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Simon Rolfes (l.) steht bei Bayer 04 Leverkusen noch bis 2010 unter Vertrag © getty

Im Sport1-Interview spricht Simon Rolfes über das WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland, die Abwehrprobleme und Miroslav Klose.

Aus Helsinki berichtet Martin van de Flierdt

Helsinki ? Die deutsche Nationalmannschaft ist in Helsinki mit einem blauen Auge davongekommen.

Beim 3:3 (2:2) im zweiten Qualifikationsspiel für die WM in Südafrika gegen Finnland machte das Team von Bundestrainer Joachim Löw drei Rückstände wett und vermied dank des Dreierpacks von Miroslav Klose die erste deutsche Auswärtsniederlage in einem WM-Qualifikationsspiel überhaupt.

"Es war wichtig, dass wir noch den Ausgleich gemacht haben", meinte Simon Rolfes anschließend. "Es zeugt von einer guten Moral, dass wir dreimal zurückgekommen sind."

Im Sport1-Interview spricht der Leverkusener auch über die Abwehrprobleme, die neue Situation in der Qualifikationsgruppe und die Leistungsexplosion Kloses.

Sport1: Herr Rolfes, im Vorfeld der Partie war immer von der gut organisierten finnischen Abwehr die Rede. Hätten Sie geglaubt, dass sie Ihrer Mannschaft drei Tore gestattet?

Simon Rolfes: Nicht wirklich, Finnland hat in der vergangenen EM-Qualifikation schließlich nur sieben Tore kassiert. Aber wir haben sehr gut nach vorne gespielt und hatten ja auch noch Chancen für weitere Tore.

Sport1: Drei Treffer sollten auswärts zu einem Sieg reichen. Oder sind Sie da anderer Meinung?

Rolfes: Es war erst einmal wichtig, dass wir noch den Ausgleich gemacht haben. Wir sind dreimal in Rückstand geraten. Es zeugt von einer guten Moral, dass wir dreimal zurück gekommen sind und das Spiel in den letzten 20 Minuten klar dominiert haben.

Sport1: Allen drei Gegentoren gingen lange hohe Bälle voraus. War das Zufall oder eine Schwäche der deutschen Abwehr?

Rolfes: Dass die Finnen traditionell kopfballstark sind, war uns allen klar. Viele Torchancen haben sie ja auch gar nicht gehabt. Aber die wenigen, die sie gehabt haben, haben sie reingemacht.

Sport1: Dennoch haben die Innenverteidiger keine Pluspunkte sammeln können. Befürchten Sie, dass ? auch durch die anstehende Rückkehr von Per Mertesacker ? die Diskussion um die Besetzung der Abwehrzentrale neu geführt wird?

Rolfes: Nein. Wir waren sehr offensiv ausgerichtet. Dass dann mehr Räume für den Gegner entstehen, als wenn wir defensiv kompakt stehen, ist doch klar. Ich finde, unsere Verteidiger haben sehr gut nach vorne gespielt und das Offensivspiel mit angekurbelt.

Sport1: Wie beurteilen Sie den Auftritt von Miroslav Klose?

Rolfes: Die Tore hat er natürlich wunderbar gemacht. Das erste hat er sich nach dem Pass von Piotr Trochowski zudem selbst erarbeitet. Er hat einfach eine super Leistung gezeigt.

Sport1: Die deutsche Mannschaft hatte sich vorgenommen, optimale Voraussetzungen für das erste Aufeinandertreffen mit Russland am 11. Oktober zu schaffen. Haben Sie das Ziel verpasst oder sind Sie nun mit vier Punkten zufrieden?

Rolfes: Beides irgendwie. Natürlich wollten wir gewinnen. Aber die Finnen standen lange sehr, sehr gut in der Defensive. Es war enorm schwierig, gegen sie Chancen herauszuspielen. Damit werden auch noch andere Mannschaften ihre Probleme bekommen.

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