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Drei der vier Anwärter auf den Platz im DFB-Tor: Tim Wiese, Rene Adler und Robert Enke (v.l.n.r.) © getty

Nach wie vor streiten vier Torhüter um den Platz im Tor des DFB-Team. Im Moment scheinen Enke und Wiese die Nase vorn zu haben.

Frankfurt/Baku - Die Torwart-Lotterie von Bundestrainer Joachim Löw wartet auch zum Start in die WM-Saison immer noch auf den großen Gewinner.

Im bereits seit über einem Jahr andauernden Kampf um die Nachfolge von Jens Lehmann und die Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft haben Hannovers Robert Enke und Bremens Tim Wiese derzeit zwar einen kleinen Vorsprung.

Doch Löw will zehn Monate vor dem Beginn der WM 2010 in Südafrika noch lange nichts von einer Vorentscheidung wissen und räumt auch dem Schalker Manuel Neuer und Leverkusens Rene Adler weiterhin gute Chancen auf den "Jackpot" ein.

Die Nominierung von Enke (31) und Wiese (27) für das WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch (ab 17.30 Uhr LIVE) in Baku gegen Aserbaidschan sei "keine endgültige Entscheidung für die nächsten Begegnungen", sagte Löw und fügte an: "Wir haben vier sehr gute Keeper mit großer Qualität, und wir sind mit allen zufrieden."

Deshalb könne es schon bei den Länderspielen im September gegen Südafrika und erneut Aserbaidschan "eine andere Konstellation geben" (DATENCENTER: WM-Quali).

Enke wird wohl in Baku spielen

In Baku wird aller Voraussicht nach erneut Enke, der drei der letzten fünf Länderspiele im Tor der DFB-Auswahl stand und laut Löw zuletzt gegen China (1:1) "überragend" gehalten habe, die Nummer eins sein.

Doch auch der erfahrenste Keeper aus dem Kandidaten-Quartett ist sich bewusst, "dass es nicht so ist, dass ich die klare Nummer eins bin. Es gibt nach wie vor einen Vierkampf".

Allerdings machte er schon deutlich, den aktuellen Status "so lange wie möglich" beibehalten zu wollen.

Neuer enttäuscht

Der selbstbewusste Bremer Wiese fehlte zuletzt genauso wie Adler wegen des DFB-Pokalfinales bei der Asien-Reise. Deshalb konnte Neuer beim 7:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, als er sein Debüt im A-Team feierte, einige Pluspunkte sammeln.

Auch beim Gewinn der U-21-Europameisterschaft unterstrich der 23 Jahre alte Schalker seine Klasse.

Deshalb war Neuer über seine Nichtberücksichtigung für das Aserbaidschan-Spiel nicht gerade begeistert. "Natürlich wäre ich gerne dabei gewesen", sagte er, aber auch er denke, "dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist. Die Saison ist noch lang. Ich werde zusehen, dass ich in der Bundesliga meine Leistung bringe und mich damit weiter empfehlen kann".

"Das ist nur eine Momentaufnahme"

Auch Adler (24) zeigte sich "enttäuscht. Wäre ich das nicht, hätte ich wohl meinen Beruf verfehlt", bekannte er und ergänzte: "Aber es ist okay, jetzt weiß ich, wo ich zurzeit stehe, und das ist nur eine Momentaufnahme."

Für Löw sind Neuer und Adler "ohne Frage überaus talentierte Torhüter, die sich zuletzt in den Fokus gespielt haben". Dennoch würden Enke und Wiese für das Spiel in Aserbaidschan "unser volles Vertrauen" genießen. Drei Torhüter wollte Löw nach Baku nicht mitnehmen.

Dies würde bei nur ein oder zwei Trainingseinheiten "wenig Sinn machen".

Wann in der T-Frage die endgültige Entscheidung fällt, lässt der Bundestrainer weiterhin offen. Für die WM muss er drei Keeper nominieren. Nur eines scheint sicher: Für den 39 Jahre alten Stuttgarter Jens Lehmann wird es kein Comeback geben.

Dies schloss Löw zum Bundesliga-Aufstakt am Wochenende noch einmal aus.

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