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Lukas Podolski (r.) fehlt gegen Aserbaidschan, Klose ist fraglich © imago

Joachim Löw nimmt die Kritik von Torsten Frings nicht allzu ernst. Nach dem Ausfall von Podolski ist nun auch Klose fraglich.

Frankfurt/Main - Absage von Lukas Podolski, leichte Sorgen um Miroslav Klose und erneuter Ärger mit Torsten Frings:

Für Bundestrainer Joachim Löw beginnt der Start in die WM-Saison der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gleich wieder mit einigen Problemen.

Der Kölner Podolski musste für das WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch (ab 17.30 Uhr LIVE) in Aserbaidschan wegen einer Muskelverletzung absagen.

Löw wird keinen Spieler nachnominieren.

"Risiko wäre zu hoch"

"Poldi wird uns natürlich fehlen. Er ist in der Nationalmannschaft immer ein wichtiger Spieler. Die Absage müssen wir aber akzeptieren, weil ein Einsatz in Baku ein zu hohes Risiko gewesen wäre, dass er länger ausfällt", sagte der Bundestrainer am Sonntag.

Der Angreifer hatte schon am Samstag bei Borussia Dortmund (0:1) auf sein mit Spannung erwartetes Bundesliga-Comeback für Köln verzichten müssen.

Offen ist auch noch der Einsatz von Podolskis angeschlagenem Stürmer-Kollegen Klose, der am Sonntag zum Treffpunkt nach Frankfurt/Main anreiste und am Abend am Training in der Arena teilnahm.

"Er konnte jetzt einige Tage nicht trainieren. Wir müssen sehen, wie fit er ist", sagte der Bundestrainer, der 16 Spieler zum Training begrüßte.

Löw von Wespe gestochen

Löw musste direkt zum Auftakt der Übungseinheit behandelt werden, nachdem er nach seiner Erstansprache an die Mannschaft nach der Sommerpause von einer Wespe gestochen wurde.

Der Münchner Klose fehlte bereits beim Saison-Auftakt des deutschen Rekordmeisters am Samstagabend in Hoffenheim (1:1) wegen einer Knochenhautentzündung.

In Kloses Münchner Teamkollegen Mario Gomez sowie dem Stuttgarter Cacau standen am Sonntagabend nur zwei gesunde Angreifer im Kader der DFB-Auswahl.

Frings sauer auf Löw

Der Bremer Torsten Frings wird beim Start in die WM-Saison fehlen, was einmal mehr zu einigem Unmut beim Routinier und zu Kritik an Löw geführt hat.

"Wenn man acht oder neun Jahre die Knochen für das Land hingehalten hat, kann man erwarten, dass man vernünftig miteinander umgeht", moserte der 32-Jährige beim Pay-TV-Sender Sky.

Dennoch kündigte er trotzig an, nicht von sich aus zurückzutreten: "Ich gehe nach wie vor davon aus, dass ich dazu gehöre, solange der Bundestrainer keine Argumente liefern kann, die ich verstehe."

Bundestrainer reagiert gelassen

Löw reagierte am Sonntag gelassen auf die erneuten Angriffe des 79-maligen Nationalspielers, setzte den Bremer aber auch unter Druck.

"Es ist doch klar, dass ein Spieler enttäuscht ist, wenn er nicht eingeladen wird. Ich erwarte, dass er jetzt nicht beleidigt ist, sondern neu angreift", sagte der 49-Jährige.

Frings hatte schon am Freitag von "nicht nachvollziehbaren Gründen" gesprochen und sich "sehr enttäuscht" gezeigt, nachdem der Bundestrainer erklärt hatte, dass er Frings derzeit keinen Stammplatz garantieren könne.

"Torsten ist ein Routinier mit fast 80 Länderspielen, der, wenn er eingeladen wird, eigentlich auch von Beginn an eingesetzt werden muss", sagte Löw.

Der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger habe aber derzeit "die Nase vorne". Dies habe er dem 79-maligen Nationalspieler auch mitgeteilt

Frings kam seit dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien (0:1) im Juni 2008 auch wegen diverser Verletzungen nur noch zu zwei Länderspiel-Einsätzen und wurde dabei einmal ein- und einmal ausgewechselt.

Erneute Absage an Kuranyi

Eine erneute Absage erteilte Löw auch Stürmer Kevin Kuranyi, der mit seinem Doppelpack für Schalke 04 beim 1. FC Nürnberg (2:1) auf sich aufmerksam machte.

"Ich habe ihm gesagt, dass es eigentlich unter meiner Ägide als Bundestrainer für ihn keine Rückkehr mehr geben wird. Diese Entscheidung hat nach wie vor Bestand", sagte Löw am Sonntag in der "Sportschau".

Ungeachtet aller Probleme erwartet Löw beim ersten Länderspiel der Saison einen Sieg, um die Tabellenführung in der Qualifikations-Gruppe 4 (DATENCENTER: WM-Quali) zu behaupten.

Derzeit liegt der dreimalige Welt- und Europameister mit 16 Punkten einen Zähler vor Russland.

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