vergrößernverkleinern
Timo Hildebrand gab 2004 sein DFB-Debüt beim 1:5 gegen Rumänien. © getty

Timo Hildebrand meldet neue Ansprüche an. Andere Keeper bekommen verbale Hilfe. Kuranyi schließt indes das Thema Nationalelf ab.

München - Keeper Timo Hildebrand will zurück in die Nationalmannschaft, Schalkes Stürmer Kevin Kuranyi wird dagegen nicht um eine zweite Chance betteln.

"Ich bin bereit. Ich kann nur so halten wie heute", sagte Hildebrand nach der 0:1-Niederlage gegen Leverkusen.

Der Hoffenheimer hatte starke Parade gezeigt und behaupetet daher in der "Bild am Sonntag" entsprechend selbstbewusst:

"Wenn man so hält, ist man normalerweise Nationalspieler."

Er hoffe deshalb, dass Bundestrainer Joachim Löw und Bundestorwarttrainer Andi Köpke sich das Spiel anschauen werden.

Bundestrainer hat vier Favoriten

Löw hatte den 30 Jahre alten Ex-Stuttgarter vor der EM 2008 ausgebootet und danach nicht mehr berücksichtigt.

Sein letztes Länderspiel hatte der siebenmalige Nationalkeeper am 17. Oktober 2007 gegen Tschechien (0:3) absolviert.

Der Bundestrainer hatte zuletzt immer wieder betont, mit Blick auf die WM 2010 auf die Torhüter Robert Enke (Hannover 96), Tim Wiese (Werder Bremen), Rene Adler (Bayer Leverkusen) und Manuel Neuer (Schalke 04) setzen zu wollen.

Derweil machte sich Leverkusens Sportchef Rudi Völler für Bayer-Torwart Rene Adler stark.

"Wenn es eine Sache gibt, an der es Deutschland nicht mangelt, dann sind es gute Torhüter. Der ganz gute Torhüter steht aber bei Bayer Leverkusen im Tor."

Schalke-Trainer Felix Magath wiederum kritisierte Löw wegen der Nichtberücksichtigung von Manuel Neuer für das Länderspiel in Aserbaidschan (2:0).139331(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Magath kritisiert Löw

Beim Spiel gegen Aserbaidschan hatte sich Löw für Enke und Wiese entschieden. Dies gefiel Magath nicht.

"Ich bin wirklich keiner, der seine Vereinsspieler forciert. Den Kader zu bestimmen, obliegt dem Bundestrainer. Doch Manuel Neuer nicht für das erste Länderspiel des WM-Jahres einzuladen, war nicht glücklich und nicht fair", sagte er in der "Bild".

Neuer verdient "mehr Wertschätzung"

Neuer hätte nach seinem Debüt auf der Asien-Reise und nach dem Titelgewinn bei der U21-WM "mehr Wertschätzung" verdient gehabt.

Auch Allofs, der in der vergangenen Woche schon das Verhalten von Löw im Fall Torsten Frings moniert hatte, mischte sich nach dem 1:1 von Werder bei Bayern München wieder in die Torhüter-Diskussion bei der DFB-Auswahl ein.

Alle Kandidaten hätten zuletzt die Chance bekommen, "von Beginn an zu spielen. Deshalb gehe ich davon aus, dass Tim in Hannover von Beginn an dabei sein wird."

Allerdings wolle er jetzt nicht wieder "die Geschichte Werder gegen Löw" anheizen.

Wiese rechnet nicht mit Einsatz

Die DFB-Auswahl bestreitet am 5. September in Leverkusen gegen Südafrika ein Länderspiel, am 9. September kommt es in Hannover in der WM-Qualifikation zum Rückspiel gegen Aserbaidschan. (DATENCENTER: WM-Quali)

Wiese selbst geht angesichts der Spielorte Leverkusen und Hannover jedoch nicht von seinem Einsatz aus.

"Da wollen die Fans sicher ihre eigenen Keeper sehen", meinte er mit Blick auf Leverkusens Keeper Adler und Enke aus Hannover. Er selbst könne nur "weiter versuchen, die Bälle zu halten. Mehr kann ich nicht machen".

Kuranyi: "Werde nicht betteln"

Indes hat Stürmer Kevin Kuranyi mit dem Thema Nationalelf vorerst abgeschlossen.

"Ich habe meinen Fehler offen eingeräumt. Wenn ich die zweite Chance trotzdem nicht bekommen sollte, muss ich eben in meinem Verein für meine Zukunft arbeiten", sagte der Schalker der "Welt am Sonntag".

"Wer weiß: Vielleicht gelingt es mir doch noch, Meinungen zu ändern. Aber ich werde nicht darum betteln."

Bundestrainer Joachim Löw hatte Kuranyi im vergangenen Oktober aus der DFB-Auswahlverbannt, nachdem dieser die Mannschaft während des Länderspiels gegen Russland in Dortmund verlassen hatte, weil er auf der Tribüne hatte Platz nehmen müssen.

Kuranyi: "Ich habe mir immer gewünscht, eine zweite Chance zu bekommen. Auch deshalb, weil ich schon gezeigt habe, dass ich wichtig für die Nationalelf sein kann. Aber wenn ein Trainer eine Entscheidung trifft und sie offensichtlich nicht zurücknehmen kann, muss ich es akzeptieren."

Unterstützung für Frings

Angesprochen, ob die Flucht von der Nationalmannschaft ein willkommener Anlass war, um ihn auszumustern, sagte der Schalker: "Ich hoffe, dass es nicht so war. Aber wenn doch, dann wäre es mir lieber, man würde mir das ins Gesicht sagen."

Der Torjäger ergriff auch Partei für den Bremer Torsten Frings, der zuletzt nicht berücksichtigt wurde.

"Torsten Frings hat über Jahre seine Leistungen in der Nationalelf gebracht. So etwas darf nicht von einem auf den anderen Tag vergessen werden."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel