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Tim Wiese absolvierte bislang eine Halbzeit im Trikot der Nationalmannschaft © getty

Der Bremer Schlussmann will sich möglichen Pfiffen im DFB-Trikot stellen. Bundestrainer Joachim Löw will Wiese die Sorgen nehmen.

Frankfurt/Main - Nationalkeeper Tim Wiese rudert zurück, Bundestrainer Joachim Löw prescht in der Torwart-Frage nach vorne:

Während sich Wiese bei den anstehenden Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft gegen Südafrika am 5. September in Leverkusen und gegen Aserbaidschan vier Tage später in Hannover den Pfiffen der Fans nun doch stellen will, plant Löw den Torwart von Werder Bremen sogar erstmals von Beginn an einzusetzen.

"Es gibt Überlegungen, Tim spielen zu lassen", sagte Löw der "Bild" und zerstreute gleichzeitig die Ängste von Wiese vor der abweisenden Reaktion des Leverkusener Publikums:

"Tim sollte sich keine Sorgen machen. Das deutsche Publikum ist so fair, dass es Spieler anderer Klubs respektiert. Selbst in Dortmund gab es nie Pfiffe gegen Schalker Spieler. Ich werde noch mal mit ihm sprechen."

"Habe schon andere Schlachten geschlagen"

Doch ein Vier-Augen-Gespräch mit Wiese vor dem Länderspiel gegen WM-Gastgeber Südafrika und dem WM-Qualifikations-Rückspiel gegen Aserbaidschan scheint nun gar nicht mehr nötig. Denn der 27-Jährige fühlt sich falsch interpretiert und stellte am Dienstag klar:

"Selbstverständlich spiele ich, wenn Herr Löw mich aufstellt. Ich habe schon ganz andere Schlachten geschlagen. Da kneife ich doch nicht vor einem deutschen Heimspiel in Hannover oder Leverkusen", sagte Wiese dem "Express".

Er habe nicht Angst um sich selbst, sondern um die Mannschaft gehabt. "Ich habe keine Angst vor Pfiffen. Es ging mir nur um die Mannschaft. Wird ein Spieler 90 Minuten ausgepfiffen, ist das schlecht für alle", erklärte Wiese.

Einziges Länderspiel gegen England

Für den zuletzt überzeugenden Werder-Keeper wäre es die Startelf-Premiere im DFB-Dress. Bei seinem bislang einzigen Länderspiel am 19. November 2008 beim 1:2 gegen England kam der 27-Jährige nur in der zweiten Halbzeit zum Einsatz.

Mit einem Verzicht für die beiden Länderspiele Anfang September hätte Wiese mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika seine Chancen im Rennen um die Nummer eins im deutschen Tor deutlich verschlechtert.

Löw lobt Adler

Unterdessen machte Löw auch dem Leverkusener Rene Adler neue Hoffnung. "Rene ist ein ausgezeichneter Torwart, das hat er bei uns doch schon gezeigt. Wir haben auch registriert, dass er sein kleines Tief aus der letzten Spielzeit längst wieder überwunden hat", sagte der Bundestrainer dem "Express".

Er machte erneut deutlich: "Klar ist: Enke, Wiese, Adler und Neuer sind die Kandidaten, die um die drei WM-Plätze kämpfen."

Adler bleibt gelassen

Der Bayer-Schlussmann selbst gibt sich zurückhaltend: "Ich bleibe gelassen, verfalle jetzt nicht in Panik. Ich konzentrierte mich und versuche, beste Leistungen zu bringen".

Adler war für das erste Länderspiel der WM-Saison in Aserbaidschan am vergangenen Mittwoch ebensowenig wie Neuer berücksichtigt worden. Löw hatte für das WM-Qualifikationsspiel in Baku (2:0) stattdessen auf Enke und Wiese gesetzt.

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