Im Nationalteam top, bei Bayern flop. Dank Podolski hat die DFB-Elf gegen Gegner wie Liechtenstein keine Probleme mehr.

Auf den Tag genau fünf Jahre lag Rudi Völlers legendäre Mist-und-Käse-Wutrede am Samstag zurück.

Am 6. September 2003 redete sich der damalige Teamchef wie nie zuvor in Rage und attackierte heftig die Kritiker, nachdem sein Team gerade ein peinliches 0:0 in Island errumpelt hatte.

Der Auftritt macht Völler noch populärer, die deutsche Mannschaft aber keineswegs besser - im Gegenteil: Zehn Monate später trat Völler nach dem EM-Vorrundenaus zurück.

Der aktuelle Auftritt in Liechtenstein hat gezeigt, dass die DFB-Elf heutzutage keine größeren Probleme mehr gegen die Kleinen hat.

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Das lag nicht zum ersten Mal an Lukas Podolski, der das Team mit seinen beiden Treffern gegen den zunächst aufopferungsvoll dagegenhaltenden Außenseiter auf die Siegerstraße schoss.

Schon bei der WM 2006, als er zum besten Nachwuchsspieler vor Cristiano Ronaldo und Leo Messi gewählt wurde, und bei der EM 2008 hatte "Poldi" maßgeblichen Anteil an den deutschen Erfolgen.

Umso merkwürdiger muss es gerade für internationale Beobachter sein, dass er beim FC Bayern seit mehr als zwei Jahren nicht über die Rolle des Bankdrückers hinauskommt.

Dabei ist die Erklärung simpel: Nur wenn Podolski sich wohl fühlt und das absolute Vertrauen der sportlichen Leitung spürt, kann er sein enormes Potenzial abrufen.

Entweder kann oder will man ihm das beim FC Bayern nicht bieten. Dann aber sollte man auch die Konsequenzen ziehen und Podolski gehen lassen.

Noch bleibt ihm die Hinrunde, die Kritiker vor allem im eigenen Verein eines Besseren zu belehren.

Ansonsten droht auch der DFB-Auswahl ein Problem, denn Spielpraxis allein im Nationaltrikot dürfte auf Dauer nicht reichen.

Und dann blieben am Ende nur Verlierer. Und im schlimmsten Fall wäre keiner da, der die deutsche Mannschaft gegen einen Außenseiter auf die Siegerstraße schießen würde. So wie vor fünf Jahren.

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