Im seit Monaten schwelenden Konflikt zwischen Ballack und Bierhoff muss vermittelt werden. Ansonsten droht schlechte Stimmung.

Nun hat sich also auch noch Franz Beckenbauer in den seit Monaten schwelenden Konflikt zwischen Oliver Bierhoff und Michael Ballack eingeschaltet.

Ein Machtwort hat der "Kaiser" von DFB-Präsident Theo Zwanziger gefordert - was dieser aber postwendend ablehnte.

Begründung: Bierhoff und Ballack seien beide alt genug, ihren Streit untereinander zu klären.

Im Prinzip hat Zwanziger recht. Doch faktisch erinnern die Vorgänge der vergangenen Wochen und Tage eher an Kindergarten.

Hin und Her flogen die verbalen Giftpfeile, wobei zuletzt dann jeder dem anderen unterstellte, er sei ersetzbar. Das ist so richtig wie falsch.

Ein gesunder Ballack ist und bleibt der beste deutsche Fußballer, ohne den die DFB-Auswahl eine Menge an Qualität verliert.

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Aber: Während seiner Abwesenheit haben sich schon im Vorjahr und auch aktuell zahlreiche Akteure für eine Zeit nach Ballack empfohlen, etwa Thomas Hitzlsperger, Simon Rolfes oder Piotr Trochowski.

Noch weniger würde vielleicht auf den ersten Blick Bierhoff vermisst, denn einen Nationalmannschafts-Manager gab es bis 2004 beim DFB nicht und viele andere Top-Nationen verzichten bis heute auf einen solchen Posten.

Aber: Bierhoff hat maßgeblichen Anteil an der Neu-Erfindung der Nationalelf als der "Deutschen liebstes Kind" mit attraktivem Fußball, Erfolgen bei WM und EM sowie einem nahezu perfekten Image.

Von daher ist speziell Joachim Löw klar, dass er zumindest vorerst weder auf Bierhoff noch auf Ballack verzichten kann. Und deshalb vermeidet es der Bundestrainer tunlichst, für eine Seite Partie zu ergreifen.

Letztlich aber muss das Problem von außen gelöst werden, wenn die beiden Streithähne dazu nicht bald von alleine in der Lage sind.

Ansonsten wird der Konflikt auf längere Sicht auch die Stimmung in der Nationalmannschaft negativ beeinflussen und im schlimmsten Fall sogar die WM-Qualifikation gefährden.

Vielleicht sollte man Bierhoff und Ballack daher an den Leitspruch beim letzten Titelgewinn einer DFB-Elf 1996 erinnern: "Der Star ist die Mannschaft."

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