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Joseph Blatter ist seit 1998 der Präsident der FIFA © getty

Der FIFA-Chef bemängelt die Abstellungspraxis der Vereine für die U-20-WM. Auch die Deutschen geraten deshalb in sein Visier.

Zürich - FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat sich nochmals für eine Abstellungspflicht der Klubs für die U-20-WM in Ägypten (25. September bis 16. Oktober) stark gemacht und deutliche Kritik an der Haltung der Bundesliga geübt.

"Man sollte der FIFA gratulieren, dass sie überhaupt eine U-20-Weltmeisterschaft durchführt. Und wenn man ein solches Turnier durchführt, kann man sich nicht immer nach dem Spielkalender der Europäer richten", sagte der Schweizer Chef des Fußball-Weltverbandes in einem "Sport-Bild"-Interview.

Und weiter: "Außerdem könnte man den europäischen Klubs auch mal etwas Solidarität abverlangen, damit sie die Spieler abstellen, ohne dass es eine Pflicht dazu gibt. Dazu werden wir die Klubs diese Woche auch auffordern."

Hrubesch muss auf Leistungsträger verzichten

Bei der nächsten Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees am 29./30. September in Rio de Janeiro, unter Beteiligung von Franz Beckenbauer, werde über die Abstellungspflicht entschieden. Blatter.

"Ich werde mich dafür einsetzen, dass vorher das Exko im September die Klubs dazu verpflichtet, ihre Spieler für die U-20-WM abzustellen", sagte der FIFA-Boss.

Der verantwortliche DFB-Trainer Horst Hrubesch kann zur U-20-WM zahlreiche Leistungsträger nicht mitnehmen.

Da für die Bundesligisten wegen des ungewöhnlichen Termins während der Saison keine Abstellungspflicht besteht, muss der Europameister von 1980 auf zahlreiche Spieler verzichten, die er unter normalen Umständen sicher nominiert hätte.

Darunter den Leverkusener Toni Kroos oder Holger Badstuber und Thomas Müller von Bayern München.

"Ich werde die ECA zu mehr Solidarität auffordern"

"Gerade die deutschen Klubs haben uns beim Thema Abstellung schon viele Probleme gemacht, etwa bei Olympia 2008 in Peking. Jetzt ist es die U-20-WM, das nächste Mal dann wahrscheinlich bei der U-17-WM im Herbst. Das geht einfach nicht mehr. Die Klubs haben bis zu 30 Spieler im Kader, die können doch auf ein, zwei Spieler verzichten", sagte der Schweizer.

Er habe ein Treffen mit UEFA-Präsident Michel Platini. Blatter: "Da werde ich ihm sagen, dass er den Europäischen Klub-Verband ECA, dem Karl-Heinz Rummenigge vorsitzt, zu mehr Solidarität auffordern soll."

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