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Nur verhaltene Freude gab es bei der U 21 nach dem 0:0 gegen Israel © getty

Das 0:0 der U 21 gegen Israel weckt Erinnerungen an Gijon. Der DFB-Sportdirektor erlegte sich hinterher selbst einen Maulkorb auf.

Duisburg - Trainer Dieter Eilts hakte das "Ergebnisspiel" schnell ab, die Spieler sprühten schon wieder vor Selbstbewusstsein, nur Matthias Sammer wollte besser nichts sagen.

Der Sportdirektor des DFB verpasste sich nach dem phasenweise peinlichen Ballgeschiebe der U-21-Junioren beim glücklichen 0:0 im Gruppenfinale gegen Israel einen Maulkorb.

Auch auf Nachfrage wollte der Europameister von 1996 den Einzug des Teams in die Entscheidungsspiele um die Teilnahme an der EM 2009 in Schweden nicht kommentieren.

Was beide Teams in der Schlussphase in Duisburg geboten hatten, erinnerte teilweise an die legendäre "Schande von Gijon" der A-Nationalmannschaft beim 1:0 gegen Österreich im letzten Gruppenspiel der WM 1982 in Spanien.

"Playoffs erreicht - und Ende"

In dem müden Gekicke war die "Siegermentalität", die Sammer von den Junioren-Teams des DFB mehr als alles andere fordert, nicht mal mehr in Ansätzen erkennbar.

Eilts machte seiner Elf allerdings keinen Vorwurf. "Wir können mit der Leistung natürlich nicht zufrieden sein. Aber irgendwann war es ein Ergebnisspiel, für das man Verständnis haben muss", sagte der Ex-Nationalspieler und hob hervor: "Wir haben die Playoffs erreicht - und damit Ende."

Auch für Benedikt Höwedes heiligte der Zweck die Mittel. "Uns hat ein Remis gereicht, da haben wir halt den Ball laufen lassen. Ich fand das okay von uns", sagte der Abwehrspieler von Schalke 04.

Jubel folgt auf Warten und Rechnen

In der Nachspielzeit hatte die deutsche Elf bei einer Riesenchance der Israelis und einem Foul von Mats Hummels im eigenen Strafraum sogar Glück, dass nicht noch der Gruppensieg verloren ging und das große Zittern begann.

Erst später war klar, dass selbst bei einem 0:1 das DFB-Team als drittbester Zweiter der zehn Gruppen und damit als Vorletzter in die Playoffs eingezogen wäre. Entsprechend reichte auch den punktgleichen Israelis die Nullnummer.

Nach bangem Warten und Rechnen in den Katakomben der MSV-Arena brachen die Spieler in Jubel aus.

Hummels hofft auf starken Gegner

Die Auslosung der Playoffs, die voraussichtlich am 10. und 14. Oktober in Hin- und Rückspiel die sieben restlichen EM-Teilnehmer ermitteln, findet am Freitagmittag in Malmö statt. Ihr Heimspiel bestreitet die deutsche Elf in Magdeburg.

"Wir sind in der Lage, jeden Gegner zu schlagen", meinte Hummels. Dem Verteidiger von Borussia Dortmund scheint sogar ein starker Gegner gelegen zu kommen.

Wenn man einen solchen ausschalte, so Hummels, "können wir in Schweden nicht mehr auf ihn treffen".

Titelverteidiger gescheitert

Wie groß die Leistungsdichte in den U-21-Jahrgängen in Europa ist, beweist die Tatsache, dass Titelverteidiger Niederlande es nach einem 0:1 in der Schweiz nicht mal in die Playoffs schaffte.

Ohnehin sind Eilts und Co. gewarnt. Vor der EM 2007 war für die DFB-Elf in den Ausscheidungsspielen Endstation.

Damals verlor die Auswahl beide Spiele gegen England (0:1 und 0:2).

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