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Untröstlich: Der Frust bei Michael Ballack (l.) nach dem EM-Finale saß tief © getty

In den Streit zwischen Bierhoff und Ballack mischt sich nun auch der "Kaiser" ein und verlangt von den Beteiligten Besonnenheit.

München - Franz Beckenbauer hat im Streit zwischen Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack und Manager Oliver Bierhoff ein Eingreifen des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger gefordert.

"Mein Vorschlag: Dr. Zwanziger beruft einen Friedensgipfel unter seinem Vorsitz ein", schrieb der Präsident des FC Bayern München in seiner "Bild"-Kolumne.

Auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Bundestrainer Joachim Löw sollten mit am Tisch sitzen, meinte Beckenbauer einen Tag vor dem WM-Qualifikationsspiel des Vize-Europameisters am Mittwoch (ab 19.05 Uhr LIVE) in Helsinki gegen Finnland.

Zwanziger will kein Machtwort sprechen

Zwanziger wies die Forderung allerdings umgehend zurück. "Dieses Thema sollte auf der sportlichen Ebene geklärt werden. Ich sehe von meiner Seite keinen weiteren Handlungsbedarf, denn dieses Trio braucht kein Machtwort", sagte der DFB-Boss

Er habe "mit den beteiligten Personen beratend" gesprochen , für ihn sei die Angelegenheit damit zunächst erledigt.

Der 63-Jährige vertraut darauf, "dass diese drei Persönlichkeiten, die in der Vergangenheit viel für den deutschen Fußball geleistet haben, den Konflikt persönlich lösen werden".

Einig sei er sich mit Beckenbauer darüber, dass im Gegensatz zur öffentlichen Darstellung der vergangenen Tage glaubwürdig versichert werde, dass sowohl Bierhoff als auch Ballack und Löw mit Blick auf die WM 2010 an einem Strang ziehen.

Löw: "Für uns kein Thema"

"In dieser Beziehung bin ich aber in gar keiner Weise aufgeregt, weil ich den betroffenen Personen vertraue", sagte der DFB-Präsident.

Der Bundestrainer kochte das Thema kurz vor dem Match bei den Finnen bewusst herunter. "Für mich ist das seit vergangenen Donnerstag überhaupt kein Thema mehr, und ich versichere, auch nicht für die Mannschaft. Unsere Konzentration gilt nur dem Finnland-Spiel", erklärte Löw.

"Kaiser" fordert rasches Ende

Beckenbauer hatte vehement ein Ende des Streits gefordert.

"Es ist geradezu tödlich, wenn die Sache immer weiter schwelt. Solche Unstimmigkeiten - ob unterschwellig wie zuletzt mit Sticheleien oder offen wie nach dem EM-Finale - kann sich die Nationalmannschaft auf Dauer nicht erlauben", erklärte der frühere DFB-Teamchef.

"Bierhoff und Ballack müssen alles ausräumen, damit sie in den nächsten zwei Jahren bis zur WM an einem Strang ziehen", forderte Beckenbauer, für den feststeht:

"Auf den Kapitän kann Jogi Löw am wenigsten verzichten."

Unrühmliches Ende des EM-Finales

Der Streit zwischen Ballack und Bierhoff war am 29. Juni nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien in Wien (0:1) eskaliert.

Bierhoff hatte Ballack mehrfach aufgefordert, als Dankeschön an die Fans ein Dreh-Transparent in die Kurve zu tragen.

Daraufhin soll Ballack Bierhoff unflätig beschimpft haben.

Für die Wortwahl hat sich der Mittelfeldstar des FC Chelsea bei Bierhoff entschuldigt, das Verhältnis der beiden früheren Teamkollegen ist aber offenbar dennoch weiter angespannt.

Am Wochenende war es erneut zu Sticheleien zwischen beiden gekommen.

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