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"Man kann noch so viel Ruhe ausstrahlen. Es fehlen einfach die Ergebnisse." (Beckenbauer nach dem 0:1 am Samstag gegen Schalke 04)
Franz Beckenbauer begleitet das Amt des Präsidenten beim FC Bayern seit 1994 © getty

Der "Kaiser" spricht im Streit zwischen Ballack und Bierhoff ein Machtwort. Mit Lukas Podolski verliert er allmählich die Geduld.

München - Franz Beckenbauer hat Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack und Teammanager Oliver Bierhoff aufgefordert, ihren Streit endlich beizulegen.

"Wir sind ja nicht im Kindergarten. Das sind erwachsene Männer und deswegen hat uns der liebe Gott ja die Sprache gegeben, damit man miteinander spricht", sagte Beckenbauer in der DSF-Sendung "Bundesliga Aktuell".

Sollten sich die Streithähne nicht aussprechen, sieht der "Kaiser" den Deutschen Fußball-Bund (DFB) um Präsident Theo Zwanziger in der Pflicht.

"Man sollte solche Auseinandersetzungen sofort beenden. Wenn das beide nicht können, dann muss eine höhere Macht eingreifen, wie etwa das DFB-Präsidium und Theo Zwanziger", so Beckenbauer.

Streit schadet Teamgeist

Der 63-Jährige wiederholte zudem seine Ansicht, dass der Streit dem Team schade.

"Für die Mannschaft ist das tödlich. Die Spieler sagen zwar, das interessiere sie nicht, aber allein die Tatsache, dass sie immer wieder darauf angesprochen und um Auskunft gebeten werden, ist schon ein Zeichen dafür, dass es stört."

Disput nach EM-Finale

Der Streit zwischen Ballack und Bierhoff war am 29. Juni nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien in Wien (0:1) eskaliert.

Bierhoff hatte Ballack mehrfach aufgefordert, als Dankeschön an die Fans ein Dreh-Transparent in die Kurve zu tragen.

Daraufhin soll Ballack Bierhoff unflätig beschimpft haben.

Für die Wortwahl hat sich der Mittelfeldstar des FC Chelsea bei Bierhoff entschuldigt, das Verhältnis der beiden früheren Teamkollegen ist aber offenbar dennoch weiter angespannt.

Beckenbauer kritisiert Podolski

Auch in der seit Monaten schwelenden Diskussion um Lukas Podolski bezieht der "Kaiser" ganz klar Stellung:

"Er soll nicht immer damit liebäugeln, dass es anderswo besser ist. Er soll den Konkurrenzkampf annehmen und sich durchsetzen. Das Beste wäre, wenn er sich an den Aussagen von Uli Hoeneß und Jürgen Klinsmann orientiert. Lukas sollte sich der Bedeutung, beim FC Bayern spielen zu dürfen, bewusst sein."

Lobende Worte für Klose

Miroslav Klose stellt Beckenbauer dagegen nach seiner Drei-Tore-Gala gegen Finnland ein gutes Zeugnis aus:

"Drei Tore in einem Spiel waren sicher eine Befreiung. Ich hoffe, dass er jetzt auch wieder für uns in der Bundesliga trifft."

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