sport1: Die Mannschaft ist nach der EM jetzt zweimal in der gleichen Startformation ohne Michael Ballack und Torsten Frings aufgelaufen. Wie sehen Sie die Situation?

Hitzlsperger: Positiv: Wir haben beide Spiele gewonnen und kein Gegentor kassiert. Aber es kommen sicherlich noch stärkere Gegner. Da wird man sehen, wie es dann funktioniert. Bisher läuft es aber ganz gut und das wollen wir auch in Finnland fortsetzen.

Sport1: Sehen Sie einen Umbruch im Team?

Hitzlsperger: Es ist keine deutlich veränderte Mannschaft, denn viele Spieler waren auch bei der EM dabei. Natürlich fehlen im Moment einige Spieler, aber die Nachrücker haben auch einen guten Job gemacht.

Sport1: Wie beurteilen Sie Ihre Rolle im Team, übernehmen Sie mehr Verantwortung?

Hitzlperger: Das ist zwangsläufig so. Das verlangt der Bundestrainer auch von mir, da ich nun seit vier Jahren dabei bin und schon zu den erfahreneren Spielern gehöre. Man wächst in so eine Rolle hinein, beim VfB Stuttgart ist es ähnlich. Mich freut es, dass es sich so entwickelt hat und ich diese Chance jetzt bekomme. Diese Herausforderung nehme ich an.

Sport1: Sie wollen die etablierten Kräfte im Mittelfeld verdrängen?

Hitzlsperger: Konkurrenzkampf ist wahrscheinlich für alle das Beste, vor allem für den Trainer. Bei uns haben sich viele Spieler weiterentwickelt und das soll mit Blick auf die WM 2010 auch so weitergehen. Den Anspruch zu spielen sollte jeder bei uns haben und das auch sagen dürfen.

Sport1: Auch Lukas Podolski hat diesen Anspruch. Wie bewerten Sie seine Vorstellung?

Hitzlsperger: Das ist natürlich sehr erfreulich für ihn, dass er zwei Tore gemacht und ein gutes Spiel gezeigt hat. Man merkt ihm an, welche Freude er bei uns hat und dann glückt ihm auch das ein oder andere Tor. Er ist sehr beliebt im Mannschaftskreis, deshalb versuchen wir, ihm zu helfen. Und er gibt auch jede Menge zurück.

Sport1: Was erwarten Sie vom Spiel in Finnland?

Hitzlsperger: Ich will Liechtenstein nicht schlecht reden, die haben eine gute Leistung gezeigt. Aber Finnland wird natürlich stärker sein und versuchen, uns ein Bein zu stellen. Wir haben sicherlich noch ein paar Fehler gemacht, aber wir hatten die richtige Einstellung. Wenn wir das am Mittwoch beibehalten, werden wir auch in Finnland ein gutes Ergebnis erzielen.

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