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Joachim Löw übernahm das Amt des Bundestrainers nach der WM 2006 © getty

Vor dem Spiel gegen Aserbaidschan warnt der Löw davor, den Gegner zu unterschätzen. Die Torwartfrage ist immer noch offen.

München - Mit klaren Vorgaben von Joachim Löw startet die deutsche Nationalmannschaft in die WM-Saison.

Eine Woche vor dem WM-Qualifikationsspiel am 12. August (18 Uhr LIVE ) in Baku gegen Aserbaidschan hat der Bundestrainer vor allem das vermeintliche Gruppen-"Finale" am 10. Oktober in Russland zum Tabu-Thema erklärt.

"Für uns findet das wichtigste Spiel zunächst in Aserbaidschan und nicht in Russland statt. Unser ganzes Augenmerk richtet sich auf die Partie in Baku. Russland wird zunächst definitiv kein Thema sein, das werde ich der Mannschaft auch noch einmal klarmachen", sagte Löw und fügte an:

Gegner nicht unterschätzen

"Wir müssen unser Spiel gegen Aserbaidschan gewinnen, um unsere gute Ausgangsposition als Tabellenführer zu verteidigen. Alles andere ist derzeit unwichtig." (DATENCENTER: WM-Quali).

Obwohl seine Nationalspieler am kommenden Mittwoch erst einen Pokal- und Bundesliga-Spieltag absolviert haben, will der Bundestrainer keine Ausreden gelten lassen.

"Das ist natürlich eine ungünstige Konstellation, nach der Sommerpause direkt in die Qualifikation zu müssen. Aber das wird eine echte Herausforderung und hängt sehr stark von unserer mentalen Einstellung ab", verdeutlichte der 49-Jährige.

Deshalb sei es die Pflicht seiner Mannschaft, "das Spiel mit aller Ernsthaftigkeit anzugehen. Entscheidend wird sein, dass wir zeigen, wie stark wir sind und dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollen. Wenn wir nur ein paar Prozent nachlassen, werden wir Probleme bekommen".

Entsprechend lässt Löw auch keine Gedanken an mögliche Play-off-Spiele als Gruppenzweiter im November zu:

Kein Gedanke an Russland

"Noch einmal: Das ist im Moment kein Thema. Natürlich ist Russland ein hartnäckiger Gegner, und natürlich wären die Play-offs eine besondere Stresssituation. Aber wir haben es in der eigenen Hand, diesen Umweg zu vermeiden."

Auch seine eigene Zukunft stellt er erst einmal hinten an. Gespräche über den nach der WM 2010 auslaufenden Vertrag wird es "erst einmal" nicht geben: (SONDERSEITE: Alles zur WM 2010).

"Das ist kein Thema im Moment. Ich habe immer gesagt, dass wir erst einmal die WM-Qualifikation schaffen müssen. Dabei bleibt es auch. Danach kann man sich darüber Gedanken machen, wie es weitergeht."

Am Freitag wird Löw sein erstes Aufgebot für die WM-Saison benennen - Kapitän Michael Ballack wird trotz seines Zehenbruchs dabei sein.

Ballack sicher dabei

"Ich stehe mit ihm ständig in Kontakt. Er trainiert beim FC Chelsea schon wieder mit der Mannschaft und deshalb sieht es gut aus. Es sieht gut aus. Ich gehe davon aus, dass er zur Verfügung steht", sagte Löw.

Gleichzeitig schloss er Überraschungen aus. Es gebe keine Zeit, "um Experimente einzugehen", so Löw.

Von seinen vier Torwart-Kandidaten Robert Enke, Tim Wiese, Rene Adler und Manuel Neuer wird Löw zwei nach Baku mitnehmen. Vor der Nominierung für Aserbaidschan werde er noch einmal mit Bundestorwarttrainer Andi Köpke und dann entscheiden.

Keine Vorentscheidung in Torwartfrage

Eine Vorentscheidung in der T-Frage sei dies aber noch nicht: "Wir haben auf jeden Fall vier Keeper mit großer Qualität, und wir sind mit allen zufrieden."

Wie auf der Asien-Reise angekündigt will Löw den Kreis seiner WM-Kandidaten auf etwa 30 Feldspieler plus vier Keeper reduzieren, "um die Spieler noch besser und intensiver begleiten zu können".

Dies soll laut Löw im September passieren:. "Wir wollen erst einmal ein paar Bundesliga-Spieltage abwarten und noch einige zusätzliche Erkenntnisse sammeln."

Aber natürlich könne der ein oder andere Spieler "aufgrund starker Leistungen im Verein auch noch kurzfristig auf den WM-Zug aufspringen".

Kein Problem mit Magath-Kritik

Indes reagierte der Bundestrainer noch einmal gelassen auf die jüngste Diskussion um eine angebliche Einmischung in die Trainingsarbeit der Vereine. Die Aussagen insbesondere von Felix Magath werte er keineswegs als Kritik.

"Es ist auch undenkbar, dass wir uns in die Trainingsarbeit der Vereine einmischen. Es geht nur darum, dass wir unseren Nationalspielern sagen, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Dies sprechen wir aber auch mit den Trainern ab", sagte er.

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