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Holger Hieronymus ist bei der DFL Geschäftsführer Spielbetrieb © imago

Die Vereine wollen ihre Spieler nicht freigeben. Der DFB besteht auf seinem Recht. Hieronymus hofft auf Kompromissbereitschaft.

Frankfurt - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wehrt sich.

Im Streit um die drohenden Abstellungen für die U-20-WM in Ägypten nimmt sie den DFB in die Pflicht.

Die Liga-Bosse sehen den Verband als Interessensvertreter der Klubs vor dem Weltverband FIFA in der Verantwortung.

"Wir sind der Interessensvertreter der Klubs, aber in erster Linie müssen die Nationalverbände in den FIFA-Gremien ihren Einfluss geltend machen", sagt Holger Hieronymus, DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb.

Deshalb könne das nur über den DFB laufen.

"Wir erwarten vom DFB, dass er bei der FIFA die Interessen der Liga den internationalen Kalender betreffend vertritt. Das ist der einzige Weg, um in der Zukunft solche Terminkollisionen zu vermeiden", fügt er an.

Vorwurf an FIFA

Bei den Diskussionen um den internationalen Spielkalender sind der DFL nach Angaben von Hieronymus die Hände gebunden, solange die Nationalverbände den Planungen der FIFA zustimmen.

"Es ist ein Irrtum zu glauben, dass wir von der DFL bei FIFA-Präsident Blatter anrufen können, um mit ihm Termine zu diskutieren. FIFA und UEFA setzen sich über Ligainteressen hinweg, das ist ein Problem. Wie schon bei den Olympischen Spielen überlässt man die Frage den nationalen Verbänden und beschwört damit einen möglichen Konflikt herauf", sagte Hieronymus.

Auf Initiative des DFB und der DFL wird es am 6. August in Frankfurt/Main zu einem Gipfeltreffen zwischen Vertretern beider Verbände und der betroffenen Vereine kommen.

Dort sollen dann verschiedene Kompromisslösungen besprochen werden.

Da die WM während der Bundesliga-Saison stattfindet, haben bereits einige Klubs angekündigt, ihre potentiellen Stammspieler nicht abzustellen.

Hoffnung auf Kompromiss

Bayern-Manager Christian Nerlinger hatte Innenverteidiger Holger Badstuber die WM-Teilnahme gar verboten. Leverkusen will unter anderem Toni Kroos nicht freigeben.

Hieronymus pocht vor dem Treffen von Verbands- und Ligaspitze auf einen Kompromiss, mit dem alle Seiten leben können.

Der 50-Jährige bezeichnete den Termin der U-20-WM im Herbst selbst als "denkbar ungünstigsten Zeitpunkt".

Der gebürtige Hamburger unterstrich aber auch, dass es der DFL ein großes Anliegen sei, die zuletzt erfolgreichen U-Nationalteams weiterhin zu unterstützen.

"Keine Frage, die Titelgewinne der Junioren haben zuletzt einen mächtigen Eindruck in der Fußball-Welt hinterlassen."

U-20-Nationaltrainer Horst Hrubesch hatte zuletzt angekündigt, alle in Frage kommenden Akteure berufen zu wollen.

Sammer schweigt

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer äußerte sich bislang nicht öffentlich zu der Problematik.

Ein besondere Situation entsteht dadurch, dass die U 21 Anfang September ihre ersten beiden Qualifikationsspiele für die EM 2011 austrägt und zahlreiche Spieler für beide Teams auflaufen können.

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