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Bild alter Tage: Jürgen Klinsmann (l.) zusammen mit Bundestrainer Joachim Löw © getty

Der DFB-Präsident dementiert eine angebliche Rückkehr des Ex-Bundestrainers zur Nationalelf - und widerspricht Bierhoff.

Von Christian Paschwitz

München - Nach offizieller Lesart war es nicht mehr als ein Gerücht:

Theo Zwanziger hat ein Comeback von Jürgen Klinsmann bei der deutschen Nationalmannschaft trotz großer Wertschätzung kategorisch ausgeschlossen.

Der DFB-Präsident trat bei der Münchner "tz" Spekulationen entgegen, wonach der Ex-Bundestrainer als WM-Berater seinen Nachfolger Joachim Löw unterstützen könnte.

"Der Bundestrainer braucht keinen Berater", sagte Zwanziger nun.

Zwanziger redet Klartext

Die "Bild" hatte zuvor über Klinsmanns mögliche Rückkehr berichtet - und sich dabei auf Aussagen von DFB-Team-Manager Oliver Bierhoff berufen.

Zwanziger relativierte nun: Die Meinung von Klinsmann sei "uns immer noch wichtig. Er hat gezeigt, wozu er imstande ist und wie er ein Team formen und motivieren kann. Er hat unglaubliche Verdienste für den deutschen Fußball".

Aber nun sei Löw der Bundestrainer und Chef, "und ich denke, er weiß ganz genau, was er wie entscheiden muss".

"Bei keinem Klub mehr in der Verpflichtung"

Bierhoff hatte die Spekulationen um ein Klinsmann-Comeback zuvor angeheizt:

"Jürgen steht bei keinem Klub mehr in der Verpflichtung. Deshalb kann er viele Dinge wieder objektiv beurteilen", wurde der DFB-Team-Manager zitiert.

Bierhoff weiter: "Er ist nach wie vor ein wichtiger Gesprächs- und Sparringspartner."

Bierhoff rudert zurück

Bei einer Pressekonferenz des DFB-Teams zum Testspiel gegen Südafrika (Sa., ab 20.15 Uhr LIVE) ruderte Bierhoff nun zurück:

"Das ist eine Ente. Es wird keine offizielle Zusammenarbeit mit Jürgen Klinsmann geben. Es ist in keiner Weise daran gedacht worden, ihn bei der Nationalmannschaft wieder einzubinden oder mit irgendwelchen Aufgaben zu betreuen."

Und weiter: "Natürlich freut mich, dass Jürgen wieder zurück ist. Mehr als einen freundschaftlichen Gedankenaustausch wird es aber nicht gegen."

Anzeichen für ein Engagement Klinsmanns in offizieller DFB-Funktion für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gab es allerdings auch schon vor Zwanzigers Intervention nicht:

Bayern-Rauswurf kostet Reputation

Gerade sein Rauswurf bei den Bayern hat enorm an Reputation gekostet - und würde Klinsmann nun auch schwer vermittelbar machen für eine offizielle Position im nationalen Verband.

Wenngleich Bierhoff diplomatisch meinte: "Unser Kontakt zu Jürgen ist nach wie vor sehr, sehr eng. Wir freuen uns immer, seine Sichtweise zum Fußball zu hören und Erfahrungen auszutauschen."

Sommermärchen an Löws Seite

An der Seite von Löw, der den gleichen Medienberater besitzt, hatte Klinsmann 2006 mit dem dritten Platz bei der WM im eigenen Land das Sommermärchen entfacht.

Noch heute sind die Spuren von Klinsmanns früherem Wirken beim DFB sichtbar:

Sowohl Torwart-Trainer Andreas Köpke, Chef-Scout Urs Siegenthaler, Psychologe Hans-Dieter Hermann, Fitness-Mann Shad Forsythe hatte der 45-Jährige seinerzeit eingestellt.

Allerdings hinterließ Klinsmann beim DFB personell auch viel verbrannte Erde: Nicht zuletzt "rasierte" er den langjährigen Torwart-Bundestrainer Sepp Meier.

Auch Vogts spielt Berater

Übernähme Klinsmann als früherer Bundestrainers tatsächlich eine Berater-Funktion beim DFB, wäre das Übrigens nichts komplett Ungewöhnliches:

Klinsmann selbst hatte vor und während der WM 2006 bei Berti Vogts Rat gesucht, der die Nationalmannschaft von 1990 bis 1998 gecoacht hatte.

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