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Mit seinem 44. Länderspieltreffer hat Miroslav Klose Uwe Seeler überholt © getty

Der Stürmer schießt sich aus der Krise und bewahrt die DFB-Elf vor einer Blamage: Dreimal gleicht er die finnische Führung aus.

Aus Helsinki berichtet Martin van de Flierdt

Helsinki - Die deutsche Nationalmannschaft ist beim im WM-Qualifikationsspiel in Helsinki gegen Finnland nicht über ein 3:3 (2:2)-Unentschieden hinausgekommen.

Ausgerechnet ein überragender Miroslav Klose bewahrte das Team von Bundestrainer Joachim Löw dabei vor einer möglichen Pleite.

Der Münchner glich mit seinen Toren (38./45./83.) dreimal die finnische Führung aus, die Jonatan Johansson (33.), Mika Väyrynen (43.) und Daniel Sjölund (53.) mit ihren Treffern herausgeschossen hatten.

Klose mit neuer Chance

Die deutsche Mannschaft verpasste damit ihr Ziel, mit zwei Siegen im Rücken zum ersten Aufeinandertreffen mit dem vermeintlich härtesten Gruppenkonkurrenten Russland (11. Oktober) anzutreten. Vor 40.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion hatte Löw die gleiche Mannschaft aufgeboten, die am vergangenen Samstag in Liechtenstein mit 6:0 gewonnen hatte.

Der zuletzt umstrittene Kapitän Klose erhielt somit ebenso wie der zuletzt schwächelnde Bremer Rechtsverteidiger Clemens Fritz eine neue Chance. Patrick Helmes rückte anstelle des Mönchengladbachers Marko Marin in den 18er-Kader.

Die Finnen starteten schwungvoll in die Begegnung. Johansson ließ Philipp Lahm auf dem rechten Flügel schon nach drei Minuten wie einen Schuljungen aussteigen. Seine flache Hereingabe rauschte unberührt durch den deutschen Fünfmeterraum.

Jääskeläinen auf dem Posten

Das DFB-Team machte erstmals durch einen Freistoß von Piotr Trochowski auf sich aufmerksam, den der finnische Schlussmann Jussi Jääskeläinen aus der linken Torecke faustete (10.).

Kurz darauf verfehlte Simon Rolfes das Gehäuse der Gastgeber mit einem Flachschuss aus 17 Metern nur knapp (12.). Die deutsche Mannschaft schien die Partie in der Folge in den Griff zu bekommen, wartete geduldig auf die Chance zum Zuspiel in die Spitze.

Doch nachdem Klose eine Musterflanke von Bastian Schweinsteiger unbedrängt aus wenigen Metern nicht aufs Tor gebracht hatte (31.), gingen die Platzherren per Konter in Führung.

Westermann sieht schlecht aus

Innenverteidiger Heiko Westermann unterlief einen Pass von Roman Erenenko aus dem Mittelkreis, der dadurch irritierte Lahm bekam den Ball nicht weg, und Johansson vollstreckte mit einem Flachschuss durch die Beine von Torwart Robert Enke (33.).

Westermann verpasste mit einem Kopfball über das Tor den prompten Ausgleich (35.). Den besorgte dann Klose, der ein gefühlvolles Zuspiel von Trochowski aus dem linken Halbfeld mit der Brust an Finnlands Abwehrchef Sami Hyypiä vorbeilegte und mit links gegen den Lauf von Jääskeläinen zum 1:1 traf (38.).

Auch dieser Zwischenstand hielt nicht lange. Der gerade eingewechselte Sjölund flankte den Ball von links in den deutschen Strafraum. Dort schlug zwar Johansson beim Versuch eines Fallrückziehers ein Luftloch.

Volleyabnahme von Väyrynen

Doch in seinem Rücken nahm Väyrynen den Ball volley und brachte ihn unhaltbar für Enke zum 2:1 im deutschen Netz unter (43.). Wieder schlug das Löw-Team sofort zurück.

Einen Klose-Kopfball nach Ecke von Thomas Hitzlsperger konnte Jääskeläinen noch entschärfen, gegen den Nachschuss des Münchners zum 2:2-Pausenstand war er jedoch machtlos (45.).

Gleich nach dem Seitenwechsel schwamm die deutsche Defensive erneut bedenklich. Ein Kopfball Hyypiäs rauschte über die Latte (47.), einen Fehler von Rolfes bügelte Enke gegen Johansson glänzend aus (53.).

Freie Auswahl für Sjölund

Nach der folgenden, von Väyrynen kurz ausgeführten Ecke tauchten Hyypiä und Sjölund im deutschen Fünfmeterraum frei vor Enke auf. Sjölund nickte unbedrängt zum 3:2 ein (53.).

Die DFB-Auswahl drängte anschließend auf den erneuten Ausgleich. Doch die nun tiefer stehenden Gastgeber ließen bis auf einen Schlenzer von Rolfes knapp über den rechten Torwinkel (71.) lange keine Chancen zu.

Erst der eingewechselte Mario Gomez hatte den erneuten Ausgleich auf dem Fuß, als er eine Kopfballablage von Klose aus Nahdistanz nicht über die Linie brachte. Petri Pasanen rettete (79.).

Für den Treffer selbst zeichnete dann wieder Klose verantwortlich. Trochowski und Gomez hatten den Ball an Jääskeläinen und Pasanen nicht vorbeigebracht. In Billardmanier sprang der Ball zu Klose, der zum 3:3 einschoss (83.). Den möglichen deutschen Siegtreffer vergab Gomez in der Nachspielzeit per Kopf.

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