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Rene Adler debütierte am 11. Oktober 2008 im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland © getty

Der Bayer-Keeper hat den Kampf um den WM-Stammplatz noch lange nicht aufgegeben. Löws Entscheidung pro Enke kann er verstehen.

Köln - Anerkennung für die Kollegen Robert Enke und Manuel Neuer, Mitgefühl für Tim Wiese:

Doch bei allem Respekt vor den drei Konkurrenten im Kampf um die Nachfolge von Jens Lehmann im Tor der deutschen Nationalmannschaft kennt Rene Adler nur ein Ziel:

"Ich will die Nummer eins werden."

Drei Tage vor seinem fünften Länderspiel am Samstag vor eigenem Publikum in Leverkusen gegen Südafrika (ab 20.15 Uhr LIVE) präsentierte sich der Bayer-Profi äußerst selbstbewusst und angriffslustig.

Bis zum Schluss fighten

"Ich weiß, was ich kann. Und als Sportler strebt man immer das höchstmögliche Ziel an."

"Ich werde bis zum Schluss fighten, das ist mein Anspruch", sagte der 24-Jährige, der nicht nur als Ersatzmann mit zur WM-Endrunde 2010 nach Südafrika reisen will.

Um diesen Traum zu verwirklichen, will der gebürtige Leipziger vor allem in seinem "Wohnzimmer" gegen den WM-Gastgeber Bundestrainer Joachim Löw beweisen, "dass er sich auf mich verlassen kann".

"Weitere Bewerbung" für die WM

Adler, der bei seinem Debüt in der A-Mannschaft im Oktober vergangenen Jahres beim 2:1 in der WM-Qualifikation gegen den schärfsten Gruppenrivalen Russland überragt hatte, sieht die neue Chance als "weitere Bewerbung" um die noch nicht fest vergebene Stelle zwischen den Pfosten.

Dass er dabei zurzeit noch die schlechteren Karten als Enke vom Bundesliga-Konkurrenten Hannover 96 hat, nimmt Adler gelassen zur Kenntnis.

"Da muss man Sportsmann sein. Robert hat in der WM-Qualifikation sehr gut gehalten, deshalb ist dies eine nachvollziehbare Entscheidung", äußerte er Verständnis für den Bundestrainer.

Schnelllebiges Geschäft

Aus eigener Erfahrung wisse er aber auch, dass Fußball sehr schnelllebig sei:

"Die Saison ist noch sehr jung. Da kann noch eine Menge passieren, Formschwäche oder auch Verletzung können einen wieder zurückwerfen."

Nach dem 1:2 gegen England im vergangenen November, als er ein Gegentor verschuldete, wurde er vom gefeierten Helden zum Buhmann.

Und als der Bayer-Keeper, der zuletzt beim 0:1 gegen Norwegen im Februar in Düsseldorf zwischen den Pfosten stand, in seiner Heimatstadt Leipzig gegen Liechtenstein einen Monat später erneut auf einen Einsatz hoffen durfte, machte ihm eine Ellenbogenverletzung einen Strich durch die Rechnung.

Über Nichtnominierung wenig erfreut

"Das sind Erfahrungen, aber mehr auch nicht. Ich denke von Spiel zu Spiel."

"Damit bin ich immer gut gefahren und werde deshalb daran auch nichts ändern", berichtete Adler, der über seine Nichtnominierung im vergangenen Monat für das Duell in Baku gegen Aserbaidschan "nicht erfreut" war.

"Sonst hätte ich aber auch meinen Beruf verfehlt", fügte er an.

Wiese soll wieder Gas geben

Eine Nichtnominierung müsse man aber schnell abhaken und dann mit neuer Motivation gleich wieder ins Training starten, gab er dem Bremer Tim Wiese mit auf dem Weg.

Wiese war überraschend für die Spiele gegen Südafrika und Aserbaidschan nicht eingeladen worden.

Dass der Werder-Keeper sich darüber in der Öffentlichkeit beschwert habe, kann Adler zwar nachvollziehen, "so ein Frust darf aber nur kurz sein, danach muss man wieder Gas geben".

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