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Torsten Frings bestritt in seiner Karriere 78 Länderspiele und erzielte zehn Tore © getty

Manager Bierhoff schließt Konsequenzen für den Routinier nach dessen Kritik am Bundestrainer aus, warnt diesen aber gleichzeitig.

Baku - Nationalspieler Torsten Frings muss für seine jüngste Kritik an Bundestrainer Joachim Löw nicht mit Konsequenzen rechnen, steht aber unter besonderer Beobachtung.

"Es gibt eine Messlatte, die sehe ich aber bei Frings im Moment noch nicht erreicht", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff vor dem WM-Qualifikationsspiel der DFB-Auswahl am Mittwoch (ab 17.30 Uhr LIVE) in Baku gegen Aserbaidschan.

Natürlich könnten Spieler "enttäuscht sein und dies auch respektvoll äußern", führte Bierhoff weiter aus, sprach aber indirekt auch eine Warnung an den Bremer Routinier aus:

"Der Bundestrainer hat ihm die Situation am Telefon 20 Minuten lang erklärt. Damit sollte er sich zufriedengeben, auch im Wohle des Vereins."

Löw reagiert gelassen

Löw hatte in den vergangenen Tagen ebenfalls gelassen auf die erneuten Angriffe des 79-maligen Nationalspielers reagiert.

"Es ist doch klar, dass ein Spieler enttäuscht ist, wenn er nicht eingeladen wird. Ich erwarte, dass er jetzt nicht beleidigt ist, sondern neu angreift", sagte der Bundestrainer.

Moralische Unterstützung erhielt Frings telefonisch von seinem langjährigen Nationalmannschafts-Kollegen Michael Ballack.

"Für ihn ist das schade. Ich weiß, dass ihn viel mit der Nationalmannschaft verbindet. Ich habe ihn aufgemuntert. Ich weiß, dass er den Kopf jetzt nicht in den Sand steckt und diese schwierige Situation übersteht", sagte Ballack am Dienstag.

Frings nach Nichtberücksichtigung frustriert

Frings war für den Auftakt ins WM-Jahr in Aserbaidschan nicht nominiert worden. Die Gründe seien nicht "nachvollziehbar, kritisierte der 32-Jährige daraufhin Löw. (DATENCENTER: WM-Quali)

"Wenn man acht oder neun Jahre die Knochen für das Land hingehalten hat, kann man erwarten, dass man vernünftig miteinander umgeht." Er gehe aber nach wie vor davon aus, "dass ich dazu gehöre".

Dass er den Bremer Mittelfeldspieler nicht für die Partie in Baku berücksichtigte, begründete Löw so:

Hitzlsperger hat "die Nase vorn"

"Torsten ist ein Routinier mit fast 80 Länderspielen, der, wenn er eingeladen wird, eigentlich auch von Beginn an eingesetzt werden muss." Der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger habe aber derzeit "die Nase vorne".

Frings kam seit dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien (0:1) im Juni 2008 auch wegen diverser Verletzungen nur noch zu zwei Länderspiel-Einsätzen und wurde dabei jeweils einmal ein- und einmal ausgewechselt.

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