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Joachim Löw arbeitet seit 2004 für den DFB und ist seit 2006 Bundestrainer © getty

Der Bundestrainer relativiert bei Sport1.de seine kritischen Anmerkungen zur Formkurve der DFB-Auswahl, räumt aber Defizite ein.

Von Martin Volkmar

München - Auch nach dem schwachen Start in die WM-Saison bleibt Joachim Löw zuversichtlich.

Der Bundestrainer glaubt weiter an die direkte Qualifikation für die Endrunde in Südafrika und sieht die Teilnahme nicht in Gefahr.

"Nein, da habe ich keine Sorge", sagte Löw Sport1.de.

"Ich bin optimistisch, weil wir eine gute Ausgangsposition haben. Allerdings können wir uns spielerisch noch steigern und das werden wir auch."

"Noch viel Luft nach oben"

Damit relativierte er seine recht wesentlich kritischeren Aussagen in der "Bild"-Zeitung.

"Da ist spielerisch noch viel Luft nach oben. Das war nicht unser Maßstab", hatte Löw zur Vorstellung der DFB-Auswahl beim müden nach dem 2:0-Pflichtsieg gegen Aserbaidschan erklärt. 139331(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

"Wir hatten unglaublich viele Ballverluste. Mir fehlen Kombinationen und Spielfluss."

Schon mit den Länderspielen nach dem 2:1 im Oktober gegen Hauptrivale Russland sei er nicht zufrieden gewesen: "Wir haben seit dem Herbst 2008 spielerisch nicht mehr überzeugt."

Mehrfach zeigte die Nationalmannschaft seitdem große Defizite in der defensiven Organisation, dem Spielaufbau und im Torabschluss. (ANALYSE: Das DFB-Team in der Einzelkritik)

Dem Bundestrainer ist offenbar bewusst, dass nur bei einer deutlichen Leistungssteigerung die Chance auf den Gruppensieg gewahrt bleibt.

Schweres Finale auf Kunstrasen in Moskau

Noch hat der Vize-Europameister einen Punkt Vorsprung auf die Russen, muss aber am 10. Oktober zum Gruppenfinale nach Moskau. (DATENCENTER: WM-Quali)

"Wir dürfen uns keinen Ausrutscher erlauben", meinte Löw. "Auf Kunstrasen in Moskau ist Russland extrem gut."

Gerade der völlig ungewohnte Untergrund sei "ein klarer Vorteil" für die Gastgeber. "Aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir trotzdem Erster werden. Weil wir uns mit dem Gegner steigern."

Hammer-Gegner droht

Bei einer Niederlage aber droht wie vor der WM 2002 die Relegation, in der die DFB-Elf auf jeden der anderen Gruppenzweiten treffen könnten.

Und das bedeutet nach jetzigem Stand Hammer-Gegner wie Frankreich, Portugal, Italien, Kroatien oder die Türkei.

"Das wäre eine schwierige Situation, eine extreme Nervenbelastung", gab Löw zu.

"Relegation nicht auszuschließen"

"Aber wir müssen natürlich auch ins Kalkül ziehen, dass wir in die Relegation müssen. Das ist nicht auszuschließen."

Ungewohnt defensive Töne des sonst immer zuversichtlichen Löw - aber gegenüber Sport1.de zeigte er sichschon viel positiver.

Zumal nach Ansicht des 48-Jährigen noch genug Zeit bleibt, sich für das Alles-oder-nichts-Duell einzuspielen: "Russland ist noch in weiter Ferne."

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